Happy “Cash-Mas”

Wer Bargeld verschenkt erzeugt beim Beschenkten weit mehr Glücksgefühle als allgemein gedacht. Dabei erfüllt Studien zufolge das Geldgeschenk den ursprünglichsten Zweck des Schenkens: einen persönlichen Wunsch ganz nach dem eigenen Geschmack zu erfüllen.

Wie jedes Jahr kommt auch in diesem das Weihnachtsfest einigermaßen überraschend. Es ist ja nicht so, dass sich der Termin jährlich ändern würde, dennoch: Gefühlt ist das Fest der Feste für viele ein Stressfaktor, zumindest aber mit Arbeit verbunden. Dabei steht oft die ebenso simple wie schwierige Frage im Vordergrund: Was schenken?
Dabei könnte es so einfach, bequem, sicher und – nicht zu vergessen – für Schenker wie Beschenkte zufriedenstellend sein. Für alle Beteiligten am sinnvollsten ist das Geldgeschenk. Phantasielos? Uninspiriert? Nur auf den ersten Blick. Einen zweiten wirft zum Beispiel der US-amerikanische Wissenschaftler und Wirtschaftsprofessor Joel Waldfogel auf die Tradition des Schenkens zu Weihnachten im Allgemeinen und des Geldgeschenks im Besonderen.
Wichtigstes Erkenntnis des Professors, der unter anderem das Buch „Scroogenomics – Why You Shouldn't Buy Presents for the Holiday" verfasst hat: Zu Weihnachten schenkt man sich am besten Geld; er habe in seinen Untersuchungen festgestellt, dass alle am Geschenk Beteiligten dann am zufriedensten sind. Außerdem, so Waldfogels zweites gewichtiges Argument für das Geldgeschenk, würden alleine in den USA an jedem Weihnachtsfest 85 Milliarden Dollar falsch ausgegeben werden. Bargeld hingegen ist auch als Geschenk effizient.

Das Geldgeschenk erfüllt einen persönlichen Wunsch

Waldfogel ist nicht alleine: In „Give them what they want: The benefits of explicitness in gift exchange“ führen die Stanford- und Harvard-Wissenschaftler Francis J. Flynn, und Francesca Gino nicht nur detailliert aus, wie grundlegende Missverständnisse zwischen Schenkenden und Beschenkten entstehen (nämlich – wenig überraschend – weil ein Geschenk besser ankommt, wenn es explizit gewünscht wurde – die Trefferquote bei Überraschungsgeschenken ist vergleichsweise niedrig). Sie leiten daraus gleichzeitig ab, dass auch das Geldgeschenk einem Missverständnis unterliege: Der Schenkende glaubt, das Geldgeschenk hinterließe beim Empfänger einen faden Beigeschmack, wohingegen beim Beschenkten die Freude weit größer wiegt als irrtümlich angenommen.

Das geht weit über das Weihnachtsfest hinaus. In ihrem Aufsatz „Geld als Gabe. Wert und Wertigkeit von Geldgeschenken“ skizziert die österreichische Geschichtswissenschaftlerin und Professorin Silke Meyer allseits bekannte „Geldgeschenk-Szenarien“: Von der Oma, die beim Abschied die Finger ihres Enkels über einem Geldschein schließt und ihm dabei verschwörerisch zuzwinkert; von dem Freundeskreis, dem die Zeit fehlt, ein „richtiges“ Geschenk zu besorgen, und stattdessen Geldscheine originell verpackt; vom Kollegenkreis, der für ein Hochzeitsgeschenk sammelt und diskutiert, wie das Geldgeschenk überreicht werden soll.


Kleine Geschenke und die Freundschaft

„Geld steht im Mittelpunkt dieser Schenkpraxen, und mit Geld als Gabe unterliegt das Schenken offensichtlich eigenen Regeln und Konventionen“, schreibt Meyer. Und zitiert weiter einen der inzwischen zahlreichen Ratgeber zum Thema „Geldgeschenke“: „Das Geldgeschenk ermögliche es den Beschenkten, 'einen persönlichen Wunsch ganz nach dem eigenen Geschmack zu erfüllen'. Schließlich wandle die originelle Verpackung 'das unpersönliche' Geld in ein ganz 'persönliches' Geschenk“.

