Eine Kolonne weißer Lkw fährt auf einer offenen Autobahn.
#IoT

IoT in der Logistik senkt Kosten und Emissionen

Insights
6 Min.

Logistikunternehmen stehen unter dem Druck, ihre Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten und gleichzeitig ihre ESG-Ziele zu erreichen. Fortschritte in der IoT-Technologie wie nachhaltigere Ortungsgeräte und verbesserte Telematikplattformen können zu geringeren Emissionen sowie Vorteilen wie reduzierten Containerbeständen und geringeren Vertragsstrafen führen. Es stellt sich die Frage, ob es sich Unternehmen leisten können, weiter ohne die Datentransparenz durch IoTzu arbeiten.

Zusammenfassung

  • Fortschritte in der Gerätetechnologie und bei Telematikplattformen ermöglichen ESG-Vorteile für Straßenlogistikunternehmen
  • Diese Vorteile sind nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden: Vielmehr lassen sich auch Kosten- und Effizienzgewinne erzielen
  • Zu den Vorteilen gehören kleinere Flotten, die den Betreibern die gleiche Produktivität bieten
Eine Frau blickt auf ein globales Logistik-Dashboard auf einem großen Monitor.

Eine aktuelle Studie bringt die Herausforderung auf den Punkt: „Insgesamt entfallen mindestens 7% der weltweiten Treibhausgasemissionen auf Logistikprozesse in Transport und Lagerhaltung. Unternehmen werden ihre Klimaziele nur erreichen, wenn sie diese Emissionen als integralen Bestandteil ihrer Umwelt-, Sozial- und Governance-Strategie (ESG) adressieren.“¹

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch diese Analyse: „Der Verkehrssektor verursacht 37% der CO₂-Emissionen. Mehr als 30% davon entfallen auf Flottenfahrzeuge.“² Gleichzeitig verweist die Untersuchung darauf, dass moderne Flottenmanagementlösungen den Kraftstoffverbrauch im Durchschnitt um 15% und in Einzelfällen sogar um bis zu 25% senken können.³

Europa ist dafür ein anschauliches Beispiel. Rund 73% der Emissionen des Verkehrssektors stammen hier aus dem Straßenverkehr. Besonders ins Gewicht fallen schwere Nutzfahrzeuge, also Lkw sowie Busse mit mehr als acht Sitzplätzen. Obwohl der Handlungsbedarf offensichtlich ist, verläuft der Wandel bislang nur langsam. Weniger als 2% der schweren Nutzfahrzeuge in Europa fahren derzeit emissionsfrei. Zudem handelt es sich dabei überwiegend um Fahrzeuge für den Personentransport wie Stadtbusse. Im Güterverkehr ist der Anteil deutlich geringer. Gleichzeitig wächst das Transportaufkommen weiter. Bereits 2025 sollte das weltweite Straßengüterverkehrsvolumen rund 16 Milliarden Tonnen erreichen.

Angesichts steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit und des zunehmenden Drucks auf Unternehmen, die eigenen Umweltwirkungen zu reduzieren, liegt es für Logistikunternehmen mit großen Lkw-Flotten nahe, ihre Emissionen konsequent zu senken. Praktisch alle großen Anbieter verfügen heute über ESG-Strategien. Emissionsreduktion ist längst keine freiwillige Maßnahme mehr, sondern eine Erwartung von Kunden, Geschäftspartnern und Endverbrauchern.

Dennoch hält sich die Annahme, dass geringere Emissionen und bessere ESG-Kennzahlen zwangsläufig mit höheren Kosten verbunden sind. Doch was wäre, wenn sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gleichzeitig verbessern ließen?

