Bessere Fitness-Tests für Banknoten im Cash Cycle

Fit oder unfit? Zentralbanken wägen stets Qualität und Kosten ihrer Banknoten gegeneinander ab. Mit dem Software-Tool BPS® Eco-Comparator können sie selbst Schwellenwerte für den Zustand simulieren und die optimale Abstimmung bei der Sortierung wählen. Das spart Zeit und Geld.

Banknoten müssen hart im Nehmen sein: Sie werden geknickt, gefaltet, eingerissen, sie verschmutzen und werden beschrieben. Daher kommen sie regelmäßig auf den Prüfstand – schließlich ist die Banknotenqualität ein wichtiger Faktor für das Vertrauen der Nutzer in die Währung. Allerdings ist es teuer, Banknoten zu ersetzen. Daher kommt es auf die optimale Balance bei der Bestimmung an, welche Banknoten fit oder unfit sind. Hierzu dienen verschiedene Parameter, die durch Maschinen von G+D Currency Technology ausgewertet werden können. „Dabei sind im Tagesgeschäft der Zentralbanken etwa 30 Kriterien relevant“, berichtet Dr. Marcus Schmeißer, Senior Product Manager Software und Eco-System bei G+D Currency Technology.

Zu den wichtigsten Fitness-Kriterien zählen Graffiti, Schmutz, Risse, Eselsohren und Löcher. Jede Kategorie kann an verschiedenen Positionen auf der Banknote gemessen werden; hinzu kommen Einzelmesswerte etwa auf der Vorder- und der Rückseite. Schwellenwerte sind zudem abhängig von der Stückelung – größere Denominationen müssen sauberer sein als kleine. Eine komplexe Materie: Zusammengerechnet kommt man pro Banknotenserie auf rund 300 Kriterien, die über den Zustand entscheiden. „An der optimalen Wahl der Schwellenwerte zum Banknotenzustand entscheidet sich die Wirtschaftlichkeit für eine Zentralbank“, sagt G+D-Currency-Technology-Manager Schmeißer.

An der optimalen Wahl der Schwellenwerte zum Banknotenzustand entscheidet sich die Wirtschaftlichkeit für eine Zentralbank.

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Dr. Marcus Schmeißer, G+D Currency Technology

Auf der Suche nach der perfekten Einstellung

Liefert G+D Currency Technology neue BPS® M7-Systeme für die Banknotenbearbeitung an Zentralbanken aus, werden sie auf eine bestimmte Sortierqualität eingestellt. Ist jedoch dem Kunden die Shredder-Rate zu hoch oder befindet sich zu viel Schmutz auf der als fit eingestuften Note, muss die Maschine nachjustiert werden. Allerdings wollen Zentralbanken zunehmend ihre Schwellenwerte selbst einstellen, um Zeit und Geld zu sparen. Hierfür können sie das Tool BPS® Eco-Comparator nutzen, das mit einer beschränkten Anzahl an Daten Sortierschwellen bestimmen sowie simulieren und vorschlagen kann. Mit manuell sortierten Banknoten lernt die Software vorab, welche Noten fit und welche unfit sein sollen. „Zentralbanken müssen ein optimales Verhältnis zwischen beiden Polen finden“, sagt G+D-Currency-Technology-Experte Schmeißer. In Europa hat zudem die Europäische Zentralbank (EZB) Mindestanforderungen festgelegt: So liegt ihre False-Fit-Rate höchstens bei fünf Prozent, denn sie wirkt sich negativ auf das Image der Währung aus. Außerdem müssen die Noten für den Umlauf technische Anforderungen erfüllen, um sich nicht im Geldautomaten zu verhaken und jederzeit im Cash Cycle einsatzbereit zu sein. Demgegenüber ist die False-Unfit-Rate von der EZB nicht reglementiert – hier geht es lediglich um den finanziellen Schaden durch fälschlicherweise vernichtete Noten und die daraus resultierenden Kosten für den Nachdruck.


Balance zwischen Qualität und Kosten

Option: Beide Raten optimieren

Um die BPS® M7 zu trainieren, werden fitte und unfitte Banknoten in zwei Stapel von mindestens 10.000 Noten sortiert und an die Maschine übergeben. Die Software BPS® Eco-Comparator vergleicht die so gewonnenen Daten. Dabei gilt der Grundsatz: Je mehr Noten anfangs eingegeben werden, desto schärfer fällt die Trennung aus. Anschließend kann das Tool automatisch die besten Schwellenwerte berechnen, damit möglichst viele Banknoten optimal eingestuft werden.

