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#Connected Devices

Die eSIM-Technologie in IoT-Geräten

Globale Trends
6 Mins.

Im Jahr 2023 werden eine Million neue Geräte mit dem Internet verbunden – jede Stunde, prognostiziert das führende Research- und Beratungsunternehmen Gartner. Ein Jahr später wird die Anzahl der verbundenen Geräte voraussichtlich die 40-Milliarden-Grenze überschreiten. Kein Wunder also, dass das globale Ökosystem die eSIM-Technologie als strategisches Kernelement als die sichere Konnektivität im Internet der Dinge (IoT) ansieht. Das hat zumindest eine von G+D in Auftrag gegebene globale Umfrage ergeben, die 2019 und 2020 von dem führenden Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) durchgeführt wurde

Dazu befragte IDC Vertreter führender internationaler Unternehmen in fünf Industriesegmenten zu ihren Ansichten zur eSIM-Technologie und ihrer Zukunftsrelevanz für das IoT im Hinblick auf Verbraucher, Unternehmen und Industrie. Die Ergebnisse lieferten sehr differenzierte Erkenntnisse. Aber eins war sofort klar: In der gesamten Branche fielen insbesondere die Vorteile auf. Die überwiegende Mehrheit der wichtigsten Branchenakteure ist der Meinung, dass sich der Übergang von herkömmlichen SIM-Karten auf eSIM im Jahr 2020 beschleunigen und in den nächsten zwei Jahren rasch zunehmen wird. eSIMs sind schließlich ein wichtiger Faktor, um IoT erfolgreich zu machen. Und dieser Wandel ist bereits in vollem Gange.

Das enorme Potenzial des IoT

Das IoT ist ein Megatrend. Es ist die gewaltigste und leistungsstärkste Technologie, die die Menschheit bisher entwickelt hat. Damit die gewaltige Anzahl von Geräten im IoT (man spricht hier auch von „Massive IoT“) erfolgreich und für Gesellschaften und die Industrie von Nutzen ist, sind drei grundlegende Bestandteile entscheidend: Datenauthentizität, Datenschutz und Systemsicherheit.

Seit mehr als drei Jahrzehnten bewährt sich die traditionelle SIM-Karte oder UICC (Universal Integrated Circuit Card) weltweit als vertrauenswürdiges und bekanntes Mittel für die sichere Authentifizierung von Benutzern und Mobilgeräten in Mobilfunknetzen. Heutzutage erweitert die aufkommende eSIM-Technologie das IoT um ihr enormes Potenzial. eSIMs (auch bekannt als eUICC, Embedded Universal Integrated Circuit Card) und ihre voraussichtliche Entwicklung hin zu iUICC (Integrated Universal Integrated Circuit Card) dienen als Vertrauensanker. Die eSIM-Technologie bietet alle geschäftskritischen Vorteile – von der Fernadministration bis zur Gewährleistung der Integrität aller Geräte und übertragenen Daten.

eUICC genießt ein generelles Vertrauen und gilt als die sicherste technische Lösung unter den digitalen SIM-Karten. Fast die Hälfte der Befragten ordnen sie auf Platz eins ein in Bezug auf Sicherheit und 80 % in die Top 3. Das hohe Vertrauen in die eUICC lässt sich durch drei Faktoren erklären: 1. Sie ist eine Weiterentwicklung der herausnehmbaren SIM-Karte (UICC), die Verbraucher seit Jahrzehnten nutzen. Nutzer sind also nicht gezwungen, sich an eine neuartige Lösung zu gewöhnen. 2. Die Entwicklung der eUICC-Spezifikationen erfolgte in kommerziellen Anwendungen und wurde daher zahlreichen Tests unterzogen. 3. Die von der GSMA geleiteten Prozesse zur Erstellung von Spezifikationen haben eine erhebliche Marktakzeptanz geschaffen.

iUICC ist eine interessante Alternative für die Zukunft. Es wurde eine von der GSMA koordinierte Initiative ins Leben gerufen, um Spezifikationen für die iUICC-Technologie zu definieren, die beispielsweise dafür sorgen, dass Produktionsanlagen und -verfahren geschützt und zertifiziert sind. Dennoch müssen wichtige Probleme im Hinblick auf Sicherheit und Zertifizierung gelöst werden, bevor die iUICC-Technologie nicht nur in Nischenanwendungen, sondern flächendeckend zum Einsatz kommt. Dies wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Daher ist es wahrscheinlich, dass gegenwärtig iUICC nur in Nischenanwendungen eingesetzt wird, vor allem in kleinen, einfachen IoT-Geräten. eUICCs werden hingegen voraussichtlich für das gesamte Spektrum von Geräten für Verbraucher, Unternehmen und die Industrie geeignet sein.

Ein enormer Vorteil für Konnektivität

Die Branche sieht starke Vorteile für die eSIM-Technologie, aber auch einige zu lösende Herausforderungen. So ermöglichen eSIMs mehrere Verbindungsprofile pro Gerät (einschließlich solcher, die zuvor noch nicht genutzt wurden), erleichtern das Wechseln zwischen Netzwerken, verbessern die Sicherheit und sparen Platz. Ein Umfrageteilnehmer äußerte sich: „eSIMs räumen Hindernisse aus dem Weg. Die Möglichkeit, Betreiber aus der Ferne zu wechseln, bietet unseren Unternehmenskunden die Freiheit, Massive-IoT-Lösungen in Betracht zu ziehen und einzusetzen.“ Zu den allgemeineren Geschäftsvorteilen gehört ein insgesamt besseres Kundenerlebnis, weil Dienste schneller und in Echtzeit bereitgestellt werden können. Anbieter haben so die Möglichkeit, die Digitalisierung und neue Anwendungsfälle voranzutreiben und neue Umsatzmöglichkeiten zu schaffen.

“Die Möglichkeit, Betreiber aus der Ferne zu wechseln, bietet unseren Unternehmenskunden die Freiheit, Massive-IoT-Lösungen in Betracht zu ziehen und einzusetzen“

Natürlich geht die Umstellung wie bei so vielen anderen Technologien mit einigen Herausforderungen einher, und eSIM ist keine Ausnahme. Mobilfunknetzbetreiber sowie Vertreter der Automobil- und IoT-Geräte-/Plattform-Branche waren verständlicherweise besorgt über Aspekte wie Sicherheit und Datenschutz, die Einrichtung neuer, vollständig digitaler Kanäle für das Kunden-Onboarding und das Risiko einer erhöhten Kundenabwanderung. In der gesamten Branche sind die Hauptakteure jedoch der Ansicht, dass die Vorteile der eSIM-Technologie die Herausforderungen überwiegen werden.

Massen-Deployment im neuen Zeitalte

Keine Frage, 5G und eSIM werden die Zusammenarbeit und den Erfolg unterschiedlichster Spieler in zunehmend komplexeren Ökosystemen fördern, aber auch bereits vorhandene IoT-Netzwerke können von eSIM profitieren. Laut der Umfrage ist eSIM eine weithin akzeptierte, praktikable technische Lösung für Mobilfunknetze und Low-Power-Wide-Area (LPWA)-Verbindungen, die z. B. auf 4G-Technologien beruhen. 80 Prozent der Befragten erwarten, dass eSIMs innerhalb von zwei Jahren das primäre Mittel zur Netzwerkauthentifizierung für nahezu alle eSIM-fähigen Gerätetypen sein werden, einschließlich Smartphones, Wearables, Privat- und Nutzfahrzeuge, Tablets, Laptops, Notebooks und andere IoT-Geräte. Darüber hinaus gehen viele Akteure im Ökosystem davon aus, dass eSIMs für eine Reihe von Funktionen genutzt werden, die über die Konnektivität hinausgehen, da eSIMs im 5G-Zeitalter die Massive-IoT-Bereitstellung unterstützen und eine Rolle bei der Device-Attestation, Datenintegrität und E2E-Cloud-Verschlüsselung spielen.

Die Branche erwartet und unterstützt eine schnelle Einführung von eSIMs. Mit dem Übergang, der sich im Laufe der nächsten zwei Jahre beschleunigen wird, planen 94 % der Befragten, die Entwicklung des eSIM-Ökosystems voranzutreiben. Sage und schreibe 100 % der Führungskräfte von Mobilfunknetzbetreibern, die an der Umfrage teilgenommen haben, wollen die eSIM-Technologie unterstützen. Ein Umfrageteilnehmer gab an, dass eSIMs „Mobilfunknetzbetreibern neue Umsatzmöglichkeiten eröffnen werden, da Kundinnen und Kunden ihre Verträge durch Hinzufügen neuer Geräte ausweiten werden, für die zusätzliche Datenvolumen erforderlich sind.“

Die Transformation ist bereits im Gang

2020 ist die eSIM-Technologie schneller denn je auf dem Vormarsch. IDC hat eine klare Empfehlung für Mobilfunknetzbetreiber und Anbieter im eSIM-Ökosystem: Wer der Konkurrenz nicht hinterherlaufen möchte und die eSIM-Technologie noch nicht für sich entdeckt hat, sollte nun einen realistischen Plan zur Einführung entwickeln, und zwar lieber früher als später. Dies erfordert zweifelsohne die Änderung von Geschäftsprozessen und -systemen, damit Kundenprofile für eSIMs mithilfe von Digital-First-, Zero-Touch-Prozessen und neuen Kundenkanälen bereitgestellt werden können.

Mobilfunknetzbetreiber, die einen aggressiveren Ansatz der eSIM-gestützten Zero-Touch-Bereitstellung verfolgen, können möglicherweise von OEMs fordern, schneller auf eSIM umzusteigen und auch Geräte der mittleren und unteren Klasse einzuschließen. Denn es steht außer Frage, dass sowohl OEMs als auch Mobilfunknetzbetreiber erkennen müssen, dass die Transformation bereits in vollem Gang ist. Sie sollten sich diese Chance nicht entgehen lassen und jetzt in die Entwicklung investieren und die Kundschaft darüber informieren, warum eSIMs einfacher, schneller und besser zu verwenden sind als herkömmliche SIM-Karten. So können sie schließlich eine starke Dynamik für neue Anwendungsfälle und Gewinnpotenziale schaffen.

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