Wer hätte sich vor 20 Jahren vorstellen können, den Kontostand auf dem Handy zu überprüfen? Heute gehören Banking-Apps zum Alltag wie Facebook oder Instagram. Mehr als 3,6 Milliarden Menschen weltweit nutzten 2024 mobiles Online-Banking.1 Überweisungen tätigen, Lastschriften einrichten und Daueraufträge verwalten oder neue Bankkarten bestellen – all das musste früher in der Filiale erledigt werden. Heute geht das problemlos von unterwegs – und das rund um die Uhr.
Dadurch hat sich nicht nur der Ablauf von Bankgeschäften, sondern auch die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen erheblich verändert. Ob vor Ort an der Kasse oder online, das Smartphone wird fürs Bezahlen immer häufiger gezückt. Tokenisierte Bezahlkarten gibt es mittlerweile milliardenfach und das Netz aus digitalen Geldbörsen, Mobilgeräten und E-Commerce-Plattformen, in dem sie gespeichert sind, wächst stetig.
Das birgt allerdings auch Risiken. Denn mit jedem neuen Gerät und jedem neuen Händler, bei dem Zahlungsdaten gespeichert werden, vergrößert sich der digitale Fußabdruck eines Verbrauchers oder einer Verbraucherin und damit auch das Einfallstor für Betrüger. Während 74 % der Verbraucherinnen und Verbraucher davon ausgehen, dass sie in den nächsten 12 Monaten verstärkt digitale Zahlungsmethoden nutzen werden, geben mehr als die Hälfte (53 %) an, dass sie aufgrund von Nachrichten über Cyberkriminalität und Datenmissbrauch deren Nutzung in der Vergangenheit eingeschränkt haben.2 Es liegt also eindeutig im Interesse der Banken, diese Risiken zu minimieren und das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken.
Tokenisierte Wallet-Zahlungen sind jedoch weitaus sicherer als andere Zahlungsmethoden. Das liegt an der Nutzung biometrischer Daten, die an ein bestimmtes Gerät gekoppelt sind. Doch auch hier gibt es Möglichkeiten, vertrauliche Informationen abzugreifen. Betrüger versuchen zunehmend, ahnungslose Nutzerinnen und Nutzer mit Phishing-Nachrichten dazu zu bringen, ihre Zahlungskartendaten preiszugeben, um die Karte des Opfers in ihre eigene digitale Geldbörse zu integrieren. Sind diese Zugangsdaten einmal hinzugefügt, lassen sie sich sofort verwenden. Nach Schätzungen von Visa beliefen sich die weltweiten Verluste durch diese Betrugsmasche, auch Provisioning Fraud genannt, im Jahr 2023 auf 450 Millionen US-Dollar.3





