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FiDA und Open Finance: Ist Ihre Bank bereit?

Insights
6 Min.

Die Europäische Union plant die Einführung einer Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten (FiDA). Diese könnte 2026 in Kraft treten und 2027 umgesetzt werden. Sie soll einen sicheren und standardisierten Rahmen für den Datenaustausch (auf Basis der Nutzereinwilligung) schaffen, der es Banken und Wallets ermöglicht, schneller Innovationen zu entwickeln und im „Open Finance“-Ökosystem datengesteuerte Finanzdienstleistungen anzubieten. Die Beteiligten müssen sich jedoch darauf vorbereiten.

Die Europäische Union formuliert mit der geplanten Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten (FiDA) das klare Ziel, den breiteren Finanzsektor ins digitale Zeitalter zu führen.¹ Geplant ist dafür ein neuer Rahmen für den sicheren und offenen Zugang zu Kundendaten über ein erweitertes Spektrum finanzieller Dienstleistungen hinweg. Im Mittelpunkt stehen dabei die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Wettbewerb, Sicherheit und Vertrauen.²

Ausgangspunkt ist ein strukturelles Problem: Ein Großteil der Kundendaten liegt bislang in abgeschlossenen Systemen. Wie die EU festhält, haben Datennutzer, also Unternehmen, die auf Basis dieser Daten innovative Services entwickeln wollen, oft keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu den Informationen, die bei den datenhaltenden Institutionen wie Banken gespeichert sind. Die Folge: Selbst wenn Kundinnen und Kunden es wünschen, bleibt ihnen der Zugang zu datengetriebenen Finanzdienstleistungen und Produkten vielfach verwehrt.³

FiDA soll diese Hürden beseitigen. Bereits die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 habe den Open-Banking-Sektor grundlegend verändert, sagt Michal Parso, Senior Product Manager Digital Banking bei G+D Netcetera. „Stellen Sie sich FiDA als Erweiterung dieses Rahmens vor, die auf dem Erfolg der PSD2 im Bereich Open Banking aufbaut und diesen auf das umfassendere Feld von Open Finance ausweitet, dabei aber dieselben gemeinsamen Grundsätze beibehält“, sagte Parso.

Die Idee der gemeinsamen Leitlinien ist elementar. FiDA wurde im Juni 2023 als Teil eines umfassenden Pakets zum Zugang zu Finanzdaten und zum Zahlungsverkehr vorgestellt, das auch Vorschläge für PSD3 und die Payment Services Regulation umfasst.

Die Verhandlungen zwischen EU-Institutionen und weiteren Akteuren begannen 2025. Die formelle Verabschiedung wird für Mitte 2026 erwartet. Nach Inkrafttreten dürfte die Umsetzung ab Ende 2027 schrittweise erfolgen, sektorübergreifend und in Etappen.

Für die Akteure im Open-Finance-Ökosystem bedeutet das: Sie müssen sich frühzeitig vorbereiten.

FiDA als Ordnungsrahmen

„FiDA zielt auf einen europaweit einheitlichen regulatorischen Rahmen für Open Finance. Erfasst wird ein breites Spektrum an Finanzdaten – von Hypotheken, Krediten und Sparanlagen über Investitionen und Versicherungen bis hin zu Renten und Krypto-Assets“, sagt Parso. „Die zugrunde liegenden Leitlinien entsprechen denen von PSD2 und künftig PSD3: Einwilligung der Nutzer, Zugang zu Daten, Förderung von Wettbewerb und Innovation.“

Was bedeutet das konkret?

Mehr Kontrolle für Verbraucher
FiDA zielt darauf ab, dem Endnutzerinnen und -nutzer eine umfassendere und detailliertere Verwaltung zu ermöglichen, indem es ihm erlaubt, den Zugriff auf einen wesentlich umfassenderen Bestand seiner Finanzdaten branchenübergreifend zu gewähren (oder zu widerrufen).

