Digitale Brücke zwischen Technologien und den Akteuren im Cash Cycle

Wegen der zunehmenden Digitalisierung benötigen Zentral- und Geschäftsbanken intelligente neue Lösungen. Intelligente Automatisierung ist der Schlüssel zu einem effizienteren Geldkreislauf. Currency News sprach mit Wolfgang Kneilmann, Leiter von Currency Management Solutions und Mitglied der Geschäftsführung der G+D Currency Technology über Herausforderungen und Lösungen.

Wie beeinflussen technologische Veränderungen die Zentralbanken?

Zentralbanken delegieren zunehmend Aufgaben und Funktionen im Geldkreislauf an andere Akteure wie Geschäftsbanken und Werttransportunternehmen. Durch smarte Technologie bewahren die Zentralbanken die Kontrolle und Transparenz, auch wenn sie diese Aufgaben nicht mehr selbst übernehmen.

Welche Aufgaben delegieren die Zentralbanken?

Der Kostendruck im Geldkreislauf ist hoch. Daher muss unbedingt die Effizienz durch intelligente Automatisierung gesteigert werden, was einer unserer wichtigsten Kompetenzbereiche ist. Wenn Zentralbanken das Cash-Center-Management delegieren, steigert intelligente Automatisierung die Produktivität durch höheren Durchsatz und die Sicherheit durch weniger manuelle Handhabung.

Haben Sie ein paar Beispiele für diese Art intelligenter Automatisierung?

Selbstverständlich. Wir konzentrieren uns auf verschiedene Bereiche. Einige der unten genannten Punkte sind bereits in Betrieb, an den anderen arbeiten wir noch.

  • Vermeidung der manuellen Handhabung: Durch die Nutzung intelligenter Trays vom Sammelpunkt über die Bearbeitung im Cash-Center wird das Geld seltener physisch gehandhabt.

  • Prädiktive Wartung: Automatisierungstools, die den Durchsatz analysieren und sicherstellen, dass Anlagen, die hohe Volumen bearbeiten, regelmäßig gewartet werden, bevor es zu Serviceunterbrechungen kommt.

  • Simulation der Umlauffähigkeit: Wir simulieren verschiedene Szenarien und stimmen unsere Systeme und die Software auf diese Ergebnisse ab, um einen maximalen Output zu gewährleisten.

  • Schredderprognose: Mithilfe von Datenanalysen können wir landesweit die Bargeldnutzung vorhersagen. Dies hilft bei der langfristigen Kapazitätsplanung.

Wie kann die Branche die Effizienz des Geldkreislaufs verbessern?

Zusammen mit unseren Kunden! Das ist der erste Teil der Antwort. Mit den Kunden zusammenarbeitende Anbieter von Lösungen wie G+D Currency Technology sind sehr gut positioniert, um neue Lösungen zur Effizienzsteigerung zu ermitteln und zu gestalten. Zusammenarbeit ist einer unserer zentralen Werte. Diese Zusammenarbeit fördern wir durch Workshops zum Thema Design Thinking und die Nutzung agiler Methoden bei der Systementwicklung. Dies steigert die Transparenz und interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Projekten auch mit den Kunden und verbessert die Flexibilität, wenn sich Anforderungen ändern.

Und wie lautet der zweite Teil?

Digitalisierung und Datenanalyse. Unser Ziel ist es, eine digitale Brücke zwischen Technologien und allen relevanten Akteuren des Geldkreislaufs zu schlagen. Unsere Systeme sammeln große Datenmengen in Cash-Centern, zu Cash-Centern und im ganzen Geldkreislauf. Durch Datenanalyse finden wir heraus, wo im Geldkreislauf Lösungen implementiert werden können, die den Akteuren einen Mehrwert bieten und, um nochmal auf die erste Frage zurückzukommen, den Zentralbanken helfen, die Kontrolle zu behalten.

G+D ist schon sehr lange in diesem Geschäft. Wie schaffen Sie es, den Fokus auf der Innovation zu halten?

Innovation gehört zum Wesen von G+D Currency Technology. Wir veranstalten regelmäßig Think Tanks, bei denen wir die klügsten Köpfe der Welt zusammenbringen, um Probleme zu lösen und neue Ideen zu diskutieren. Zudem gibt es bei G+D eine neue Initiative namens advance52, die als Katalysator für die Entwicklung von Prototypen neuer digitaler Technologien und Geschäftsmodelle dient. Wir waren immer schon eine treibende Kraft für den Wandel und ein technologischer Vorreiter. Dies gilt von unseren Anfängen als Maschinenbauer bis zu den ausgefeiltesten Hightech-Bearbeitungssystemen, Software-, Service- und sonstigen Lösungen für den gesamten Geldkreislauf. Das Jahr 2017 war für uns wirklich erfolgreich, mit einem kräftigen Umsatzanstieg, und der Wachstumstrend setzt sich fort. Das ermöglicht es uns, entsprechend zu investieren. Wir geben 120 Millionen Euro unseres Jahresbudgets für R&D aus und halten mehr als 3.900 Patente.

Was planen Sie als nächstes?

Es gibt viele spannende Technologien, die meiner Ansicht nach die Effizienz von Zentralbanken weiter steigern können. Einige der interessantesten umfassen die Nutzung von Augmented Reality in Cash-Centern, Data Lakes und künstliche Intelligenz, um Kapazitäten noch besser planen und steuern zu können, sowie die Verwendung von Blockchain-Technologie für Zentralbanktransaktionen und Digitalwährungen. Wir arbeiten eng mit den Zentralbanken zusammen und sind sicher, gemeinsam den Geldkreislauf weiter optimieren zu können, wovon sowohl die Nutzer als auch unsere Partner profitieren werden.

Interview veröffentlicht in Currency News, Mai 2018


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