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eSIM Report

Globale Trends
5 Mins.

Der eSIM-Markt zeigt ein stetiges Wachstum. Dennoch wissen die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher laut eines vor kurzem erschienenen Berichts immer noch nicht, dass es diese Technologie überhaupt gibt. In der Veröffentlichung wurde unter anderem die Korrelation zwischen dem Verhalten der Betreiber und dem Grad der eSIM-Akzeptanz beleuchtet

Existiert eine Technologie überhaupt, wenn sie niemand kennt? Dies ist die nicht ganz so philosophische Frage, mit der sich eSIM-Netzbetreiber derzeit wahrscheinlich auseinandersetzen. Das heißt, wenn sie den neuesten eSIM-Bericht lesen, der in Zusammenarbeit von GSMA und G+D erstellt wurde.1

Die Analyse untersuchte 17 wichtige Schlüsselmärkte und schlussfolgerte zwei grundlegende Erkenntnisse: 1. Die eSIM-Technologie breitet sich immer weiter aus. 2. 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher sind sich dieser Technologie und ihrer Anwendungsmöglichkeiten noch nicht bewusst. Dies könnte die Entwicklung des eSIM-Marktes erschweren. Für Betreiber könnte jedoch interessant sein, dass der Bericht ebenfalls zu dem Ergebnis kam, dass mehr Werbung für eSIMs das Bewusstsein bei Verbrauchern für diese Technologie steigere und somit die Akzeptanz verbessere. Dies eröffnet eine Vielzahl an Möglichkeiten.

Aktuelle Marktlage

Die Lage verändert sich schnell. Alle großen Mobilgerätehersteller haben bereits eSIM-Produkte auf den Markt gebracht. Während es sich anfangs um High-End-Mobilgeräte für vermögende Privatkunden handelte, kommt die Technologie nun immer häufiger in Produkten für den Massenmarkt zum Einsatz. Ende 2020 waren bereits 110 Smartphone-, Laptop-, Smartwatch- und Tablet-Modelle mit eSIMs ausgestattet – eine Zahl, die immer weiter steigt.

Ebenso nehmen die Vertragsangebote für Geräte mit eingebetteten SIMs zu. Die meisten Mobilfunkanbieter in den Industrieländern machen ihre Netze fit für die eSIM-Technologie. Es wird also nicht lange dauern, bis die verbleibenden Mobilfunkanbieter gleichziehen. In manchen Ländern und Regionen wie China und Südkorea läuft die Einführung von eSIM-Mobilfunkdiensten für Smartphones bisher jedoch eher schleppend. Es ist dennoch zu erwarten, dass diese Länder mit zunehmender eSIM-Akzeptanz auch ihr Service- und Konnektivitätsangebot für eSIM-Geräte ausbauen und somit jene Märkte einholen werden, die bereits mit der Umstellung begonnen haben.

Ende 2020 boten bereits über 175 Mobilfunkanbieter in 69 Ländern kommerzielle eSIM-Dienste für Smartphones an – weitere sind für die kommenden Jahre geplant. Jüngsten Prognosen zufolge wird sich die Anzahl der verbundenen aktiven eSIM-Geräte bis 2025 weltweit auf fast 2,5 Milliarden Stück belaufen. Ein globaler Marktanteil von 33 Prozent über alle verwendeten Geräte hinweg ist in jeder Hinsicht beeindruckend.2

 

Grenzenlose Möglichkeiten

Der Wechsel zur eSIM-Technologie ist für alle Parteien nur von Vorteil, darunter Kunden, Hersteller und Betreiber. Zum Beispiel:

  1. Ein besseres Nutzererlebnis im Vergleich zu traditionellen SIMs. Das Onboarding ist bei der eSIM-Technologie schnell und reibungslos. Zudem lassen sich die verbundenen Geräte vollkommen digital verwalten.
  2. Die kürzere und digitalisierte Lieferkette erleichtert das Onboarding, reduziert Betriebskosten und verbessert das Kosten-Nutzen-Verhältnis.
  3. Smartere Geräte werden möglich, sowohl aufgrund des deutlich geringeren Platzbedarfs der eSIM, als auch wegen des Wegfalls einer Gehäuseöffnung. Dies ist insbesondere angesichts der physikalischen Anforderungen von 5G-Geräten sowie IoT-Sensoren besonders wichtig.
  4. Höhere Umsätze sind mit der zunehmend digitalisierten Lebensweise der Verbraucher zu erwarten.
  5. eSIMs sind umweltfreundlich und haben einen kleineren CO2-Fußabdruck. Denn der eingebettete SIM-Chip, der die herausnehmbare SIM-Karte im Gerät ersetzt, benötigt keinerlei Plastik, was eine Menge Material einspart, Abfall reduziert und die Logistik digitalisiert und vereinfacht.

Angesichts der erheblichen Vorteile für alle, die am globalen eSIM-Markt beteiligt sind, ist es sehr verwunderlich, dass die Akzeptanz der eSIM-Technologie so wenig gefördert wird.