Auflösung von Datensilos
Bislang sind Finanzdaten auf verschiedene Institutionen verteilt und voneinander isoliert. Das erschwert die Weitergabe an Drittanbieter, die auf dieser Basis umfassendere Dienstleistungen anbieten könnten. FiDA schafft die Grundlage, diese Silos über standardisierte Schnittstellen zu verknüpfen – stets mit Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer.

Bessere Finanzübersicht
Kundinnen und Kunden erhalten einen ganzheitlichen Überblick auf ihre finanzielle Situation. Gleichzeitig werden bislang aufwendige Prozesse, etwa bei der Immobilienfinanzierung oder der Übertragung von Anlageportfolios, durch verbesserten Datenaustausch deutlich vereinfacht.

Mehr Wettbewerb und Innovation
Eine größere Auswahl für Verbraucherinnen und Verbraucher ist insgesamt positiv zu werten. Ein offener Datenzugang sorgt für mehr Optionen, indem es ein Ökosystem schafft, in dem etablierte Anbieter stärker in Wettbewerb mit neuen Marktteilnehmern treten. „Banken bleiben zentrale Akteure, da sie über den größten Teil der Kundendaten verfügen“, sagt Parso. „Durch einheitliche Standards für Zugang, Sicherheit, Governance und Kundenschutz für alle Finanzakteure sorgt FiDA jedoch für vergleichbare Wettbewerbsbedingungen.

Kann Ihre Bank regulatorische Veränderungen in einen skalierbaren Wettbewerbsvorteil verwandeln?

Michal Parso
Senior Product Manager, Digital Banking bei G+D Netcetera

Chancen für Wallet-Anbieter

„Ein Großteil der Finanzinformationen liegt bislang bei etablierten Banken und Finanzinstituten. Für Wallet-Anbieter, Neobanken und Fintechs bedeutet das eingeschränkte Möglichkeiten, umfassende Services anzubieten, etwa für Kreditanalysen, personalisierte Tools, Produktvergleiche oder integriertes Finanzmanagement“, sagt Parso. Das Problem ist weniger technologischer Natur als eine Frage des Datenzugangs. Genau hier setzt FiDA an.

Mit Einwilligung der Kundinnen und Kunden entsteht ein sicherer, standardisierter Rahmen für den Datenaustausch. Digitale Anbieter können darauf aufbauend schneller innovative, integrierte und datenbasierte Finanzlösungen entwickeln. Für Nutzerinnen und Nutzer liegt der Mehrwert auf der Hand. Die Anbieter von Wallets müssen jedoch zügig sicherstellen, dass sie das neue Ökosystem optimal nutzen können.

Eine Frau liegt in einer Hängematte und bedient eine Wallet-App für digitales Banking am Handy

Herausforderungen für etablierte Banken

Die Umsetzung von FiDA wird Zeit in Anspruch nehmen. Gleichzeitig müssen sich Banken auf eine grundlegende Veränderung einstellen: Sie verlieren ihre Rolle als alleinige Verwalter der Kundendaten.

Daraus ergeben sich mehrere Handlungsfelder:

  1. Sichere und standardisierte Dateninfrastruktur
    Banken müssen Schnittstellen bereitstellen, die den Anforderungen von FiDA entsprechen. Das kann erhebliche Anpassungen bestehender Systeme erfordern. Fordert ein Drittanbieter mit Zustimmung des Kunden Daten an, müssen diese zeitnah, sicher und nachvollziehbar bereitgestellt werden. Parso nennt ein Beispiel: „Fragt ein lizenziertes Fintech die Historie von Hypothekenzahlungen ab, muss die Bank diese Informationen über eine geeignete API innerhalb von Sekunden liefern – mit umfassenden Sicherheits- und Prüfpfaden.“

  2. Weiterentwicklung der Governance
    Die Kontrolle über die Daten liegt bei den Kundinnen und Kunden. Sie entscheiden, wer Zugriff erhält, zu welchem Zweck und für welchen Zeitraum. Banken müssen entsprechende Steuerungsmechanismen bereitstellen, etwa in Form eines Einwilligungs-Dashboards. „Ein Kunde oder eine Kundin könnte einer Finanzplanungs-App Zugriff auf seine Rentendaten gewähren und diesen Zugriff sofort widerrufen, sobald er die betreffende App nicht mehr nutzt – und zwar über das Dashboard“, sagt Parso.

