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#Connected Devices

Warum Afrika die eSIM für sich entdeckt

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5 Mins.

Mobilfunknetzbetreiber setzen in Afrika zunehmend auf eSIMs und unterstützen damit die Digitalisierung der Wirtschaft. So verbessern sie einerseits das Kundenerlebnis und erschließen andererseits neue IoT-Umsatzströme

Was bringt mehr als 1,3 Milliarden Menschen, die 2.000 Sprachen sprechen und in 54 Ländern leben, zusammen? Die neue Digitalisierungsstrategie der Afrikanischen Union sieht den Aufbau einer digitalen Wirtschaft auf dem zweitbevölkerungsreichsten Kontinent der Welt bis 2030 vor. Eines der 17 Ziele dieser ehrgeizigen Strategie ist die Verbesserung der Internetabdeckung und Konnektivität. Allen Afrikanern soll der Zugang zu einer Breitbandverbindung mit 6 MBit/s auf einem Smart Device (Smartphones, Tablets, Wearables etc.) ermöglicht werden, das nicht mehr als 100 USD kostet.1

Mobiltelefone fungieren in Afrika schon heute als Schnittstelle für eine Vielzahl wichtiger Dienstleistungen, darunter Bankgeschäfte, Bildungsangebote und Gesundheitsversorgung. Der mobile Gelddienst M-Pesa zum Beispiel startete 2007 in Kenia und hat mittlerweile über 42 Millionen Kunden in sieben Ländern, was ein Beweis dafür ist, dass neue digitale Produkte und Dienstleistungen ein großes Potenzial haben. Das trifft auch auf eSIMs zu, die virtuellen SIM-Karten, die in verschiedene Geräte, beispielsweise Smartphones oder intelligente Stromzähler, eingebettet werden können. Doch trotz der verbesserten Mobilfunkabdeckung dank der zunehmenden Bereitstellung von 4G-LTE-Netzen gibt es immer noch Hindernisse, die überwunden werden müssen. In ganz Afrika liegen die durchschnittlichen Kosten für ein Einsteiger-Smartphone laut GSMA bei über 60 % des durchschnittlichen Monatseinkommens, sodass diese Geräte für viele Menschen unerschwinglich sind.2 In afrikanischen Ländern südlich der Sahara erwirtschafteten mobile Technologien und Dienstleistungen 2019 9 % des BIP (ca. 155 Mrd. USD), trotzdem sind fast 800 Millionen Menschen in dieser Region immer noch nicht mit dem mobilen Internet verbunden.3

Die digitale Kluft kann verringert werden

Mit der Einführung von eSIMs erhält das mobile Ökosystem ein neues Tool, um die digitale Kluft in Afrika zu verringern. Die eSIMs sorgen bei der Entwicklung von Geräten für Kosteneinsparungen, da der Platz für eine physische SIM-Karte entfällt, sodass die Hersteller Smartphones günstiger anbieten können. Gleichzeitig kann ein einziges Gerät für mehrere Nummern oder Verträge verwendet werden. Zusätzlich geben eSIMs Mobilfunknetzbetreibern (MNOs) die Möglichkeit, den Onboarding-Prozess zu beschleunigen, Vertriebskosten zu eliminieren und neue Vertriebskanäle zu schaffen. Ein positiver Nebeneffekt bzgl. Nachhaltigkeit ergibt sich mit der eSIM zudem, da z. B. kein überflüssiges Plastik für den Kartenkörper etc. anfällt.

Geschäftsmann zu Fuß auf Treppe mit Taschen, draußen bei Sonnenaufgang
Experten glauben, dass die eSIM-Technologie das Potenzial hat, die digitale Kluft in Afrika zu verringern

Weltweit werden laut einer globalen Prognose von Ovum, jetzt Omdia, bis Ende dieses Jahres 5 % der Smartphones mit eSIMs ausgestattet sein. Dieser Anteil wird bis 2024 auf 20 % ansteigen.4 Apple, Huawei und Samsung, die zusammen mehr als die Hälfte des weltweiten Smartphone-Marktes repräsentieren, haben bereits Smartphones mit der eSIM-Technologie auf den Markt gebracht. Die Chance für Hersteller und MNOs ist riesig: In Teilen Afrikas haben wir die einzigartige Situation, dass sowohl die Akzeptanz als auch die Marktdurchdringung steigt und weiteres Wachstumspotenzial besteht. Laut GSMA wird in Subsahara-Afrika beispielsweise die Akzeptanz im Jahr 2025 bei 65 % liegen, wobei zu diesem Zeitpunkt die Hälfte der Bevölkerung ein Smartphone haben wird; 2019 lag die Akzeptanz noch bei 45 %.5 Die eSIM wird insbesondere dann an Zugkraft gewinnen, wenn die Hersteller die Technologie in die preisgünstigeren Einsteigergeräte integrieren, die dieses Wachstum vorantreiben.