Die gute Nachricht lautet: IoT-gestützte Transparenz über eine gesamte Straßengüterflotte kann genau das leisten. Sie trägt nicht nur dazu bei, ESG-Ziele zu erreichen, sondern verbessert auch die Wirtschaftlichkeit. Bereits heute setzen rund 60% der Logistikunternehmen KI-gestützte Routenoptimierung ein und senken dadurch ihren Kraftstoffverbrauch um 10 bis 15%. Weniger Kraftstoff bedeutet zugleich niedrigere Betriebskosten und geringere Emissionen.

Um dieses Potenzial besser zu verstehen, lohnt zunächst ein Blick auf die Herausforderungen im täglichen Flottenbetrieb.

Die Kosten mangelnder Transparenz

Logistikunternehmen mit großen Flotten aus Aufliegern und Wechselbehältern, die sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene transportiert werden können, stehen unter anderem vor folgenden Problemen:

Kommunikation mit den Fahrern: Ohne eine sichere und leistungsfähige Telematiklösung bleibt häufig nur der Griff zum Telefon, um den aktuellen Standort eines Fahrers zu ermitteln. Ein effizienter Flottenbetrieb sieht anders aus.

Sendungsverfolgung: Fehlende Nachverfolgbarkeit erschwert die Kommunikation mit Kunden. Besonders bei temperatursensiblen Gütern, etwa in Kühlcontainern, können unzureichende Informationen über Temperatur oder Luftfeuchtigkeit erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.

Überlange Standzeiten: Ungeplante Verzögerungen durch Staus oder technische Defekte wirken sich oft auf die gesamte Lieferkette aus. Die Folgen sind zusätzliche Verspätungen und steigende Kosten.

Ineffiziente Nutzung von Betriebsmitteln: Fehlende Daten führen dazu, dass Container oder Wechselbehälter leer transportiert werden oder Routen unnötig lang ausfallen. Dadurch steigen Kraftstoffverbrauch und Personalkosten. Besonders problematisch wird dies am Ende eines Leasingvertrags. Dann müssen leere Behälter häufig über mehr als 100 Kilometer zu einem Rückgabestandort transportiert werden.

Sicherheit: Diebstahl und Warenverluste gehören weiterhin zu den größten Herausforderungen im Logistikalltag.

Durchgängige Daten entlang der Lieferkette schaffen hier Abhilfe. Wie Sharath Muddaiah, Head of Customer Success and Business Strategy IoT bei G+D Mobile Security, erklärt: „Verlässliche Daten zu Standort, Nutzungsmustern und Zeitabläufen ermöglichen fundierte Entscheidungen und erhöhen gleichzeitig die Sicherheit.“

Solche Daten stehen heute in immer größerem Umfang zur Verfügung.

Transparenz schafft Daten entlang der Lieferkette

Damit Daten sichtbar werden, braucht es zunächst eine Hardware, die sie erfasst und an den Betreiber übermittelt. Idealerweise sind Tracker der neuen Generation kleiner und robuster. Robustheit ist im Straßengüterverkehr besonders wertvoll, da die Tracker im täglichen Einsatz Witterungseinflüssen ebenso standhalten müssen wie den Belastungen beim Umschlag in Logistikzentren. Ebenso wichtig ist ein geringer Energieverbrauch bei langer Lebensdauer. Nur so lässt sich eine wirtschaftliche Transparenz über den gesamten Logistikprozess hinweg gewährleisten. Gleichzeitig müssen die Geräte sämtliche relevanten Informationen liefern, darunter Standortdaten in Echtzeit, Temperatur oder weitere Sensordaten. Auch die Installation sollte möglichst einfach erfolgen. Muss für jeden Einbau oder Austausch ein Servicetechniker entsendet werden, steigen sowohl Kosten als auch Emissionen.

Fortschritte bei Konnektivität und Gerätetechnologie ermöglichen heute eine neue Generation IoT-gestützter Track-and-Trace-Lösungen, die genau diese Anforderungen erfüllt.

Durch die verbesserte Transparenz für einen Kunden in der DACH-Region konnten wir die Kosten für verspätete Lieferungen und SLA-Vertragsstrafen jährlich um mehrere Zehntausend Euro reduzieren.

