Die Europäische Union formuliert mit der geplanten Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten (FiDA) das klare Ziel, den breiteren Finanzsektor ins digitale Zeitalter zu führen.¹ Geplant ist dafür ein neuer Rahmen für den sicheren und offenen Zugang zu Kundendaten über ein erweitertes Spektrum finanzieller Dienstleistungen hinweg. Im Mittelpunkt stehen dabei die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Wettbewerb, Sicherheit und Vertrauen.²
Ausgangspunkt ist ein strukturelles Problem: Ein Großteil der Kundendaten liegt bislang in abgeschlossenen Systemen. Wie die EU festhält, haben Datennutzer, also Unternehmen, die auf Basis dieser Daten innovative Services entwickeln wollen, oft keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu den Informationen, die bei den datenhaltenden Institutionen wie Banken gespeichert sind. Die Folge: Selbst wenn Kundinnen und Kunden es wünschen, bleibt ihnen der Zugang zu datengetriebenen Finanzdienstleistungen und Produkten vielfach verwehrt.³
FiDA soll diese Hürden beseitigen. Bereits die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 habe den Open-Banking-Sektor grundlegend verändert, sagt Michal Parso, Senior Product Manager Digital Banking bei G+D Netcetera. „Stellen Sie sich FiDA als Erweiterung dieses Rahmens vor, die auf dem Erfolg der PSD2 im Bereich Open Banking aufbaut und diesen auf das umfassendere Feld von Open Finance ausweitet, dabei aber dieselben gemeinsamen Grundsätze beibehält“, sagte Parso.
Die Idee der gemeinsamen Leitlinien ist elementar. FiDA wurde im Juni 2023 als Teil eines umfassenden Pakets zum Zugang zu Finanzdaten und zum Zahlungsverkehr vorgestellt, das auch Vorschläge für PSD3 und die Payment Services Regulation umfasst.
Die Verhandlungen zwischen EU-Institutionen und weiteren Akteuren begannen 2025. Die formelle Verabschiedung wird für Mitte 2026 erwartet. Nach Inkrafttreten dürfte die Umsetzung ab Ende 2027 schrittweise erfolgen, sektorübergreifend und in Etappen.
Für die Akteure im Open-Finance-Ökosystem bedeutet das: Sie müssen sich frühzeitig vorbereiten.