Focus on a smart watch displaying eSIM held by a woman in front of a computer.

Mangelndes Verbraucherbewusstsein

Der Markt wächst, die Vorteile liegen auf der Hand und dennoch wissen die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher laut neuestem eSIM Report nicht, dass es diese Technologie überhaupt gibt. Im Durchschnitt können nur 20 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten in Schlüsselmärkten etwas mit dem Begriff eSIM anfangen. In manchen Märkten ist die Zahl weitaus geringer. In Kanada sind es lediglich 12 Prozent; und das obwohl sich die Technologie dort eigentlich schon früh durchgesetzt hat. Zum Vergleich: 5G ist rund 85 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher ein Begriff. Woher kommt diese Diskrepanz?

“Die Tatsache, dass 80 Prozent der Verbraucher noch nie von der eSIM-Technologie gehört haben, gefährdet die Einführung in großem Umfang.“
Sören Haubold
Strategic Marketing G+D Mobile Security

Kommunikation ist hierbei enorm wichtig. Der Bericht weist auf eine erhebliche Kommunikationslücke hin, die eSIM-Betreiber schließen müssen, wenn sie Konsumentinnen und Konsumenten auf diese Technologie aufmerksam machen möchten. Und das ist letztlich die Voraussetzung dafür, dass sie sich für diese neuartige Technologie entscheiden. Eine der interessantesten Erkenntnisse des Berichts, die Betreibern als Mahnung dienen sollte, ist der positive Zusammenhang zwischen Werbebemühungen für eSIMs und den Zahlen der eSIM-Aktivierungen. So sind in erster Linie Hersteller und Betreiber dafür zuständig, Verbraucherinnen und Verbraucher über mobile Technologien zu informieren.

Dafür sollten sie effektive Werbemaßnahmen ergreifen. Tun sie dies nicht, wird das Marktwachstum ausgebremst, was wiederum zur Folge haben wird, dass Konsumenten, Hersteller und Mobilfunkanbieter länger auf ihre Vorteile warten müssen. 

Werbung zur Förderung der eSIM-Akzeptanz

Die Lösung für dieses Problem ist klar: eine gezielte Initiative, um Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Technologie aufmerksam zu machen und die richtigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten für eSIMs entscheiden. Konkret bedeutet das, dass Betreiber Roll-out-Strategien entwickeln müssen, die eine Vielzahl verschiedener Elemente umfassen.

An erster Stelle steht hier ein effektiver Kommunikations- und Marketingplan, um Konsumentinnen und Konsumenten die wichtigsten Vorteile und Features von eSIMs näherzubringen. Betreiber und Hersteller müssen dafür an einem Strang ziehen, um die nötigen Voraussetzungen für eine einheitliche Kommunikation zu schaffen.

Doch das ist nur der erste Schritt. Zudem müssen maßgeschneiderte Datentarife geschaffen werden, damit Kundinnen und Kunden problemlos von ihren jetzigen Datenpaketen wechseln können – und wollen. Die richtigen Tarife spielen eine wichtige Rolle bei der Beantwortung der Frage „Warum wechseln?“.

“Es geht weniger um den Wechsel zwischen Anbietern, sondern eher darum, Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Tarif für MEHRERE Geräte und Nutzer zu bieten.“
Sören Haubold
Strategic Marketing G+D Mobile Security

Haben sich Verbraucher erst einmal für einen Anbieter entschieden, sei es ein Wechsel oder ein Erstvertrag, werden kluge Betreiber profitieren, wenn sie die Aktivierung so einfach wie möglich machen und somit ihren Kundinnen und Kunden ein ausgezeichnetes Nutzererlebnis bieten, indem sie beispielsweise verschiedene durchdachte Onboarding-Prozesse einführen, wie hier beschrieben. Eine reibungslose Aktivierung ist die Grundlage dafür, dass Kundinnen und Kunden den Anbieter weiterempfehlen.

Darüber hinaus müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kundenkontakt angemessen geschult werden, damit sie Interessenten optimal informieren, ihnen die richtigen Produkte verkaufen und das Onboarding reibungslos durchführen können. Die Professionalität und Kompetenz der Belegschaft werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, Verbrauchern die eSIM-Technologie näherzubringen und sie davon zu überzeugen.

Betreiber und Hersteller müssen jedoch hier noch einiges tun, und das lieber heute als morgen. Denn der Mobilfunkmarkt wird sich aller Erwartung nach extrem schnell wandeln. Es gibt aber auch gute Nachrichten für die Branche: Schließlich sind die Fähigkeiten und Kapazitäten vorhanden, um diese Herausforderung zu meistern, sofern sich die Anbieter ihr stellen und eine geeignete Kommunikationsstrategie entwickeln.

  1. eSIM: State of the consumer market and the road ahead, GSMA, March 2021

  2. eSIM: State of the consumer market and the road ahead, GSMA, March 2021

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