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Transparenz für mehr Effizienz im Güterverkehr

Trend Update
5 Min.

Der Schienengüterverkehr ist ein wichtiger Faktor für den weltweiten Warenfluss und das Lieferkettenmanagement. Für eine lückenlose Transparenz fehlt es jedoch an nachverfolgbaren Güterwagen. Telematikverfahren und andere Technologien könnten den Schienenverkehr effizienter machen und nachweislich allen Beteiligten zugutekommen.

Die globale Logistikbranche wäre ohne den Bereich der Schienenlogistik nicht funktionsfähig. Unmengen von Containern mit Waren sowie Schütt- und Bulkgüter werden rund um den Globus auf Schienen transportiert. Weltweit gibt es derzeit rund 5,4 Millionen Güterwagen.1 Der Schienengüterverkehr ist für die gesamte Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung – auch wenn es bei der Nachverfolgbarkeit der Waggons noch hapert. Genau hier besteht ein enormes Potenzial, den Güterverkehr transparenter und effizienter zu gestalten.

Laut einer aktuellen Studie werden in den USA 29 % der Güter mit der Bahn befördert. In der EU liegt der Anteil bei 12 % und in China bei 16 %. In Russland mit seinen endlosen Landflächen wird das Logistikaufkommen sogar zu 60 % über die Schiene abgewickelt.2 In Bezug auf Nachhaltigkeit kann der Schienengüterverkehr einiges zur Verbesserung der Ökobilanz beitragen. Zwar variieren die Schätzungen, doch einer Quelle zufolge verursacht der Schienengüterverkehr pro transportierter Tonne 76 % weniger CO₂-Emissionen als der Straßenverkehr.3 Angesichts der hohen Relevanz des Umweltschutzes sind diese Zahlen sowohl für die Wirtschaft als auch für die Gesellschaft attraktiv.

Allerdings gibt es auch eine Kehrseite: Die ungeheure Anzahl der Schienenfahrzeuge ist über den gesamten Planeten verteilt und schwer nachzuverfolgen. Nur die wenigsten Güterwagen sind mit Ortungsgeräten ausgestattet, die Telematikdaten übertragen. Nach dem Stand von 2024 lag ihre Zahl bei unter 800.000 Waggons.4 Dieser Mangel an zuverlässigen Daten beeinträchtigt die Transparenz in der Lieferkette.

Um die Vorteile der Telematik zu verstehen, ist es nötig, sich mit den Herausforderungen aller Akteure in diesem Sektor zu befassen.

Herausforderungen für die Schienenlogistik

Schienenlogistikunternehmen haben derzeit unter anderem mit folgenden Problemen zu kämpfen:

  1. Fehlende Transparenz: Wenn nicht bekannt ist, wo sich die eigenen Waggons zu einem bestimmten Zeitpunkt befinden, beeinträchtigt das die Planung erheblich. Verspätungen, Pannen, Staus und andere vermeidbare Engpässe führen zu kostspieligen Verzögerungen.
  2. Veraltete Systeme: In diesem Sektor wurde weltweit zu wenig in modernste Telematik investiert – das gilt sowohl für die Hardware als auch für die Software.
  3. Mangelnde Interoperabilität: Die vorhandenen Systeme sind fragmentiert, was zu einer Isolierung führt und die Verfolgung von Vermögenswerten erschwert. Selbst in der Europäischen Union, in der der Güterverkehr nahezu grenzenlos ist, kann die mangelnde Interoperabilität zwischen den Systemen die Transparenz beeinträchtigen. Das ist besonders problematisch, wenn Vermögenswerte quer über den Kontinent transportiert werden und dabei Netzwerke und Grenzen überschreiten.

Mit unseren Tracking-Lösungen haben Logistikmanagerinnen und -manager den vollständigen Überblick über ihre Waggons, zum Beispiel durch eine verbesserte Sichtbarkeit, Transparenz und Zustandsüberwachung. Sie gleichen Wissensverluste aus, die durch schlechte Dokumentation oder das Ausscheiden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entstanden sind.

Johannes Forster
Head of IoT Solutions, G+D
Schneller Güterzug in Bewegungsunschärfe

Transparenz ist gefordert

Diese Situation führt zu einer suboptimalen Auslastung des rollenden Materials. Kapazitäten und Ressourcen bleiben ungenutzt; es kommt zu Terminkonflikten und wichtige Lieferketten werden gestört. Eine höhere Transparenz entlang der gesamten Lieferkette würde diese Probleme lösen. Und das nicht nur im Schienenverkehr, sondern in allen Logistikbereichen. Logistiker schätzen Vorhersehbarkeit, denn sie ist wichtig, um Entscheidungen zu treffen. Ein Mangel an Telematikdaten erschwert dies allerdings – und das gilt bereits für grundlegende Abläufe.