Simon Wakely, GVP, Global Head of Sales bei G+D

Auch auf der Softwareseite haben sich Telematikplattformen erheblich weiterentwickelt. Sie ermöglichen die zentrale Überwachung und Steuerung kompletter Flotten und schaffen volle Transparenz über sämtliche Betriebsmittel. Idealerweise lassen sich diese Lösungen sowohl über den Webbrowser als auch per App nutzen. Das minimiert den Aufwand für kostspielige Integrationen in bestehende Systeme und Softwarelandschaften.

Die von den Trackern gelieferten Daten bilden die Grundlage für individuell konfigurierbare Meldungen, Warnhinweise und Reports. Echtzeitinformationen lassen sich unmittelbar in effizientere Abläufe und messbare Kosteneinsparungen umsetzen.

Wie bereits erwähnt, setzen immer mehr Unternehmen auf KI-gestützte Routenoptimierung, um Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig erleichtert die digitale Kommunikation mit den Fahrern den Informationsaustausch und ersetzt viele telefonische Rückfragen. Mit jedem zusätzlichen Anwendungsfall wächst der Nutzen der verfügbaren Daten.

Sobald sämtliche Trackingdaten auf einer zentralen Plattform zusammenlaufen, entsteht die Transparenz, die Logistikunternehmen benötigen. Welche Vorteile daraus entstehen, zeigt ein genauerer Blick auf die Wertschöpfungskette.

Wie Transparenz die Profitabilität steigert

Ein unmittelbarer Vorteil besteht in geringeren Lieferverzögerungen und damit niedrigeren Vertragsstrafen. Wie Simon Wakely, GVP Global Head of Sales bei G+D, erläutert, gehören Service Level Agreements (SLA) insbesondere in Europa und Nordamerika zum Standard. Verspätete Lieferungen hochwertiger Waren ziehen häufig erhebliche Strafzahlungen nach sich. „Durch die verbesserte Transparenz für einen Kunden in der DACH-Region konnten wir die Kosten für verspätete Lieferungen und SLA-Vertragsstrafen jährlich um mehrere Zehntausend Euro reduzieren“, berichtet Wakely.

Auch die bessere Auslastung von Betriebsmitteln zählt zu den bedeutenden wirtschaftlichen Vorteilen. Muddaiah verweist auf einen Kunden mit 720 gemieteten Containern bei Tagesmieten zwischen sechs und acht US-Dollar pro Einheit und Tag. Das Unternehmen wusste schlicht nicht, wo sich viele dieser Container befanden. Zahlreiche Behälter standen ungenutzt still, verursachten aber weiterhin Mietkosten. Nach der Ausstattung mit Trackern und der Anbindung an eine zentrale Plattform konnten die gewonnenen Daten ausgewertet werden. Das Ergebnis: Die Flotte ließ sich innerhalb eines Jahres um 100 Container verkleinern, ohne die Produktivität zu beeinträchtigen. „Allein im ersten Jahr sparte der Kunde dadurch mehr als 125.000 US-Dollar. Innerhalb von vier Jahren summierten sich die Einsparungen auf nahezu eine halbe Million US-Dollar“, so Muddaiah. Bei größeren Flotten fallen die Einsparpotenziale entsprechend höher aus.

Auch die Analyse von Routendaten trägt zur Kostensenkung bei. Besonders bei Leasingrückgaben hilft das G+D Portal, näher gelegene Rückgabestandorte zu identifizieren. Das reduziert Fahrstrecken, Kraftstoffverbrauch und den Aufwand für die Einsatzplanung der Fahrer.

Lkw auf einer Stadtstraße mit roten, digitalen Datenlinien auf der Seite.