  3. Anpassung der Geschäftsmodelle
    Mit dem Wandel vom Gatekeeper zum Teilnehmer im Open-Finance-Ökosystem sind Banken gefordert, ihre strategische Position neu zu bestimmen: Wo können sie wachsen, Mehrwert schaffen und wettbewerbsfähig bleiben? „Früher arbeitete man mit den Daten, auf die man Zugriff hatte“, sagt Parso. „Künftig stehen Daten aus unterschiedlichen Quellen zur Verfügung. Banken genießen bei ihren Firmenkunden großes Vertrauen. Eine Möglichkeit wäre, integrierte Dashboards für kleine und mittlere Unternehmen bereitzustellen, die Bank-, Steuer- und Versicherungsinformationen zusammenführen.“

Der Wettbewerb um Kundinnen und Kunden wird intensiver, ebenso die Erwartungen an Service und Transparenz. Die Navigation in diesem Umfeld wird zur strategischen Kernaufgabe.

Orientierung im neuen Umfeld

„Kann Ihre Bank regulatorische Veränderungen in einen skalierbaren Wettbewerbsvorteil verwandeln?“, fragt Parso.

Der passende Partner kann diese Transformation unterstützen, durch

  • strategische Beratung
  • praxiserprobte Technologien für das digitale Banking
  • umfassende Integrationskompetenz

G+D Netcetera unterstützt als vertrauenswürdiger Partner Banken und Finanzinstitute seit Jahren bei der Umsetzung leistungsfähiger digitaler Banking- und Wallet-Lösungen. Als Teil der G+D Gruppe, eines weltweit führenden Unternehmens im Bereich Sicherheitstechnologie, das weltweit Vertrauen schafft, verfügt Netcetera über umfassende Expertise, um Unternehmen hinsichtlich der Auswirkungen von FiDA und anderer Vorschriften zu beraten, die sie in der EU und darüber hinaus betreffen könnten. Dazu gehört die Prüfung, inwieweit Unternehmen auf neue Rahmenbedingungen vorbereitet sind, sowie die Ermittlung neuer Chancen auf strategischer Ebene. 

Darüber hinaus bietet Netcetera eine umfassende Vorbereitung und die technischen Lösungen, die Ihr Unternehmen benötigt – sowohl um neue Vorschriften einzuhalten, sobald diese in Kraft treten, als auch um Chancen zu nutzen, die sich im Open-Finance-Ökosystem eröffnen werden.

Key Takeaways

  • FiDA kann als Ergänzung zu den PSD2- (und PSD3-)Richtlinien betrachtet werden, da es deren Fokus auf Open Banking auf den gesamten Finanzdienstleistungssektor ausweitet, nämlich auf Open Finance
  • FiDA wird ein breites Spektrum an Finanzdaten abdecken, darunter unter anderem Hypotheken, Kredite, Sparprodukte, Anlagen und Versicherungen, Renten, Kryptowährungen und andere digitale Vermögenswerte: Diese Daten können mit Zustimmung des Kunden weitergegeben werden
  • Traditionelle Banken müssen sich strategisch neu positionieren – weg von der Rolle als Datenschützer hin zu willigen Teilnehmern am neuen Open-Finance-Ökosystem
  1. Which countries are leading wallet adoption in 2024?, Juniper, 2024

  2. NextWave Global Consumer Banking Survey, EY, 2021

  3. Proposal for a regulation of the European Parliament and of the Council on a framework for Financial Data Access and amending Regulations (EU) No 1093/2010, (EU) No 1094/2010, (EU) No 1095/2010 and (EU) 2022/2554; European Commission, https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:52023PC0360

Veröffentlicht: 26.03.2026

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