Es ist in unserer datengetriebenen Welt nur schwer vorstellbar, aber im weltweiten Schienengüterverkehr werden zu wenige aussagekräftige Daten generiert. Ein Grund dafür ist der Mangel an nachverfolgbaren Güterwaggons sowie die fehlende Plattform, um diese Daten effizient zu nutzen.

Die Vorteile von Telematikdaten

Der Schienengüterverkehr könnte auf vielerlei Weise von Telematikdaten profitieren, beispielsweise durch:

  • kürzere Rüstzeiten und weniger Verspätungen
  • ein effizienteres Routenmanagement mit Zeit- und Kostenersparnis sowie ökologischem Nutzen
  • optimierte Abläufe
  • eine effektivere Bestandsverwaltung dank eines transparenten Flottenmanagements
  • einen attraktiveren Kundenservice, wenn diese Vorteile weitergegeben werden
  • die leichtere Einhaltung neuer Vorschriften

Zu beachten ist allerdings, dass die rein technische Ausstattung von Waggons mit Trackern nicht ausreicht, um die versprochenen Vorteile zu erzielen. Ebenso entscheidend ist die richtige Plattform zur Nutzung dieser Daten. Sie muss bestimmte Kriterien erfüllen, um die theoretisch versprochenen Vorteile durch mehr Daten auch tatsächlich zu realisieren.

Ingenieur mit Laptop vor Containerstapel

Erfolgsfaktoren einer Telematikplattform

Eine effiziente Telematiklösung im Schienenlogistikbereich sollte vor allem Echtzeitdaten liefern. Außerdem muss sie für nicht motorisierte bzw. ungebundene Güterwagen konzipiert sein, da diese keinen Strom aus der wageneigenen Stromquelle beziehen können (siehe Info-Box). Zudem sollte sie umfassende Berichte über alle Datenpunkte liefern, die ein einzelner Betreiber oder ein Unternehmen benötigen könnte. Darüber hinaus sollte sie so eingerichtet sein, dass bei Bedarf sofort Benachrichtigungen versendet werden. Entscheidend ist, dass sie als API verfügbar ist.

Schienenlogistiker können ihre bisherigen Systeme in der Regel nicht einfach ausmustern. Im Sinne der Interoperabilität muss eine Telematiklösung deshalb auch mit älteren, bereits bestehenden Systemen kompatibel sein. IoTgo® Track-Fleet von G+D ist eine solche Lösung. Hierbei handelt sich um eine intelligente Telematik-Überwachungs- und Managementplattform, auf die über jeden Webbrowser zugegriffen werden kann und die einen vollständigen Überblick über die gesamte Flotte bietet. Sie lässt sich an die spezifischen Anforderungen eines Unternehmens anpassen, einschließlich der Erstellung individueller Berichte und Analysen. Mit nur wenigen Klicks wird außerdem die Effizienz durch multipolygonales Geofencing maximiert.

„Mit unseren Tracking-Lösungen haben Logistikmanagerinnen und -manager den vollständigen Überblick über ihre Waggons, zum Beispiel durch eine verbesserte Sichtbarkeit, Transparenz und Zustandsüberwachung. Sie helfen dabei, Wissensverluste auszugleichen, die etwa durch schlechte Dokumentation oder das Ausscheiden wichtiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen können“, sagt Johannes Forster, Leiter IoT-Lösungen bei G+D.

Um das bislang ungenutzte Potenzial dieses wichtigen Pfeilers der globalen Lieferkette auszuschöpfen, ist die Einführung von Telematik in der Schienenlogistik unbedingt erforderlich. Auf diese Weise könnten weltweit mehr Betreiber und Unternehmen die bereits vorhandenen Schienennetze besser und effizienter nutzen. Die Ausstattung von nicht motorisierten Güterwagen mit Trackern ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Der Einsatz der besten und effizientesten Telematiklösung täte ein Übriges.

Key Takeaways

  • Der Schienenverkehr ist für globale Lieferketten unverzichtbar. Zudem ist der Transport großer Stückzahlen umweltfreundlich.
  • Im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern mangelt es im Schienenverkehr jedoch an Transparenz. Transportunternehmen nutzen oft veraltete Systeme, die nicht miteinander kompatibel sind.
  • Mehr Transparenz durch Asset-Tracking würde die Effizienz steigern, setzt jedoch den Einsatz einer leistungsfähigen Telematiksoftware voraus.
  1. The Railway Telematics Market, 1st edition. Martin Apelgren/Berg Insight, 2025 (PDF)

  2. Ibid.

  3. Railway Day – freight cuts emissions across Britain, https://www.networkrail.co.uk/stories/railway-day-freight-cuts-emissions-across-britain/

  4. The Railway Telematics Market, 1st edition. Martin Apelgren/Berg Insight, 2025 (PDF)

Veröffentlicht: 14.08.2025

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