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#Cybersecurity #Annual Report 2021

Innovationen von morgen: Heute die Weichen stellen

Annual Report

Giesecke+Devrient ist seit bald 170 Jahren Partner des Vertrauens für die Sicherung von Werten. Was mit dem Druck von Banknoten begann, ist heute ein internationaler Technologiekonzern in den Märkten Bezahlen, Konnektivität, Identitäten und digitale Infrastruktur. Treiber der Unternehmensentwicklung waren immer technologische Innovationen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, stellt G+D schon heute die Weichen für Lösungen, die auch morgen und übermorgen einen spürbaren Mehrwert für Kunden bereithalten und das Unternehmen selbst voranbringen. Eigener Forscherdrang, gezielte Akquisitionen und Venture Capital bilden die Grundlage dafür

Wie könnte unser Alltag im Jahr 2040 aussehen? Michael Tagscherer, Chief Technology Officer (CTO) von Giesecke+Devrient, hat folgende Vision: „Wir bekommen Lebensmittel von autonom fliegenden Lieferdrohnen an die Haustür gebracht. Bezahlt wird direkt mit Hilfe der automatischen Erkennung meiner persönlichen ID – selbstverständlich kontaktlos an Ort und Stelle. Unser Geld ist als Digitalwährung auf dem Smartphone oder der Smartwatch verfügbar gespeichert. Auch unsere Mobilität ist im IoT-Zeitalter angekommen: Heute wähle ich meinen eigenen PKW, der dank digitaler Vernetzung die stauärmste Route zum Büro aussucht und von einer smarten Straßenlaterne freie Parkplätze angezeigt bekommt. Einlass ins Firmengebäude bekomme ich, weil Terminals meinen Personalausweis automatisch auslesen und direkt mit meinen biometrischen Merkmalen in Echtzeit abgleichen. Bevor ich am Mittag wieder nach Hause fahre, um die zweite Tageshälfte im Homeoffice zu arbeiten, lerne ich via Augmented Reality ein neues Start-Up kennen, kann seine Lösungen live testen und mich mit den Gründerinnen unterhalten, als wäre ich vor Ort. Bevor ich meine Haustür öffne, sehe ich schon am Smartphone, dass meine Waschmaschine voll autonom das optimale Programm und den besten Zeitpunkt mit den niedrigsten Strompreisen wählt.“

“Diese hochdigitalisierten Anwendungsszenarien, die übermorgen selbstverständlich sein werden, stehen heute in den Startlöchern. In den kommenden Jahrzehnten wird G+D diese digitale Welt richtungsweisend mitgestalten.“
Michael Tagscherer
Chief Technology Officer bei G+D

Und die Sicherheit all dieser Anwendungen? „Selbst die dann gerade marktfähig werdenden Quantencomputer können die Cyber-Security-Lösungen von G+D für sicherheitskritische Digitalanwendungen nicht überwinden“, ist sich Tagscherer sicher. Zukunftsmusik? „Nein, im Gegenteil. Diese hochdigitalisierten Anwendungsszenarien, die übermorgen selbstverständlich sein werden, stehen heute in den Startlöchern. In den kommenden Jahrzehnten wird G+D diese digitale Welt richtungsweisend mitgestalten“, so der CTO. Sein Corporate Technology Office treibt mehrere Technologie-Schwerpunkte voran.

Künstliche Intelligenz unterstützt den Menschen

In der digitalen Welt entstehen riesige Datenmengen. Diese können nur mit Hilfe smarter Analysesysteme in Kombination mit Künstlicher Intelligenz verarbeitet werden. Dabei entsteht echter Mehrwert, z. B. durch mehr Effizienz, geringere Fehleranfälligkeit sowie völlig neue Dimensionen der Analyse. „KI ermöglicht ein permanentes Lernen und Verbessern der Lösungen. So können sich Anwender künftig besser auf das Wesentliche konzentrieren und gewinnen Freiräume für neue Ideen“, berichtet Tagscherer. Ein Beispiel ist die Wartungs-Vorhersage (Predictive Maintenance) bei Maschinen: G+D arbeitet an Lösungen, wie anhand der Analyse von Maschinendaten ein drohender Ausfall frühzeitig erkannt und abgewendet werden kann. Das verhindert teuren Stillstand.

Werte digital abbilden

Immer mehr Verbreitung findet auch die Distributed Ledger Technologie (DLT), deren bekannteste Form die Blockchain ist. „Was vor Kurzem ausschließlich mit Bitcoin in Verbindung gebracht wurde, hält Einzug in alle Bereiche unseres Privat- und Geschäftslebens“, betont der CTO von G+D. Dank DLT können verschiedenste Werte und Rechte digital repräsentiert und in ihrer Verwaltung vereinfacht werden. Das eignet sich immer dann, wenn sensible Daten oder Vermögensgegenstände nachvollziehbar und zeitkritisch ausgetauscht werden sollen. Ein Anwendungsbeispiel sind sogenannte tokenisierte Assets: Hierbei werden Rechte an einem Vermögenswert – zum Beispiel an einem Finanzprodukt, einer Immobilie oder einem Kunstwerk – digital abgebildet. Sie können dann sicher gespeichert, gehandelt, verpfändet oder vererbt werden. In einen der führenden Anbieter auf diesem Gebiet, die Schweizer METACO SA, hat G+D ein Venture-Investment getätigt.

Heute schon für die Cybersicherheit von übermorgen sorgen

Noch ist die Bedrohung nicht real, aber sie wird kommen: „Wenn Quantencomputer marktreif sind, wird durch ihre enorm gesteigerte Leistungsfähigkeit das Angriffspotenzial steigen. Die herkömmlichen Sicherheits- und Cybersecurity-Lösungen stehen somit vor neuen Herausforderungen“, warnt Tagscherer. Um insbesondere sicherheitskritische Anwendungen heute schon vor den Hackern der Quantencomputer-Ära abzuschirmen, arbeitet G+D an quantencomputer-resistenten Verschlüsselungsverfahren – Post-Quanten-Kryptografie genannt. Ein Anwendungsbeispiel ist die SINA®-Kommunikationslösung der G+D-Tochter secunet, die vor allem von Ministerien, Behörden und militärischen Einrichtungen mit höchsten Sicherheitsanforderungen eingesetzt wird. „Bei jeder Ausbaustufe von SINA® denkt secunet die Post-Quanten-Kryptografie bereits mit“, so Tagscherer.

Menschliche Einzigartigkeit bringt Sicherheit

Biometrische Authentifizierung nutzt schon heute Finger, Gesicht, Netzhaut, Herzschlag oder Stimme für die eindeutige Erkennung einer Person. Aufgrund ihrer Einzigartigkeit sind biometrische Merkmale schwieriger zu fälschen und werden – anders als Passwörter – auch nicht vergessen. Ein Anwendungsbeispiel für diese sogenannte Human Machine Interaction (HMI) ist der biometrische Check in einem Grenzkontroll-Gate am Flughafen, wie sie vom G+D-Joint-Venture Veridos entwickelt werden. Dabei werden charakteristische biologische Merkmale der Person mit dem digitalen Pendant auf dem Personalausweis oder Reisepass verglichen. Dank technologischer Fortschritte kann man inzwischen bei Reisenden die Iris scannen, während sich die Person bewegt (on-the-move-Ansatz). Kommt eine Videoüberprüfung – etwa bei der Online-Eröffnung eines Bankkontos – zum Einsatz, gibt es andere Herausforderungen: Ist der Kunde real oder hält er das Foto eines Menschen in die Kamera, dessen Personalausweis er zuvor gestohlen hat? Das Unternehmen IDNow, bei dem G+D eine Venture-Beteiligung hat, unterstützt mit Hilfe von KI nahtloses Onboarding sowie die digitale Verifikation der Identität.

Die ganze Welt vor Augen

Im schnell wachsenden Markt der Mobile Games ist sie schon heute sehr verbreitet: Augmented Reality (AR), die computergestützte Erweiterung des Sichtfeldes um digitale Objekte. „Aber auch im B-2-B-Bereich kann AR eingesetzt werden, etwa bei der Fernwartung von Maschinen, der Entwicklung und Testung von Prototypen, in der Tele-Medizin, im digitalen Marketing oder bei Mitarbeiterschulungen“, berichtet Tagscherer. Ein Anwendungsbeispiel ist der Einsatz von AR bei der Wartung, Inspektion und Instandhaltung von Maschinen. Die Schweizer Firma AugmentIT, an der die G+D-Gruppe über den Mutterkonzern Netcetera seit 2020 beteiligt ist, bietet solche voll digitalisierten Prozesse für Industrieunternehmen an. Ein weiterer Vorteil: „Weil AR oftmals das Anreisen eines Menschen zum Einsatzort überflüssig macht, verbessert sie die CO2-Bilanz und leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit“, freut sich Tagscherer.

Daten ohne Risiko teilen

Daten sind in der Digitalökonomie der wertvollste Rohstoff. Sie zu analysieren und mit anderen zu teilen, kann attraktiven wirtschaftlichen Nutzen bringen. „Doch noch sind viele Unternehmen aus Angst vor unzureichender Cybersicherheit zurückhaltend. Die gerade beginnende Ära von Confidential Computing eröffnet hier ganz neue Möglichkeiten“, berichtet Tagscherer. Bei dieser Technologie werden Daten und Software in der Cloud in sogenannten sicheren Enklaven geschützt. Darin können alle Beteiligten genau definieren und verifizieren, wer welche Daten liefern und abrufen darf. „Besonders potenziell misstrauische Geschäftspartner bekommen so eine Vertrauensgrundlage für ihre Zusammenarbeit“, ist Tagscherer sicher. Beispielsweise könnten medizinische Forschungseinrichtungen intensiver kooperieren, ohne sensible Patientendaten preiszugeben. Industriebetriebe derselben Branche könnten sich beim maschinellen Lernen unterstützen, ohne um Betriebsgeheimnisse zu fürchten. Autohersteller und Verkehrsplaner könnten Daten zum Mobilitätsverhalten auswerten, ohne die Daten selbst einzusehen. Das Cloud-Betriebssystem SecuStack, an dem G+D über das Tochterunternehmen secunet beteiligt ist, unterstützt u. a. Confidential Computing, für vertrauenswürdige Ausführungen von Cloud-Anwendungen.

Entwicklungen treiben, Trends setzen, Zukunft gestalten: „Wer sich wie G+D Technologieunternehmen nennt, darf sich nicht auf dem Können von heute ausruhen“, betont Tagscherer. Daher betreibt G+D intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, ergänzt sein Portfolio durch Zukäufe und arbeitet mit Startups über Venture-Capital-Beteiligungen zusammen.

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