Kleine Spiegel, große Effekte

Mit innovativer Mikrospiegeltechnologie gelingt es G+D Currency Technology nicht nur, die Sicherheit von Banknoten zu steigern, sondern gleichzeitig, neue Designmöglichkeiten zu eröffnen. Im Interview erklärt Dr. Stefan Bichlmeier, Leiter Produktmanagement bei Louisenthal, die Details und was für die Zukunft geplant ist.

Herr Dr. Bichlmeier, woran lässt sich eine Banknote mit Mikrospiegeltechnologie auf den ersten Blick erkennen?

An den einzigartigen optischen Effekten, die sie auf Sicherheitsfäden und -folien erzeugt. Bei der Mikrospiegeltechnologie werden sehr viele winzig kleine Spiegel so ausgerichtet und ins Material geprägt, dass die Summe ihrer Reflexionen ein Bild ergibt, das sich dynamisch zu bewegen scheint, sobald man den Kippwinkel der Banknote verändert. Sogar 3-D-Effekte sind möglich, die zum Beispiel Wölbungen erscheinen lassen oder eine Verschiebung räumlich wirkender Objekte.

3-D-Effekte lassen sich auch durch ein Hologramm erzeugen. Was unterscheidet die Mikrospiegeltechnologie davon?

Im Gegensatz zu Hologrammen sind die Effekte bei der Mikrospiegeltechnologie auch bei schwachem Licht extrem gut sichtbar und zeigen eine neuartige Konturenschärfe, weil Spiegel das Licht exakt reflektieren. Hologramme dagegen basieren auf Diffraktion, der Beugung der Lichtwellen. Das Ergebnis ist ein weitaus diffuseres und lichtschwächeres Erscheinungsbild.

In Summe ergeben Mikrospiegel und Beschichtung eine extrem hohe Fälschungssicherheit.

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Dr. Stefan Bichlmeier, Leiter Produktmanagement Louisenthal

Haushaltsübliche Spiegel können im Laufe der Zeit erblinden. Besteht diese Gefahr bei langem Umlauf der Banknoten auch bei Mikrospiegeln?

Nein. Innerhalb der Lebensdauer einer Banknote sind keine Einbußen bei den Effekten zu erwarten. Die Spiegel trüben sich nicht ein, zumal sie auch nicht aus beschichtetem Glas sind wie die haushaltsüblichen, sondern geprägt und in eine Schichtstruktur eingeschlossen werden.


Dicht an dicht: vier Millionen Spiegel auf einem Quadratzentimeter

Dr. Stefan Bichlmeier

Wie funktioniert dieser Prägevorgang?

Der erste Schritt ist die Origination, die Erstellung eines Originals nach der Designvorlage. Dafür errechnet eine spezielle Software die Größe, den Neigungswinkel und die Anordnung der einzelnen Spiegel. Auf einer Fläche von einem Quadratzentimeter sind es rund vier Millionen. In mehreren Abformschritten wird anschließend ein Werkzeug erstellt, das zur Prägung dient.

Klingt, als hätten es Fälscher schwer, die Effekte der Mikrospiegeltechnologie nachzuahmen …

Das stimmt. Und wir erhöhen die Barriere für Fälscher zudem noch durch spezielle Beschichtungen. Unsere RollingStar®-Sicherheitsfäden zum Beispiel kombinieren die Mikrospiegeltechnologie mit einer mehrschichtigen, metallischen ColourShift-Bedampfung. Dadurch wird ein einzigartiger Farbwechsel beim Kippen der Banknote erzeugt. Bereits kleinste Abweichungen bei den Schichtdicken im Nanometerbereich würden ihn sichtlich verfälschen. Die spezielle Beschichtung unserer varifeye® ColourChange-Folie wiederum ermöglicht im Zusammenspiel mit einem Fenster in der Banknote den Effekt, dass ein Motiv bei Durchlicht in tiefem Blau erscheint und bei Auflicht in edlem Gold. In jedem Fall ergeben Mikrospiegel und Beschichtung in Summe eine sehr hohe Fälschungssicherheit, die auch durch externe Studien belegt ist.


