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#IoT

Hardware mit SGP.32 von Konnektivität entkoppeln

Trend Update
6 Min.

Unternehmen im IoT stehen unter Druck, Kosten zu senken, Abhängigkeiten von Anbietern zu vermeiden und zugleich immer neue regulatorische Vorgaben einzuhalten. Der neue GSMA-Konnektivitätsstandard SGP.32 wurde speziell für das IoT entwickelt. Er entkoppelt Hardware von Konnektivität und eröffnet damit ein neues Spektrum an Anwendungsfällen. Entscheidend dafür sind leistungsfähige eSIM IoT Manager, kurz eIMs.

Zusammenfassung

  • SGP.32 entkoppelt Hardware und Konnektivität. Dadurch werden Remote-Provisionierung, Betreiberwechsel und Lifecycle-Management über mehr als zehn Jahre möglich.
  • Der wirtschaftliche Mehrwert des neuen technischen GSMA-Standards SGP.32 entsteht vor allem durch die Managementebene, den eSIM IoT Manager, kurz eIM.
  • Eine frühe Einführung von SGP.32 macht Konnektivitätsstrategien langfristig anpassungsfähiger, unterstützt neue Geschäftsmodelle und reduziert wirtschaftliche sowie regulatorische Risiken.

Die eSIM-Technologie gibt es bereits seit einiger Zeit. Der GSMA-Standard SGP.32 wurde jedoch speziell für IoT-Anwendungen entwickelt. Damit hat er das Potenzial, die Branche grundlegend zu verändern. Denn der neue Standard berücksichtigt die Besonderheiten des IoT, darunter Geräte ohne Bildschirm oder Tastatur, Umgebungen mit geringem Energieverbrauch und lange Einsatzzeiten.

SGP.32 löst zudem zentrale Herausforderungen rund um die Konnektivität. Im Kern ermöglicht der Standard den Remote-Download von Profilen sowie deren Verwaltung über den gesamten Lebenszyklus auf der eUICC. Dazu gehören das Aktivieren, Deaktivieren, Löschen und Ersetzen von Profilen. In vielen IoT-Anwendungen ist dafür keine Interaktion vor Ort erforderlich, sofern Gerät und initiale Konnektivität entsprechend ausgelegt sind. Die Vorteile liegen auf der Hand.

„Anfangs wurden IoT-SIMs meist mit nur einem Netzprofil bereitgestellt“, sagt Sönke Schröder, Director Global Go-To-Market Strategy and Innovations bei G+D. Seitdem hat sich die Zahl der Anwendungsfälle stark erweitert. In der IoT-Logistik etwa müssen Güter über mehrere Regionen hinweg verfolgt werden. Dabei kann es erforderlich sein, Betreiberprofile im Laufe der Zeit aus der Ferne zu wechseln. „Globale Deployments müssen effizient und flexibel sein“, betont Schröder. Weniger Installations- und Wartungseinsätze vor Ort, einfachere Verträge und eine geringere Abhängigkeit von einzelnen Anbietern sind nur einige der Vorteile, wenn Unternehmen ihre Geräte aus der Ferne und in großem Maßstab provisionieren können.

Doch wie genau ermöglicht der neue Standard flexiblere, skalierbare und leichter zu verwaltende IoT-Deployments? Ausgangspunkt ist ein einfaches Prinzip.

Hardware und Konnektivität entkoppeln

Hardware von der Konnektivität zu entkoppeln bedeutet in der Praxis, dass IoT-Geräte entwickelt, ausgerollt und betrieben werden können, ohne dauerhaft an ein bestimmtes Netz oder einen einzelnen Betreiber gebunden zu sein. Geschäftliche und operative Anforderungen verändern sich. Mit dem neuen Standard kann sich die IoT-Konnektivität entsprechend anpassen.

SGP.32-kompatible eUICCs können mehrere Profile speichern und verwalten. Diese lassen sich über ein zentrales Managementsystem aus der Ferne aktivieren, deaktivieren oder ersetzen. Das funktioniert auch in Umgebungen mit begrenzten Ressourcen. Je nach Leistungsfähigkeit des Geräts kann der Profil-Download direkt erfolgen oder bei Geräten mit eingeschränkter Bandbreite, Energieversorgung oder Protokollunterstützung indirekt durch den eIM unterstützt werden. Das ist besonders relevant für sehr große Deployments mit potenziell Millionen von Geräten sowie für langlebige Geräte, die zehn Jahre oder länger im Einsatz bleiben. Betreiber und Unternehmen können die verwendeten Konnektivitätsprofile aus der Ferne anpassen und so Netzabdeckung, Resilienz und Kostenkontrolle langfristig verbessern. Zugleich sinkt das wirtschaftliche Risiko durch unvorteilhafte Verträge oder wenn ein Betreiber an Leistungsfähigkeit verliert oder ganz vom Markt verschwindet.

Regulatorische Anforderungen entwickeln sich kontinuierlich weiter, insbesondere bei Roaming, Lokalisierung, Sicherheit und Datenverarbeitung. SGP.32 kann Compliance-Strategien unterstützen, weil sich die Lokalisierung von Profilen und Änderungen der Konnektivität leichter aus der Ferne steuern lassen. Unternehmen müssen relevante regulatorische Vorgaben, Zertifizierungen und Anforderungen an die Data Governance jedoch weiterhin gesondert erfüllen.

