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Digital car built of network objects
#Connected cars

Wer steuert das Fahrzeug?

Globale Trends
6 Mins.

Neue Konnektivitätsmöglichkeiten und Fortschritte im IoT eröffnen dem Automobilsektor eine gewaltige neue Welt. Doch bevor sich jemand ans Steuer eines vollständig vernetzten Autos setzt, muss klar sein, dass Sicherheit und Privatsphäre gewahrt sind

Autos sind keine eigenständigen Geräte mit begrenzter Elektronik mehr, sondern vollständig vernetzte Systeme mit Bluetooth-, WLAN- und Mobilfunkverbindungen. Smartphones sind aus dem Auto nicht mehr wegzudenken, und Unterhaltungs-, Navigations- und Motorfunktionen können ihren Diagnosestatus nun selbst an cloudbasierte Betreiber melden.

Manfred Broy, Professor für Informatik an der Technischen Universität München, schätzt, dass vernetzte Autos fast 100 Millionen Zeilen Code enthalten – mehr als ein Verkehrsflugzeug, ein Kampfjet und Facebook zusammen. Rechnet man über 30.000 Bauteile, bis zu 100 elektronische Steuerungsgeräte (ECUs) und etwa 25 GB an Daten hinzu, die jede Stunde erzeugt werden, ist klar, dass vernetzte Autos regelmäßig gesichert, gepatcht und aktualisiert werden müssen.

Sicherheitsbedenken und das 5G-Netz

Das 5G-Netz wird der grundlegende Wegbereiter für die nächste Stufe der vernetzten Fahrzeuge sein: das autonome Fahren. Die ultraniedrige Latenz von 5G ermöglicht schnellere Reaktionen auf neue Verkehrssituationen.

Fahrzeuge mit autonomen Systemen, die die Vorteile von 5G nutzen, senden Informationen über sich selbst an andere Fahrzeuge und an die sie umgebende Infrastruktur, die alle als eine sich bewegende Einheit innerhalb eines Netzwerks fungieren.

“Fahrer können zwar über ihre Smartphones geortet werden, doch sie haben die Möglichkeit, ihr Telefon abzuschalten und die Tracking-Funktionen zu deaktivieren“
Marc Canel
VP of Security, Imagination Technologies

Da 5G im Automobilsektor immer mehr an Bedeutung gewinnt, müssen die Hersteller sicherstellen, dass jedes Fahrzeug samt seiner Daten sicher ist, einschließlich aller Daten, die zu und von einem zentralen Standort übertragen werden.

„Fahrer können zwar über ihre Smartphones geortet werden, doch sie haben die Möglichkeit, ihr Telefon abzuschalten und die Tracking-Funktionen zu deaktivieren“, erklärt Marc Canel, VP of Security bei Imagination Technologies, einem Unternehmen, das Chips für vernetzte und autonome Autos entwickelt.

Mit der Einführung von 5G-Netzen haben die Hersteller nun eine robustere Möglichkeit, Fahrzeuge „over the air“ zu aktualisieren. Darüber hinaus werden künftige Systeme die Bedienung des Fahrzeugs, die Einhaltung der Verkehrsregeln sowie die Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Stimmung des Fahrers überwachen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis Autos auch Bezahlsysteme für Mautgebühren und On-Demand-Inhalte und -Anleitungen vollständig integrieren können.

Doch mit dem zunehmenden Fortschritt werden auch immer mehr Daten erzeugt, die Angriffsziele sein können. Dies ist auch bei der britischen Datenschutzbehörde, dem Information Commissioners Office (ICO), die die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) überwacht, ein großes Thema.

Sind personenbezogene Daten in vernetzten Fahrzeugen sicher?

Mit einem Auto verbundenes Handy
Früher waren Autos Räume, in denen sich die Verbraucher von der Außenwelt abkapseln konnten – heute sind sie komplett vernetzte Systeme

Fahrerassistenzfunktionen wie Einparkhilfe, Toter-Winkel-Alarm und Unfallvermeidung sowie Navigations- und Echtzeit-Verkehrsdienste erfordern alle Konnektivität. Autos, die einst Orte waren, in denen sich die Verbraucher von der Außenwelt abkapseln konnten, sind heute komplett vernetzte Systeme.

Apps werden mehr und mehr vom Telefon aufs Auto übertragen und steuern zunehmend vernetzte und autonome Fahrzeuge. Da sind  vertrauenswürdige, zuverlässige und transparente Systeme unerlässlich.

„Fahrer nutzen zunehmend die Freiheit, die ihnen vernetzte Fahrzeuge bieten. Dabei kann die Menge der über sie gesammelten Daten manchmal in Vergessenheit geraten“, so Cassandra Moons, Datenschutzbeauftragte bei TomTom®.

Einhaltung der Sicherheitsstandards

Normungsinstitute auf der ganzen Welt sind dabei, enger mit Regierungen und der Industrie zusammenzuarbeiten, um entsprechende Standards zu entwickeln. Datenschutz und Cybersicherheit haben dabei oberste Priorität.

Das CAR 2 CAR Communication Consortium arbeitet zusammen mit dem Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen  und dem Europäischen Komitee für Normung an der Entwicklung von Standards, die die sichere Interoperabilität von kooperativen Systemen gewährleisten.

Zu der wachsenden Zahl von Programmen, die zur Entwicklung von Standards für vernetzte Fahrzeuge ins Leben gerufen wurden, gehören auch Bestrebungen wie die des britischen Normungsinstituts BSI, die untersuchen, wie und ob Autoleasing- und -vermietungsunternehmen sowie Auktionshäuser personenbezogene Daten, die möglicherweise vom Fahrzeug gespeichert wurden, entfernen.

Das Internet der Dinge (IoT) wird zweifellos das Fahrerlebnis zum Besseren verändern – dies sollte jedoch nicht auf Kosten der physischen oder virtuellen Sicherheit gehen.

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