Was kommt als Nächstes? SGP.42 und „Born Connected®“-Geräte
SGP.42 ist eine neue Spezifikation, die derzeit entwickelt wird und die die In-Factory-Profilbereitstellung (In-Factory Profile Provisioning, IFPP) ermöglichen soll. Damit können Hersteller bereits in der Produktion Bootstrap-Profile installieren, sodass eSIM-Geräte – sowohl IoT- als auch Consumer-Geräte – sofort nach der Inbetriebnahme eine Verbindung aufbauen können (Born Connected®). Im Einsatz kann anschließend über SGP.32 das passende Profil heruntergeladen und aktiviert werden – etwa basierend auf lokalen Netzbedingungen.
Auf den ersten Blick mag IFPP wie eine inkrementelle Funktion erscheinen – schließlich ist Remote-Bereitstellung bereits möglich. Warum also noch im Werk? Doch IFPP adressiert ein zentrales Problem bei energieeffizienten Headless-Geräten: Das Remote-Authentifizieren, Herunterladen und Aktivieren neuer eSIM-Profile etwa auf Smart Metern oder Umweltsensoren verbraucht viel Energie – was die Lebensdauer solcher Geräte oft um Jahre verkürzt. Bei Tausenden weltweit eingesetzten Geräten summieren sich diese Energieverluste schnell – sowohl finanziell als auch ökologisch. Die Bereitstellung von eSIM-Profilen in der Produktion mit SGP.42 hilft, diese Effekte zu verringern und die Langlebigkeit der Geräte zu erhöhen.
Zu den weiteren Vorteilen von IFPP zählen:
- Effizientere Fertigung: Mit nur einer SKU können Geräte für globale Einsätze in Serie produziert werden – ohne regionale Varianten.
- Schnellere, berührungslose Bereitstellung: Geräte sind bereits vorkonfiguriert und verbinden sich nach der Auslieferung automatisch – ohne manuelle Einrichtung.
- Niedrigere Bereitstellungskosten und geringere Komplexität: Frühzeitige Konnektivität vereinfacht Abläufe für Hersteller, Betreiber und Unternehmen gleichermaßen.
Wichtig zu wissen: SGP.42 ersetzt SGP.32 nicht, sondern ergänzt es. Beide Spezifikationen sind so konzipiert, dass sie Hand in Hand über verschiedene Phasen des Gerätelebenszyklus arbeiten: IFPP übernimmt die Konnektivität ab der Produktion, während RSP ein flexibles Konnektivitätsmanagement während der Nutzungsphase erlaubt.
SGP.42 befindet sich noch in der Entwicklung. Die Architektur und die Anforderungen für IFPP (SGP.41) wurden im Februar 2025 veröffentlicht, die vollständige technische Spezifikation (SGP.42) wird für das 3. Quartal 2026 erwartet. Bis dahin wird SGP.32 weiter reifen – und mit neuen Anwendungsfällen auch neue Herausforderungen mit sich bringen.
Mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten, ist bereits eine Herausforderung für sich. Es ist eine Sache, die Einhaltung neuer Standards zu gewährleisten, aber eine ganz andere, sich ständig an deren Weiterentwicklung anzupassen. Ob Gerätehersteller, Netzbetreiber oder Unternehmen mit breit angelegten IoT-Anwendungen: Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern kann helfen, Komplexität zu reduzieren und die Einführung zu beschleunigen. Als weltweit führender Anbieter für Konnektivitätslösungen ist G+D bestens aufgestellt, IoT-Nutzerinnen und -Nutzer auf diesem Weg zu unterstützen – nicht nur mit einer modularen Suite aus IoT- und eSIM-Lösungen, sondern auch als aktiver Partner der GSMA, der die Standards selbst mitgestaltet.