Der Flughafen der Dinge

Zeit ist Geld. Da verwundert es nicht, dass jeder Flughafen nahtlose Abläufe erzielen möchte, die wie ein Uhrwerk funktionieren. Angesichts der Komplexität der Luftfahrtindustrie bleibt eine hundertprozentige Effizienz wohl ein Ziel, das schwerlich in die Realität umzusetzen ist. Hier erfahren Sie, was Cash-Center vom Flughafen 4.0 lernen können.

Die Verwaltung des Genfer Flughafens ist keine leichte Aufgabe. Dabei ist er weder besonders groß, noch weitläufig, überfüllt oder belebt, im Gegenteil: Laut aktuellen Zahlen ist der Flughafen Genf mit 16,5 Millionen Passagieren im Jahr 2016 ein überschaubarer Transitpunkt. Wichtige Drehscheiben wie Dubai, Frankfurt und Atlanta verzeichnen ein viel größeres Aufkommen: Dort sind es 84, 60 und 104 Millionen. Die Herausforderung liegt eher im drahtlosen Internetzugriff begründet.
Mit dem Internet verbunden zu sein bedeutet in Genf, dass man nach Anforderung eines Passworts – das per SMS übermittelt wird – oder nach Identifizierung per ID-Karte ein 90-minütiges Zeitfenster zugeteilt bekommt. Noch komplizierter ist die Alternative, seine Bordkarte an einem festen Terminal scannen zu lassen, wo ein Zugangscode ausgedruckt wird, den man in eine Weboberfläche eingeben muss. Dieser Ablauf ist nicht gerade effizient! Das Ganze erinnert mehr an eine erzwungene Medienpause oder eine Zeitreise in die frühen Neunziger. Allerdings wäre da noch Robbi ...


Flughäfen bedürfen einer umfassenden Optimierung!

„Berühre mich!“ – kein Spielzeug, sondern ein hilfreiches Tool

Wegen Robbi lohnt es sich, etwas länger am Flughafen Genf zu verweilen. Robbi ist ein auf Augenhöhe positionierter Bildschirm mit fahrbarem Gestell, der sich dem Betrachter absichtlich in den Weg stellt. „Touchez moi! – Berühre mich!“, fordert er in weißer Schrift auf blauem Hintergrund auf. Neben Robbi steht heute Gilles Brentini, Innovationsmanager am Flughafen Genf. „Was denken Sie, wonach Robbi am häufigsten gefragt wird? Nach dem Weg zur Toilette!“

Um Effizienz und Automatisierung zu fördern, muss eine Innovation hilfreiche Dienste leisten.

 «

Gilles Brentini, Innovationsmanager am Flughafen Genf

Brentini berichtet weiter: „Die Passagiere interagieren sehr gerne mit unserem Roboter. Sie verstehen, dass er kein Spielzeug ist, sondern ein wichtiges Tool, das sie mit Informationen versorgt.“
Robbi ist nur ein Testmodell, ein erster Schritt in Richtung Automatisierung, Robotik und Produktivität. Wie viele Flughäfen weltweit muss auch dieser im Hinblick auf maximale Effizienz optimiert werden: Wartezeiten für Flugzeuge, Passagiere und die Gepäckabfertigung verursachen hohe Kosten und sind ineffizient. Robbi hat jedoch noch viel mehr zu bieten. Wenn Robbi schon marktreif wäre, könnte er sich unter die stetig mehr werdenden Lager- und Logistikroboter einreihen – nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Tractica werden bis 2021 jährlich 620.000 Geräte dieser Art verkauft werden.

Eine ausgewogene Balance zwischen Innovation und Erwartungen

„Robotik wird an Flughäfen in Zukunft eine wichtige Rolle spielen“, ist Brentini überzeugt. „Damit eine Innovation jedoch der Effizienz und Automatisierung zuträglich ist, muss sie den Passagieren genau zum richtigen Zeitpunkt hilfreiche Dienste leisten – und nicht bloß zeigen, was alles möglich ist.“ Seiner Meinung nach muss eine ausgewogene Balance zwischen Innovationen und den Erwartungen der Passagiere gefunden werden, da man „andernfalls abgeschnitten ist und von den Menschen nicht mehr verstanden wird.“


Das Internet der Dinge ist ein Grundpfeiler des Flughafen 3.0

„In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden sich die Flughäfen weltweit auf die Echzeitintegration sämtlicher Stakeholder-Informationen konzentrieren“, erläutert Brentini. Die Flughäfen befinden sich nun vollauf in der Phase Flughafen 3.0., wobei das Internet der Dinge zusammen mit den Geolokationstechnologien einer der Grundpfeiler ist. Diese Technologien sammeln Informationen zu sämtlichen Aspekten des Betriebs und schaffen so ein Echtzeitbild des Flughafens.
Es wird dennoch eine Weile dauern, bis Roboter wie Robbi oder „Luggage-Leo“, ein vollautonomer Gepäckroboter, Echtzeitinformationen nutzen und ihren Beitrag zu den stetig wachsenden Big-Data-Massen und damit zu mehr Effizienz und Produktivität leisten können. Bis dahin könnte man doch andere Verbesserungen in puncto Benutzerfreundlichkeit und Komfort angehen, die eher auf der Hand liegen. Ein leicht zugängliches WiFi-Netzwerk wäre doch ein guter Anfang! Denn Effizienz bedeutet nicht immer, dass die neuesten Technologien und IT-Entwicklungen implementiert werden müssen. Es kann auch ausreichen, ein zuverlässiges, einfach nutzbares, kostenloses WiFi anzubieten.


Das Erfolgsrezept schlanker Unternehmen

Warum Effizienz die Lösung für Disruption ist

Die Digitalisierung wird eine Ära der Transformation und Disruption mit sich bringen. Unternehmen, die wirklich schlank sind, sind am besten vorbereitet. Aber was heißt das? Lesen Sie unseren Trendreport.

Download