Option: Fit und Unfit simulieren

Die Zentralbank verwendet Daten von mindestens 10.000 Banknoten aus dem Umlauf, woraus das Tool auf Basis der aktuellen Sortierschwellen die Unfit-Rate berechnet. Nun kann der Kunde andere Schwellenwerte eingeben, aus denen der BPS® Eco-Comparator die neue Unfit-Rate simuliert: Wie viele Banknoten würden vernichtet, wenn weniger Schmutz auf der Vorderseite akzeptiert wird? Damit kann die Zentralbank modellieren, wie viele Banknoten sie nachdrucken will.

Nach kurzer Zeit geht die Rechnung auf

Zusätzlich zum Kauf einer Lizenz für das Tool BPS® Eco-Comparator fallen in der Regel zwei Trainingstage mit Experten von G+D Currency Technology an, um das „Messinstrument“ BPS® mit der Adaption für die jeweiligen Denominationen im Detail kennenzulernen. „Da ein Kunde auch mit mehreren BPS®-Maschinen nur eine Gesamtlizenz benötigt, ist der Return on Investment in kurzer Zeit erreicht“, berichtet Schmeißer. Kalkuliert man die Kosten einer Banknote mit zehn Cent und das Verarbeitungsvolumen einer BPS® mit 500.000 Banknoten pro Tag, spart eine Verbesserung der Selektion um ein Prozent rund 100.000 Euro – pro Jahr und Maschine.

Hinzu kommen die Produktivitätsgewinne. In der Vergangenheit war die Schwellenwertoptimierung kompliziert und zeitaufwendig. In vielen Try-and-Error-Schleifen wurde versucht, die BPS®-Maschine auf den optimalen Wert einzustellen. Wird das Tool jedoch selbst eingesetzt, müssen keine Techniker von G+D Currency Technology für die Modellierung von Schwellenwerten angefordert werden. So lassen sich die Auswirkungen auf die Unfit-Rate umgehend visualisieren und alle Verbesserungen in wenigen Minuten auf die Maschinen übertragen, sagt Softwareexperte Schmeißer: „Immer mehr Zentralbanken setzen darauf, Schwellenwerte selbst einzustellen, weil sie dadurch die Wirtschaftlichkeit des Betriebs maßgeblich verbessern können.“

 

Vorteile des BPS® Eco-Comparator

Die Nutzung des Tools BPS® Eco-Comparator in Eigenregie bietet Zentralbanken eine Reihe von Vorteilen für den Betrieb. Hierzu zählen:

  • Mehr Eigenständigkeit: Der Kunde setzt das Tool nach Bedarf ein, ohne Experten von G+D Currency Technology hinzuziehen zu müssen.

  • Reduzierte Kosten: Änderungen an den Sortierschwellen können umgehend die Wirtschaftlichkeit des Cash Cycles verbessern

  • Höhere Produktivität: Die neuen Sortierschwellen werden innerhalb von Minuten an alle eingesetzten BPS®-Systeme übertragen.  

  • Deutlicher Zeitgewinn: Der Einsatz ohne Servicetechniker und die Remote-Übermittlung beschleunigen die Abläufe der Banknoteneinteilung.


Die Zukunft der Banknotenverarbeitung heißt Big Data

Gegenüber dem einstigen Bauchgefühl bei der Einstellung der Sortierschwellen ist der BPS® Eco-Comparator ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung. Schließlich werden Entscheidungen auf Grundlage von Fakten getroffen. Allerdings fehlt dem Tool die Möglichkeit, große Datenmengen zu analysieren, Schwellenwerte granular einzustellen und sie zu überwachen. „Noch bessere und ausführlichere Analysen sind nur mit Big Data möglich“, berichtet Schmeißer. Dies betrifft die feine Abstimmung der Schwellen im Nachkommabereich, für die ein „Training“ des Eco-Comparator-Tools mit 10.000 oder 100.000 Banknoten nicht ausreicht, sagt der G+D-Currency-Technology-Experte: „Für das nächste Level der Optimierung müssen im Idealfall alle Banknoten im Umlauf in die Simulation einbezogen werden.“ Hierzu hat G+D Currency Technology die Software SeriTrack DISCOVERY entwickelt, eine flexible Lösung für Big Data Analytics.


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