Rote Umschläge gegen den Zorn der Geister

Beispiel China: Hong Bao werden hier traditionelle Geldgeschenke genannt, die nicht nur auf eine lange Geschichte, sondern auch auf eine breite Anwendungspalette zurückblicken können. In roten Briefumschlägen werden Geldgeschenke zum chinesischen Neujahrsfest, der chinesischen Hochzeit aber auch der wehrten Firmenbelegschaft als Bonus vor dem Neujahrsfest überreicht. 
Dabei waren die Hong Baos zunächst für Kinder gedacht, dem Glauben nach besonders anfällige Geschöpfe für den Zorn böser Geister. Besorgte Eltern übergeben ihrem Spross daher zum Jahreswechsel das so genannte „Glücksgeld“, eine Art Bestechungsgeld, mit dem sich die Geisterwut hoffentlich dämpfen ließ.

Wenn Geld am Kleid der Braut klebt

Geldschenken ist nicht nur ein gewachsener Brauch, geprägt von unterschiedlichen Zeiten, Kulturen, vielleicht auch Religionen. Es kann auch immer ein ganz individueller Akt sein, der einem besonderen Rahmen, einem Anlass entspricht und der das Geben und Nehmen aus dem Alltäglichen heraushebt. Es ist daher wenig verwunderlich, dass Geldgeschenke gerade bei Hochzeiten boomen, und das in den unterschiedlichsten Kulturkreisen in den unterschiedlichsten Ausprägungen: Bei griechischen Hochzeiten kann während des Eröffnungstanzes von Familienmitgliedern Geld an die Kleidung des Brautpaares gesteckt oder auf die Tanzfläche geworfen werden. Alternativ wird die Krawatte des Bräutigams abgeschnitten und dann stückchenweise „verkauft“. Auch in Polen kleben Gäste Geld auf das Kleid der Braut, um mit ihr zu tanzen. Oder sie bilden einen Kreis um die Braut und werfen das Bargeld in ihren Schleier. Aber zurück zum Weihnachtsfest, oder zumindest fast.

Tradition wird Geschäft: Das Hannuka-Gelt

Auch das achttägige jüdische Lichterfest Hannukka, das Ende November, Anfang Dezember gefeiert wird, greift die Tradition des Geldschenkens auf: Um bei den Kindern festliche Stimmung aufkommen zu lassen werden sie mit Münzen beschenkt, die entweder tatsächliche Zahlungsmittel oder aber auch Schokoladentaler sein können. Im frühen 19. Jahrhundert machten amerikanische Schokoladenhersteller die Tradition zur Geschäftsidee und verpackten Schokoladentaler in gold- und silberfarbene Folie. Das Schoko-Geld ist in den USA als „Gelt“ nach wie vor besonders beliebt."


Gut in Form: der geschenkte Schein

Damit spannten die geschäftstüchtigen Schokoladenhersteller – ob bewusst oder unbewusst – einen direkten Bogen von der Süßigkeit zum Geldgeschenk. Beides macht Freude, letzteres vor allem dann, wenn der Schein druckfrisch, nicht geknickt oder verschmutzt ist. Denn welche Großmutter verschenkt schon gerne einen verunreinigten 20er an die Enkelin? Wer verunstaltet schon gerne ein Hochzeitskleid mit einem zerknitterten 50er? Am besten neu, vor allem aber in Form sollte er schon sein, der Schein, dann währt die Freude noch länger.
A propos Form: Dass das Geldgeschenk so hoch im Kurs steht liegt möglicherweise auch an seiner Haltbarkeit, Sicherheit und den von G+D Currency Technology dafür eingesetzten Features und Substraten. In diesem Sinne: Happy „Cash-Mas“, auch über das Weihnachtsfest hinaus!


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