Vodacom war der erste MNO in Afrika, der eSIMs unterstützte, als er 2019 ein entsprechendes Angebot mit Samsung Galaxy® LTE Watches einführte. Im Juli 2020 startete dann auch MTN Nigeria eine 12-monatige eSIM-Testphase für Geräte wie das Google Pixel 3 und 4 sowie die Samsung-S20-Serie. Als Gründe für die Unterstützung der Technologie nannte das Unternehmen vor allem die Möglichkeit, getrennte persönliche und geschäftliche Profile auf einem Gerät zu verwalten, sowie die Vorteile für Vielreisende und Touristen, die sich bei einem Besuch in Nigeria für einen lokalen Netzanbieter entscheiden können. „Mit der Einführung der eSIM bieten wir unseren Kunden ein kundenfreundliches und unverwechselbares digitales Erlebnis mit einem neuen Maß an Flexibilität, Einfachheit und Komfort“, erklärt Mazen Mroue, Chief Operating Officer, MTN Nigeria

“Wir sind sehr froh, dass wir die eSIM-Technologie zusammen mit unserem bevorzugten Partner G+D in Nigeria implementiert haben, und freuen uns auf das Wachstum und die Expansion durch die Einführung dieser Technologie in unserem Unternehmen“
Thato Sebesho
Senior Manager Devices & SIM Technologies, MTN

Ein Vorreiter der eSIM-Technologie

MTN führt den eSIM-Probelauf in Nigeria zusammen mit dem globalen Technologieführer G+D durch. G+D leistet bereits seit 2012 Pionierarbeit auf dem Gebiet der eSIM-Plattformen und -Lösungen. Es ist das einzige Unternehmen, dessen Management-Software alle existierenden eSIM-Anwendungsfälle umfasst, vom Consumer-Bereich bis hin zum Internet of Things (IoT). Das Unternehmen arbeitet hart daran, Lösungen für Herausforderungen zu entwickeln, denen sich Netzbetreiber und Hersteller auf dem Kontinent gegenübersehen. So setzt sich G+D beispielsweise dafür ein, dass mehr kostengünstige eSIM-Geräte zur Verfügung stehen und die Technologie nicht mehr als unerschwinglich angesehen wird.

Das Unternehmen ist der festen Überzeugung, dass die eSIM-Technologie und die damit verbundenen neuen Anwendungsfälle das Potenzial haben, das Leben von Millionen von Afrikanern zu verändern. „Wir sind sehr froh, dass wir die eSIM-Technologie zusammen mit unserem bevorzugten Partner G+D in Nigeria implementiert haben, und freuen uns auf das Wachstum und die Expansion durch die Einführung dieser Technologie in unserem Unternehmen“, fasst Thato Sebesho von der MTN Group zusammen.

Spannende neue Möglichkeiten

Es wird erwartet, dass neue, attraktive Anwendungsfälle im Verbrauchersegment das Wachstum des eSIM-Marktes in Afrika sehr bald massiv vorantreiben werden. Neben Lösungen für Mobiltelefone können eSIMs in Wearables zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung oder in einer Vielzahl von Smart-Home-Produkten und -Diensten, z. B. Sicherheitsangeboten, eingesetzt werden. Wenn in Zukunft die 5G-Netze nach und nach die 4G-Netze ergänzen und die Datengeschwindigkeiten steigen, gibt es eine Reihe von spannenden Möglichkeiten für eSIMs im IoT-Bereich vernetzte Fahrzeuge, deren Software Over-the-Air aktualisiert werden kann, intelligente Zähler für Energieunternehmen, intelligente Drohnen zur Überwachung von Gebäuden sowie die Verfolgung des Transportverlaufs von Wirtschaftsgütern und Containern oder autonom gesteuerten Logistikrobotern.

Auch wenn der eSIM-Markt gerade noch am Anfang einer rasanten Entwicklung steht, werden nicht nur die Netzbetreiber, die jetzt einsteigen, davon profitieren, sondern auch ihre Kunden. Im Falle von Afrika wird diese Technologie im kommenden Jahrzehnt u. a. eine wichtige Rolle beim Aufbau einer modernen, digitalen Wirtschaft spielen können.

  1. “Digital Transformation Strategy for Africa,” African Union, 2020

  2. “The State of Mobile Internet Connectivity,” GSMA, 2019

  3. “The Mobile Economy Sub-Saharan Africa,” GSMA, 2020

  4. “eSIM Device Sales Forecast Report 2019:2024,” Omdia, 2020

  5. “The Mobile Economy Sub-Saharan Africa,” GSMA, 2020

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