Feuerwehrmann im Einsatz mit Handy
#Vernetzte Geräte

Pop-up-Kommunikation unterstützt Notfallhilfe

Technische Innovation
4 Mins.

Bei Naturkatastrophen wie Hochwassern, Erdrutschen, Waldbränden oder Erdbeben bricht meist schnell die öffentliche Telekommunikation zusammen. Dabei ist verlässliche, integrierte Kommunikation genau das, was Helferinnen und Helfer vor Ort am dringendsten brauchen, um ihre Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Wie lassen sich solche essenziellen Kommunikations-Services schnell bereitstellen?

Die Häufigkeit, mit der große Naturkatastrophen auftreten, legt weltweit mit atemberaubender Geschwindigkeit zu. Einer Untersuchung des australischen Thinktanks Institute for Economics and Peace zufolge hat sich die Zahl der erfassten Zwischenfälle zwischen 1960 und 2019 verzehnfacht, von 39 auf 396.1 Auch die Intensität und das Ausmaß dieser Zwischenfälle scheinen stärker zu werden. Damit stehen Notfallhilfe-Teams vor größeren Herausforderungen als jemals zuvor.

Neben Leben und Eigentum zerstören solche Ereignisse häufig genau jene Kommunikationsnetze, die essenziell sind, um Ressourcen für schnelle Hilfe auf den Weg zu bringen. Die Behörden, die solche Hilfsmaßnahmen koordinieren, kann der Ausfall von Netzen für die mobile Kommunikation vor große Probleme stellen – es sei denn, sie haben einen soliden Plan für Notfall-Management und -Kommunikation aufgestellt.

Access all areas

Eine beispielhafte Situation: ein Feuerwehr-Team im Einsatz beim Kampf gegen einen großen Sommer-Waldbrand. Dabei koordiniert ein Einsatzzentrum die Lage. Doch wie kann diese Kommandozentrale aktuelle Informationen an die Feuerwehrleute übermitteln und wie können die Feuerwehrleute mit anderen Einsatzkräften vor Ort kommunizieren – Polizei, Sanitäterinnen und Sanitätern, Waldarbeitsteams und Mitarbeitenden von Versorgungsunternehmen?

Für solche Katastropheneinsätze müssen komplexe Aktionen von unterschiedlichen Notfallversorgern und mehreren Teilen der öffentlichen Verwaltung koordiniert werden. Allerdings ist die Schlüssel-Infrastruktur am Ort des Geschehens häufig zerstört oder beschädigt, sodass auch ohne funktionierende Kommunikationsnetze Ressourcen effektiv eingesetzt und Informationen geteilt werden müssen. Im Idealfall verbindet dann ein Desaster Area Network die Arbeitenden vor Ort miteinander und mit denjenigen, die außerhalb des Katastrophengebiets den Einsatz leiten.

Herausforderungen für Netzwerke ... und Lösungen

Ein Desaster Area Network muss einer ganzen Reihe von zentralen Kriterien entsprechen: Es muss mobil und schnell einsetzbar sein; es sollte über eine eigenständige Energieversorgung verfügen; es sollte durchdacht lokale Netzwerkanbindungen mit weiterreichender, satellitenbasierter Kommunikation kombinieren; und dazu sollte ein Standardset von sofort konfigurierbaren Smartphones gehören, die an Notfallkräfte ausgegeben werden können. So etwas ist keinesfalls ohne Vorbereitung verfügbar.

Vikomobil-Lösung des G+D Partners VITES
Vikomobil-Lösung des G+D Partners VITES

Mehrere Notfallenkrisenteams arbeiten bereits mit einem solchen System des G+D-Partners VITES. Dessen Vikomobil-Lösung ist ein Pop-up-Netzwerk, bei dem alle notwendigen Komponenten für ein Desaster Area Network in einem stabil gebauten Fahrzeuganhänger verbaut sind. Einsatzteams nehmen diesen Anhänger mit in das Katastrophengebiet. Das System lässt sich schnell aktivieren und genügt allen Kommunikationsanforderungen von Notfall-Krisenteams (über eine mobile LTE-Funkzelle, ein selbstausrichtendes SATCOM-System und ein breitbandiges IP-Mesh-Netzwerk). Auf diese Weise können unterschiedliche Teams im Einsatz miteinander sowie mit dem Einsatzzentrum kommunizieren.

Die integrierte Energiequelle – eine mit Methanol betriebene Direkt-Brennstoffzelle – stellt sicher, dass das System eine Woche oder sogar länger energieautonom arbeiten kann, ohne dabei störenden Lärm oder giftige Abgase zu produzieren.

In das schnell aufgestellte mobile LTE-Netzwerk können sich Notfallkräfte durch das Scannen eines QR-Codes mit ihren eigenen Dienst-Smartphones einloggen. Dies aktiviert eine remote programmierbare eSIM innerhalb des Geräts, die für individuelle Nutzerinnen und Nutzer sowie die jeweilige Einsatzlage konfiguriert wurde.

In Zeiten, in denen die Häufigkeit von Naturkatastrophen mit besorgniserregendem Tempo steigt, brauchen Behörden Notfallpläne, um angemessen auf Großereignisse reagieren zu können. Sichere mobile Netzwerke, die bereitstehen, um die unerlässlichen Kommunikationsbedürfnisse von Notfallkräften zu bedienen, sind dabei essenzielle Bausteine.

Daher testen in Deutschland derzeit unterschiedliche Einrichtungen für die öffentliche Sicherheit (zum Beispiel die Polizei Hamburg, die Polizei Brandenburg und das THW) die Vikomobil-Lösung unter realen Einsatzbedingungen und evaluieren ihre Performance.

  1. Institute for Economics & Peace, “Ecological Threat Register,” September 2020

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