Die neue Realität steuern: eIM

Der eSIM IoT Manager, kurz eIM, ist die zentrale Steuerungsinstanz der neuen Architektur. „Der eIM lässt sich als Orchestrierungsebene verstehen, die Lifecycle-Management für ganze Geräteflotten ermöglicht“, erklärt Schröder. Er kann in der Cloud oder im Unternehmensnetzwerk betrieben werden und verwaltet die Profilprozesse über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Die initiale Konnektivität wird in der Regel über ein Bootstrap- oder Provisionierungsprofil hergestellt. Sobald das Gerät erreichbar ist, kann der eIM Profil-Downloads, Aktivierungen, Deaktivierungen und den Wechsel von Betreiberprofilen koordinieren. Während der eIM die Lifecycle-Prozesse für Geräte und Flotten steuert, bleibt der SM-DP+ für die Vorbereitung, Bereitstellung und sichere Übertragung der Profile zuständig.

Ziel ist hohe Skalierbarkeit bei möglichst wenig manuellen Eingriffen. Der eIM ist für die Verwaltung großer Flotten mit energiearmen, unbeaufsichtigten und langlebigen IoT-Geräten ausgelegt. „Im Zusammenspiel von eIM und SGP.32 wird Konnektivität zu einer softwaregesteuerten Ressource“, sagt Schröder. „Die Entscheidung für einen bestimmten Betreiber ist nicht mehr dauerhaft an den Zeitpunkt des Deployments gebunden. Profile können während des gesamten Gerätelebenszyklus jederzeit neu bewertet und angepasst werden.“

Eine einfachere und effizientere Verwaltung globaler Geräteflotten ist nur einer der Vorteile. Geräte in unterschiedlichen Regionen können ohne neue Hardware für das jeweils geeignete lokale Netz konfiguriert werden. Bestehende Deployments lassen sich zudem aus der Ferne anpassen, wenn ein Unternehmen und seine Geräteflotte in neue Märkte expandieren. Damit der eIM sein Potenzial voll ausschöpfen kann, braucht es jedoch noch eine weitere Komponente.

Nahaufnahme von Händen, die ein Smartphone vor einem Laptop nutzen, überlagert von einem leuchtenden digitalen Globus und verknüpften Netzwerkpunkten

Die richtige Assistenz für die Steuerung

Wenn der eIM die unsichtbare Steuerungsinstanz ist, die im Hintergrund die Abläufe koordiniert, setzt der IoT Profile Assistant, kurz IPA, diese Workflows um. Der IPA kann auf dem Gerät als IPAd oder innerhalb der eUICC als IPAe ausgeführt werden. Er ermöglicht die sichere Kommunikation mit dem eIM und übermittelt Befehle und Ergebnisse zwischen eIM und eUICC. Erst im Zusammenspiel entfalten eIM und IPA das volle Potenzial von SGP.32.

Typische Einsatzfelder sind Anwendungen mit sehr vielen Geräten, hoher Mobilität oder langen Nutzungszeiten. In der Automobilindustrie bleiben Fahrzeuge über viele Jahre im Einsatz und bewegen sich dabei über Länder- und Netzgrenzen hinweg. Nahtlose Konnektivität ist in dieser neuen Ära der Mobilität eine Grundvoraussetzung, besonders für softwaredefinierte Fahrzeuge, sogenannte SDVs. Ein weiteres naheliegendes Beispiel ist das Asset Tracking in der Logistik, wenn Waren zwischen Regionen transportiert werden. Auch das industrielle IoT und intelligente Infrastrukturen sind wichtige Einsatzfelder. „Geräte zur Überwachung von Versorgungsnetzen, Umwelt und kritischer Infrastruktur können jahrzehntelang im Einsatz bleiben“, erklärt Schröder. Mit SGP.32 kann sich die Konnektivität gemeinsam mit diesen Anwendungen weiterentwickeln und Geräte über Jahrzehnte hinweg zuverlässig anbinden.

SGP.32 ermöglicht der Branche, Konnektivität als Fähigkeit über den gesamten Lebenszyklus zu verstehen und nicht als einmalige Konfigurationsentscheidung.

Sönke Schröder
Director Global Go-To-Market Strategy and Innovations, G+D

Für die Zukunft gerüstet

Zukunftssicherheit ist ein großer Begriff. Für Unternehmen, die im IoT aktiv sind, erleichtert SGP.32 jedoch die langfristige Planung von Konnektivität. Hardware, Plattformen und Services lassen sich auf einen Standard ausrichten, der gezielt für die Anforderungen des IoT entwickelt wurde. Kein Standard kann ein Deployment vollständig zukunftssicher machen. SGP.32 erhöht jedoch die langfristige Anpassungsfähigkeit, indem Hardware, Plattformen und Konnektivitätsmanagement auf die spezifischen Lifecycle-Anforderungen des IoT abgestimmt werden.

So können sich Unternehmen stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und die Daten, Erkenntnisse und Ergebnisse nutzen, die ihre Geräte liefern, statt sich vor allem mit deren Konnektivität zu beschäftigen. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für Partnerschaften und Geschäftsmodelle.

Rivian hat kürzlich eine Zusammenarbeit mit G+D angekündigt, um SGP.32-fähige eSIM-Technologie in der kommenden R2-Plattform zu unterstützen. Damit zählt das Unternehmen zu den frühen Anwendern des Standards in der Automobilbranche. Auch mit Amazon arbeitet G+D zusammen. Gemeinsam wurde eero Signal auf den Markt gebracht, eine der weltweit ersten kommerziellen Anwendungen des SGP.32-Standards. 

„SGP.32 ermöglicht der Branche, Konnektivität als Fähigkeit über den gesamten Lebenszyklus zu verstehen und nicht als einmalige Konfigurationsentscheidung“, betont Sönke. „Da der Standard nun einsatzbereit ist, können wir ihn mit einem End-to-End-Stack unterstützen, der für das Remote-Lifecycle-Management im definierten Umfang unserer unterstützten Komponenten und Services ausgelegt ist.“

Ist Ihr Unternehmen auch bereit für diese neue Ära des IoT?

Veröffentlicht: 01.09.2026

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