Eine maximale Authentisierung sicherstellen

Lässt sich die Mikrospiegeltechnologie noch mit weiteren Sicherheitsfeatures kombinieren?

Da gibt es eine ganze Reihe, sei es UV-Fluoreszenz, eine magnetische Ausstattung, die von einer einfachen Ja-Nein-Erkennung bis hin zu einer komplexen Kodierung reichen kann, oder die Cleartext-Technologie. Dabei werden die Schichten, die beim ColourShift-Verfahren aufgetragen wurden, stellenweise wieder entfernt. So zeigen sich in der Durchsicht klar und deutlich zusätzliche Informationen, zum Beispiel Text – daher auch der Name dieser zusätzlichen Ausstattung.

Müssen Banknotenbearbeitungssysteme für die Mikrospiegeltechnologie angepasst werden?

Im Rahmen des ganz normalen Anpassungsprozesses vor der Emission einer neuen Banknote werden zum Beispiel die Magneteigenschaften eines Fadens an den Banknotenbearbeitungssystemen adaptiert.

Dank Fortschritten in der Datenverarbeitung wird es bald zusätzliche Effekte sowohl im Faden- als auch im Folienbereich geben.

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Dr. Stefan Bichlmeier, Leiter Produktmanagement Louisenthal


Neue Beschichtungen und Kombinationen für mehr Fälschungssicherheit

Sind bereits Banknoten mit Mikrospiegeln in Umlauf?

Unsere RollingStar®-Sicherheitsfäden sind inzwischen seit mehreren Jahren und mit mehr als 20 Denominationen im Umlauf. Über 40 weitere Denominationen auch solche mit den neuen Galaxy®-Sicherheitsfäden, die auf einer erweiterten, verfeinerten Origination basieren und auf einzigartige Weise 3-D- und Bewegungseffekte kombinieren sind in der Pipeline. Und im Bereich Folienstreifen sind ebenfalls die ersten Noten im Umlauf. Die Armenien-Gedenknote „500 Dram“ von G+D Currency Technology wurde sogar als „Best Regional Banknote“ ausgezeichnet. Neben einem Galaxy-Faden kam bei ihr erstmals ein RollingStar® LEAD-Streifen mit Mikrospiegeln zum Einsatz. Er demonstriert eindrucksvoll, dass die RollingStar®-Technologie auch in Folienform überzeugt. Weitere Emissionen ganzer Serien mit Mikrospiegelfolien stehen an und werden gerade gefertigt. Die Nachfrage ist überwältigend. Um sie auch weiterhin effizient und verlässlich bedienen zu können, haben wir unsere Kapazitäten schon vor einiger Zeit deutlich erhöht.

[Translate to German:] Gedenknote 500 Dram – Vorderseite
Auf der Vorderseite ist die Kathedrale von Etschmiadsin zu sehen. Sie wurde im 4. Jahrhundert erbaut und soll der Überlieferung nach ein Stück der Schiffsplanken der Arche Noah beherbergen.

[Translate to German:] Gedenknote 500 Dram – Rückseite
Auf der Rückseite sind Noah und seine Familie sowie verschiedene Tiere abgebildet, die auf der Arche Noah Platz fanden.

Wie sieht die Zukunft der Mikrospiegeltechnologie aus?

Wir entwickeln sie stetig weiter und forschen dafür in den unterschiedlichsten Bereichen: Dank Fortschritten in der Datenverarbeitung werden kontinuierlich neue Effekte sowohl im Faden- als auch im Folienbereich entwickelt. Gleichzeitig arbeiten wir an neuen Aufbauten und neuen Kombinationsmöglichkeiten. Ziel ist es, mit der Mikrospiegeltechnologie auch weiterhin die Fälschungssicherheit von Banknoten zu steigern und neue Möglichkeiten für deren Design zu eröffnen.


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