Sicherung der geldpolitischen Souveränität
Trotz der Bedeutung von Zentralbankgeld im globalen Zahlungssystem könnte die rückläufige Verwendung von Bargeld zugunsten digitaler Zahlungsmethoden zu einer Fragmentierung des Währungssystems, einer geringeren Stabilität und Risiken für die Nutzerinnen und Nutzer führen. Daher setzen 50 % der Zentralbanken in entwickelten Märkten auf die Einführung von digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs). Sie sehen in ihnen ein Instrument, um die Integrität des Finanzsystems zu schützen und die Währungssouveränität zu sichern.
Ohne proaktives Handeln der Zentralbanken könnte der digitale Zahlungsverkehr vollständig unter die Kontrolle privater Unternehmen geraten, deren Hauptinteressen vorrangig kommerzieller statt öffentlicher Natur sind. Trotz bestehender regulatorischer Unsicherheiten und ihrer Volatilität finden private digitale Währungen, einschließlich Stablecoins und Krypto-Assets, allmählich ihren Weg in den Zahlungsverkehr.
Noch sind Stablecoins nicht weit verbreitet, gewinnen aber als Brücke zwischen Kryptowährungen und öffentlichem Geld zunehmend an Bedeutung. Ohne öffentliche Alternative könnte diese Verschiebung die Zahlungslandschaft grundlegend verändern und Risiken für die Währungsstabilität und für die gesamtwirtschaftliche Lage nach sich ziehen.
CBDCs stellen ein wertvolles Gegengewicht dar, indem sie eine sicherere, interoperable und inklusive digitale Zahlungsoption bieten. Statt Marktentwicklungen zu hemmen, würden CBDCs eine komplementäre Funktion einnehmen und als Katalysator für Innovationen im Privatsektor fungieren und den Wettbewerb fördern.
Auf diese Weise erfüllen Zentralbanken ihr Mandat, das Finanzsystem zu schützen, und gestalten gleichzeitig die Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs aktiv mit. Um diese Rolle effektiv ausfüllen zu können, muss jedoch auch eines der anspruchsvollsten Themen im Zusammenhang mit CBDCs gelöst werden – der Datenschutz.
Dem Bericht zufolge betrachten 82 % der Zentralbanken den Datenschutz als einen Schlüsselfaktor. Dr. Alexandra Hachmeister, Leiterin des Zentralbereichs Digitaler Euro bei der Deutschen Bundesbank, betont, dass die Branche vor einem „großen und anspruchsvollen Kommunikationsproblem“ steht, wenn es darum geht, die öffentlichen Bedenken zum Thema Datenschutz auszuräumen. Den Bürgerinnen und Bürgern muss klar und verständlich vermittelt werden, dass die Zentralbanken weder Zugriff auf Benutzerdaten erhalten noch diese Daten für kommerzielle Zwecke oder Überwachungsmaßnahmen nutzen werden.
Mit einer näherrückenden Implementierung steigt die Bedeutung einer engen Kooperation zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor für eine erfolgreiche Einführung. CBDCs müssen sich nahtlos in die digitale Wirtschaft einfügen, um sowohl Stabilität als auch Innovation zu fördern. Ein Modell, bei dem Zentralbanken CBDCs als eine gemeinsame öffentliche Infrastruktur bereitstellen, während der Privatsektor, darauf aufbauend, innovative Finanzprodukte entwickelt, wird zur Schaffung eines interoperablen, inklusiven und effizienten digitalen Ökosystems beitragen.
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