Das ESG-Argument liegt auf der Hand

Im Straßengüterverkehr bedeutet höhere Effizienz unmittelbar geringere Emissionen. Moderne Routenoptimierung berechnet die kürzesten und verkehrsgünstigsten Strecken zwischen Abholung und Auslieferung. Dadurch sinken sowohl Kraftstoffverbrauch als auch CO₂-Emissionen. Zudem ermöglichen umfassendere Daten eine bessere Bündelung von Ladungen. Fahrzeuge können optimal ausgelastet werden, bevor sie auf die Strecke gehen. Gleichzeitig entfällt die aufwendige Suche nach Containern oder Wechselbehältern im Außeneinsatz, da ihr Standort jederzeit bekannt ist. Auch Geofencing trägt zur Emissionsreduktion bei, etwa indem unnötige Leerlaufzeiten auf stark frequentierten Betriebshöfen vermieden werden.

Mit IoTgo® Track Fleet bietet G+D eine leistungsfähige Telematikplattform, die all diese Funktionen vereint. Dazu gehören Echtzeit-Tracking, Warnmeldungen, Reports sowie Geofencing für ein effizienteres Routenmanagement und höhere Sicherheit. Die Plattform ist über den Browser und als App verfügbar und lässt sich über leistungsfähige APIs problemlos in bestehende Systeme integrieren.

Auch die Hardware selbst leistet einen messbaren Beitrag zur Nachhaltigkeit. Langzeittracker wie der IoTgo® Track Solar Asset Tracker arbeiten besonders energieeffizient und versorgen sich mithilfe integrierter Solartechnik weitgehend selbst mit Energie. Selbst ohne Sonneneinstrahlung ermöglicht die integrierte Batterie mehr als sechs Monate Tracking in kurzen Intervallen. Dank vorkonfigurierter Konnektivität gestaltet sich die Installation besonders einfach. Mit einer garantierten Lebensdauer von mehr als zehn Jahren und einem geringen Wartungsaufwand reduzieren die Geräte sowohl Austauschkosten als auch Emissionen durch Serviceeinsätze. Darüber hinaus trägt die langlebige Batterie dazu bei, Elektroschrott zu vermeiden.

Eine effizientere und nachhaltigere Logistik ist längst mehr als eine Option, sie ist eine unternehmerische Notwendigkeit. Das erkennen immer mehr Logistikunternehmen. Die konsequente Nutzung von IoT-Technologien eröffnet erhebliche Potenziale, sowohl für die Wirtschaftlichkeit als auch für die Nachhaltigkeit. Geringere Emissionen, sinkende Betriebskosten und effizientere Prozesse ergänzen sich dabei gegenseitig. Die Grundlage dafür ist vollständige Transparenz über die gesamte Lieferkette. 

Erst das Zusammenspiel leistungsfähiger Tracker mit einer intelligenten Plattform schafft die Sichtbarkeit, die Logistikunternehmen und ihre Kunden heute benötigen. Wie Sharath Muddaiah zusammenfasst: „Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr, ob Unternehmen in IoT-gestützte Transparenz investieren sollten. Entscheidend ist vielmehr, wie viel Ineffizienz und vermeidbare Emissionen sie sich ohne diese Technologien noch leisten wollen.“

  1. Decarbonizing logistics: charting the path ahead, McKinsey & Company, 2024

  2. The impact of IoT on sustainability, Transforma Insights, 2022

  3. Ibid

  4. Sustainability in the logistics industry statistics, Worldmetrics, 2026

  5. European heavy-duty vehicle market development quarterly (January-December 2025), ICCT, 2026

  6. Logistics industry statistics, Worldmetrics, 2026

  7. Sustainability in the logistics industry statistics, Worldmetrics, 2026

Veröffentlicht: 07.07.2026

Diesen Artikel teilen

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Verpassen Sie nicht die neusten Artikel von G+D SPOTLIGHT: Wenn Sie unseren Newsletter abonnieren, bleiben Sie immer auf dem Laufenden über aktuelle Trends, Ideen und technische Innovationen – jeden Monat direkt in Ihr Postfach.

Bitte geben Sie Ihre Daten an: