Die Lebensdauer des Geldes

Wie lange ein Geldschein haltbar ist, hängt stark vom Umgang der Bevölkerung mit ihren Banknoten ab. Unterschiede gibt es dabei regional wie kulturell. Ob Menschen ihre Banknoten in einem Portemonnaie mit sich tragen oder diese lose in Taschen aufbewahren, macht für die Banknoten einen großen Unterschied.

Die gesamte Handhabung im Bargeldkreislauf, wie das Zählen am Geldautomaten, das häufige Sortieren in automatisierten Systemen oder der Austausch von Hand zu Hand, wie er im Alltag unzählige Male passiert, hinterlassen Spuren auf der Oberfläche einer Banknote.
Doch spielt für die Lebensdauer der Banknoten nicht nur deren Aufbewahrung und wie diese behandelt werden eine entscheidende Rolle. Umwelteinflüsse wirken ebenso nicht unerheblich auf deren „Fitness“ ein. In subtropischen Klima bestehen daher andere Anforderungen an Material und Beständigkeit als im kühleren Norden. Durch eine auf die Bedürfnisse des jeweiligen Landes zugeschnittene Kombination von Substrat, Drucktechniken und Veredelungstechnologie lässt sich die Qualität der Banknoten optimieren. Nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für Maschinen, die die Noten zählen und auf ihre Echtheit hin testen, ist dies entscheidend.
Die tatsächliche Lebensdauer einer Banknote und der Zeitpunkt, wann diese letztlich ersetzt werden muss, kann dank guter Testergebnisse im Labor untersucht werden. Ein von G+D Currency Technology entwickelter Umlaufalgorithmus simuliert den Verschleiß von Banknoten im Gebrauch und ist dafür ein zuverlässiges Instrument.


Das Leben einer Banknote

500.000.000.000 Banknoten weltweit

Derzeit befinden sich weltweit etwa 375 Milliarden Noten im Umlauf. Ihre durchschnittliche Umlaufdauer liegt zwischen einigen Monaten und mehreren Jahren. Daher werden jedes Jahr rund 150 Milliarden Banknoten nachgedruckt, um die aus dem Umlauf genommenen abgenutzten Scheine zu ersetzen. Statistiken zeigen, dass die Anzahl der Noten im Umlauf sogar jährlich um etwa drei Prozent steigt.

Von der Wiege bis zur Bahre

Bevor eine Banknote in den Umlauf gelangt, durchläuft sie zahlreiche Produktionsschritte und Sicherheitsüberprüfungen. Nach der Herstellung des Banknotensubstrats und der Integration von Sicherheitselementen in das Papier erfolgt der Druck, dessen Überprüfung, der Zuschnitt sowie die Verpackung der fertigen Banknoten.
Mit ihren zahlreichen unterschiedlichen Sicherheitsmerkmalen verschiedener Sicherheitskategorien, sind Banknoten heute Hochtechnologieprodukte. Diese Kategorien sind bestimmten Benutzergruppen zugeordnet, wovon einige Merkmale für die Bevölkerung offensichtlich und leicht zu erkennen sind. Andere wiederum können nur durch Sensoren von Sortiermaschinen gelesen werden. Insgesamt ist die Haltbarkeit einer Banknote dennoch begrenzt. Während für den Nutzer ein makelloses Erscheinungsbild im Vordergrund steht, stellt die automatisierte Authentifizierung durch Maschinen weitergehende Bedingungen. Banknoten, die die Qualitätskriterien einer sicheren Verarbeitung nicht mehr erfüllen, müssen daher ausgetauscht werden.

Mindestens haltbar bis

Diese Anforderungen an Banknoten haben entscheidenden Einfluss darauf, wie lange diese im Umlauf bleiben und werden von den Zentralbanken bei der Ausgabe neuer Geldscheine berücksichtigt. In Deutschland beispielsweise liegt diese Dauer nach Informationen der Deutschen Bundesbank zwischen ein und fünf Jahren. Während fünf und zehn Euro-Scheine etwa einmal im Jahr ausgetauscht werden müssen, sind die deutlich seltener genutzten 500-Euro-Scheine bis zu fünf Jahre im Gebrauch.
Die sichere Vernichtung am Ende des Lebenszyklus der Note ist dabei ebenfalls von großer Bedeutung, um gewährleisten zu können, dass diese nicht mehr in den Umlauf gelangen kann.


Beschaffenheit und Anspruch

Äußere und innere Qualitäten

Je hochwertiger eine Banknote ist, desto länger kann sie im Umlauf bleiben. Ein Geldschein muss dabei verschiedene Qualitätskriterien erfüllen, um nicht ausgetauscht zu werden. Für die Bevölkerung spielen vor allem optische und fühlbare Merkmale eine Rolle. Daneben zählt aber auch ein gewisser Automatisierungsgrad der Banknote, die Banknotenbearbeitungssysteme benötigen, um die Noten bewerten und weiterverarbeiten zu können.

Ansprüche automatisierter Vorgänge

Im Gegensatz zu Münzgeld reagiert „Papiergeld“ stark auf äußere Einflüsse. Reibung, Nässe sowie der Kontakt mit anderen Flüssigkeiten oder gar Chemikalien strapazieren Geldscheine ebenso wie extreme klimatische Bedingungen. In einer immer stärker automatisierten Geschäftswelt sind es vor allem Maschinen, die besondere Ansprüche an die Qualität einer Banknote richten. Vorgänge wie das Zählen und Sortieren von Geldscheinen werden standardisiert bereits durch Maschinen bewerkstelligt.

Maschinelle Lesbarkeit

Während sich die Bevölkerung durch optisch variable, fühlbare und interaktive Effekte der Echtheit ihres Geldes versichert, bleibt die maschinelle Verifizierung von Banknoten entscheidend, um gefälschte Noten sicher und schnell zu erkennen und aus dem Bargeldumlauf zu ziehen. Versteckte, nur von besonderen Sensoren überprüfbare Merkmale auf Magnet- oder UV-Licht-Basis stellen die eindeutige Unterscheidung echter und gefälschter Banknoten sicher. Um eine sichere Prüfung zu gewährleisten, ist eine bestimmte Signalintensität dieser maschinenlesbaren Merkmale notwendig, also eine besondere Art von maschineller Qualität, damit die Banknoten im Umlauf bleiben können.


Auf Zeitreise

Eine Umlaufsimulation für Banknoten

Damit Zentralbanken wissen, wann sie neue Banknoten benötigen und die alten rechtzeitig austauschen können, hat G+D Currency Technology eine Umlaufsimulation entwickelt. Darin kann G+D Currency Technology die jahrelange Abnutzung der Geldscheine durch Mensch und Maschine in kürzester Zeit nachstellen. Der Prozess ist modular aufgebaut und erlaubt in Abhängigkeit der gewählten Einstellungen die Intensität der Behandlung wie auch die Dauer des Umlaufs zu simulieren.

Jürgen Zerbes, Director Product Marketing Banknote Solutions Division von G+D Currency Technology erklärt, wie die Simulation funktioniert.

Herr Zerbes, wie läuft der Test im Detail ab?

Die Banknoten sind bei dem Test extremen Bedingungen ausgesetzt und durchlaufen eine harte Probe. Sie altern damit in einer Art Zeitraffer. Nach sechs Stunden Test ist die Banknote so beansprucht, als ob sie zwei Jahre unter starker Beanspruchung im Umlauf gewesen wäre. Das Material der Banknoten ist natürlich viel stabiler als gewöhnliches Papier und hält damit einiges aus. Diese Robustheit ist im Alltag von größter Relevanz.

Können Sie uns erklären, was die Vorteile einer beschleunigten Umlaufsimulation für Banknoten im Gegensatz zu einem Feldexperiment sind?

Der intensive Test ermöglicht es, das Verhalten einer Banknote im Umlauf vorherzusehen. Zentralbanken wissen, ob ihre zukünftigen Banknoten das erfüllen werden, was sie erwarten und die anvisierte Lebensdauer tatsächlich erreichen.
Einzelne Verschleißvarianten können mit dieser Art von Test objektiv gegenüber gestellt werden. Feldversuche mit Banknoten sind dagegen eine sehr sensible Angelegenheit, da die Beteiligung der Öffentlichkeit viel komplexer zu leiten und zu kontrollieren ist. Banknoten müssen in großen Mengen verteilt werden, wobei die strenge Überwachung der unterschiedlichen Setups den Aufwand erheblich vergrößert. Bei dieser Art von „Experiment" vergehen mehrere Jahre, bis endgültige Ergebnisse erzielt werden können. Fehler des einen oder anderen Testprodukts können den Ablauf des Versuchs ebenso durcheinanderbringen. Der Bedarf an Banknoten verlangt eine vorausschauende, verlässliche und kostengünstige Planung, da von der Bestellung bis zur Lieferung der Banknoten eine gewisse Zeit einberechnet werden muss. Die Bedarfsmengen für die tatsächliche Umlaufmenge und auch die strategischen Lagerbestände basieren auf dem durchschnittlichen „Banknotenkonsum". Besonders für neue Währungen oder Banknotenserien kann mit der Umlaufsimulation die Qualität der Noten und ihre Haltbarkeit im Umlauf schon im Vorfeld getestet werden

Wie sieht die Banknote nach dem Test aus und was kann man daran genau erkennen?

In der Simulation wird die Banknote verschmutzt, geknittert und gescheuert. Sie erfährt also ganz alltägliche Situationen, wie wenn sie auf den Boden in den Schmutz fällt oder in die Tasche gestopft wird und sieht danach auch so aus. Je nachdem aus welchem Substrat die Banknote besteht, können die Tests angepasst und auf die Ansprüche der Zentralbank hin eingestellt werden. Banknoten unterschiedlicher Beschaffenheit aus dem Umlauf des jeweiligen Landes werden abschließend für die Ausrichtung der Endphase nach der Simulation verwendet.

Wie wird beurteilt, ob eine Banknote fit oder nicht fit ist?

Wie hoch die jeweiligen Qualitätsstandards ihrer Banknoten gesetzt werden, entscheidet jede Zentralbank selbstständig und hat damit die Hoheit darüber, wann ihr Geld letztlich ausgetauscht und erneuert werden muss. Entscheidend dafür ist aber natürlich auch der Automatisierungsgrad eines Geldkreislaufs. Je häufiger Banknoten maschinell in einem Cash-Center gezählt und weiterverarbeitet werden, desto schneller können beschädigte Scheine aus dem Verkehr gezogen werden.


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