Bargeldbearbeitung als Dienstleistung

Outsourcing ist keine reine Domäne der IT – auch die maschinelle Bearbeitung großer Bargeldmengen eignet sich ideal für die Auslagerung. Die Zentral- oder Geschäftsbank muss dadurch weniger Investitionen stemmen, Personal vorhalten und Maschinen betreuen. Kalkuliert wird der Service meist nach bearbeiteter Geldmenge – wie in der Brasilianischen Nationalbank, in deren Cash-Center die Geldbearbeitung von G+D Currency Technology betrieben wird.

Die Reais-Scheine kommen in Plastiksäcken (Safe Bags) eingeschweißt und auf Paletten verpackt. Werttransporter liefern die kostbare Fracht direkt in die zehn landesweiten Cash-Center der Brasilianischen Nationalbank, wo G+D Currency Technology die Geldbearbeitung betreibt. Das Geld stammt aus ihren Filialen und von Kunden. Moderne Systeme prüfen die Qualität der Scheine, sortieren, verifizieren und zählen sie. Der gesamte verifizierte Betrag wird mit dem vom Einzahler angegebenen Betrag verglichen. Stimmt die Kasse, werden die Werte auf den jeweiligen Konten gutgeschrieben oder Differenzen gemeldet. Bargeld, dessen Zustand noch gut genug ist, fließt zurück in den Geldkreislauf, schlechte Banknoten können bereits in den Sortiermaschinen sicher vernichtet werden.

Banken und Bargeld – in der Vorstellung gehören die Begriffe untrennbar zusammen. Doch die Bearbeitung von riesigen Bargeldmengen stellt Zentral- und Geschäftsbanken weltweit vor immer größere Herausforderungen. „Sie benötigen Maschinen, die mit unterschiedlichen Mengen und Werten von Geldscheinen zurechtkommen, sie brauchen Personal, die diese Systeme bedienen, warten und reparieren können, und sie benötigen Fachleute, die sie optimal auf Banknoten im Umlauf einstellen“, berichtet Reinhard Hofer, Global Program Manager Managed Services bei G+D Currency Technology. „Das alles ist nicht das Kerngeschäft von Zentral- und Geschäftsbanken.“ Deswegen lagern Geldinstitute diesen Bereich zunehmend aus. Einer der renommiertesten Outsourcing-Kunden von G+D Currency Technology: die Brasilianische Nationalbank.


Wie das Outsourcing funktioniert und was Managed Services bringen

Kernkompetenz Bargeldbearbeitung

Seit den 1970er-Jahren entwickelt der Münchner Technologiekonzern Systeme, die Geldscheine automatisiert zählen, sortieren und insbesondere deren Echtheit prüfen. Vor mehr als zehn Jahren begannen die ersten Zentralbanken, das Bearbeiten von Bargeld an Dritte zu übergeben. Aus diesem Grund erweiterte G+D Currency Technology sein Angebot und bietet die kompletten Leistungen rund um ein modernes und effizientes Cash-Center an – vom Processing Room bis zum Full-Service. Hierzu zählen beispielsweise die Hardware und die Software mit allen erforderlichen Upgrades und Updates, das Personal, das die Maschinen betreibt und teils Hand -in -Hand mit ihnen arbeitet, Mitarbeiter, die sie warten und im Bedarfsfall reparieren, Sicherheitslösungen sowie Experten für die Aktualisierung der Software und die Datenanalyse.

„Wir betreiben für unsere Kunden die Geldbearbeitung im Cash-Center und nehmen ihnen das operative Tagesgeschäft ab“, erläutert Reinhard Hofer, der den Bereich Managed Services leitet. „Aufgrund der Kostenvorteile, der höheren Flexibilität und der einfachen Skalierbarkeit haben sich immer mehr Banken in den vergangenen Jahren dafür entschieden, das Bearbeiten von Bargeld auszulagern.“ Neben der Zentralbank Brasiliens zählt hierzu auch die größte Geschäftsbank des Landes, die Banco do Brasil, die derzeit 13 ihrer Cash-Center ebenfalls von G+D Currency Technology betreiben lässt. Abgerechnet wird zum Beispiel nach bearbeiteten Geldbündeln; ein Bündel entspricht tausend Banknoten.

Entwicklung des Bargeldvolumens

Das Bargeldvolumen wächst weltweit. Im Euroraum hat sich der Wert des umlaufenden Bargelds innerhalb der vergangenen zehn Jahre verdoppelt. In China sind mehr als 100 Milliarden Banknoten im Umlauf, die jährliche Steigerungsrate liegt bei über zehn Prozent. 500 Milliarden Banknoten kursieren rund um den Globus. Trotzdem nimmt das Bargeld in der operativen Bankenstrategie einen untergeordneten Rang ein; das unterstreicht ein aktuelles IMF-Arbeitspapier. Geldscheine sind für Banken ein Kundenservice – verbunden mit logistischem Aufwand und Kosten. Daher ist es für einige Institute wirtschaftlich sinnvoll, das Bearbeiten von Bargeld auszulagern.


Die Banken konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft

Die wichtigsten Outsourcing-Vorteile für Banken:

  • Opex statt Capex: Geldinstitute verlagern langfristige Investitionen in die Betriebsausgaben.

  • Risiken mindern: Das operative Geschäft der Bargeldbearbeitung übernimmt G+D Currency Technology – zugesicherte Leistung zu kalkulierbaren Kosten für die Bank.

  • Effizienz steigern: Das Monitoring der Prozesse und deren Optimierung sind Kernkompetenzen von G+D Currency Technology.

Das Bearbeiten von Bargeld ist kein Kerngeschäft von Banken.

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Reinhard Hofer
Global Program Manager Managed Services.


Beispiel: die Brasilianische Nationalbank

Image: Vinicius Tupinamba I ©Shutterstock

Die Brasilianische Zentralbank nutzt den Service seit 2009

Das Bargeldvolumen in Brasilien steigt seit Jahren stetig an: Im April 2013 war Bargeld im Wert von 5,2 Milliarden Reais im Umlauf; im April 2017 lag der Wert bei 6,0 Milliarden (Quelle: Brasilianische Nationalbank). „Die durchschnittliche jährliche Steigerungsrate des Bargeldvolumens liegt in Brasilien bei etwa fünf Prozent“, berichtet Reinhard Hofer, Global Program Manager Managed Services bei G+D Currency Technology.

Das Bearbeiten der Reais-Scheine stellte die Zentralbank Ende des 20. Jahrhunderts vor große Herausforderungen. Die steigende Menge der in Umlauf befindlichen Scheine war in den vorhandenen Strukturen kaum mehr zu bewältigen. Das Bargeld wurde vielerorts mit nur kleinen Maschinen bearbeitet. So entschied die Brasilianische Nationalbank im Jahr 1999, ihre Prozesse effizienter zu gestalten – und nutzt seit 2009 die Managed-Services von G+D Currency Technology.

Vom Costcenter zum Profitcenter mit G+D Currency Technology.

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Reinhard Hofer
Global Program Manager Managed Services.

Zehn Cash Rooms, 80 Mitarbeiter, verteilt auf ganz Brasilien

Um die Masse an Reais-Scheinen zu bearbeiten, hätte die Brasilianische Zentralbank Anfang des Jahrtausends investieren müssen – in Maschinen, Hardware und Personal, erklärt Reinhard Hofer. Statt derlei Investitionen mit Langzeitverpflichtungen zu tätigen, entschied man sich für ein kalkulierbares Preismodell: das Outsourcing. „Die Bargeldbearbeitung sollte anstelle eines Costcenters ein Profitcenter werden“, sagt Hofer. Die Kooperation mit G+D Currency Technology umfasst zehn Cash-Center, verteilt auf ganz Brasilien. Etwa 80 Mitarbeiter, „lokale Experten“, betreiben die gesamte Geldbearbeitung in den Cash-Centern.

Vier Maschinentypen sind bei der Brasilianischen Nationalbank im Einsatz. Sie unterscheiden sich im Automatisierungsgrad und in der Bearbeitungskapazität. Die BPS M7 ist die schnellste von ihnen, sie bearbeitet mehr als 100.000 Banknoten pro Stunde. Die Abläufe sind hochautomatisiert: Ein Mitarbeiter legt die Reais-Scheine ein, die BPS M7 kümmert sich um die Bearbeitung. Das Ergebnis am Ende des Prozesses: in Folie verpackte Geldbündel. „Welche Systemkonfiguration sich für einen Kunden eignet, hängt in erster Linie von der zu bearbeitenden Banknotenmenge ab“, erklärt Hofer.

Pauschale Aussagen zu den Vorteilen von Kauf oder Miete lassen sich ebenfalls nicht treffen, denn die jeweiligen Business- Case-Betrachtungen der Noten- und Geschäftsbanken sind zu unterschiedlich. Sicher ist aber: Geldbearbeitung als Service ist definitiv eine interessante Option für Banken, die sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren wollen.


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