#Grenzkontrollen

Automatisierung als Antwort auf steigende Passagierzahlen

Globale Trends
5 Mins.

Laut einer aktuellen Studie planen vier von fünf großen Flughäfen, stärker in die Digitalisierung zu investieren. Doch wie genau können Automatisierungslösungen sowohl den Passagierkomfort als auch die Prüfgenauigkeit bei der Passkontrolle verbessern und damit für mehr Sicherheit sorgen?

Mit 1,5 Milliarden weltweit verzeichneten Urlaubsreisen erlebte der Tourismus 2019 das beste Jahr seit Beginn der Aufzeichnung.1 Nachdem die exponentielle Wachstumskurve 2020 und 2021 pandemiebedingt extrem einbrach, prognostiziert die World Tourism Organization vorsichtig für das Jahr 2022 einen erneuten Aufschwung.2

Die Kultur des Reisens hat sich im letzten Jahrzehnt zweifellos drastisch verändert. Wir erwarten heute ein reibungsloses Erlebnis, und das sowohl vor dem Abflug als auch nach der Landung. Unsere Reisen sollen komfortabel und auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sein – von der bequemen Online-Buchung eines Sitzplatzes bis hin zum problemlosen Hinzufügen eines zusätzlichen Gepäckstücks.

Die digitale Transformation beim Fliegen und die kontaktlosen Kontrollen an Flughäfen haben den Komfort beim Reisen enorm erhöht, insbesondere durch Gesichtserkennung und andere biometrische Technologien. Neben einer genaueren Identitäts- und Dokumentenprüfung sorgen diese für eine schnelle, standardisierte und digitalisierte Verifizierung – und somit für einen effizienteren Passagierfluss.

Für ein reibungsloses Flughafenerlebnis

Der weltweite Flugverkehr soll sich bis 2037 verdoppeln3. Dafür ist eine effiziente Passagierabfertigung unabdingbar. Die Voraussetzung dafür sind Technologien und Verifizierungsmethoden, mit denen sich die Passagierflut innerhalb kürzester Zeit bewältigen lässt, ohne bei der Sicherheit kürzertreten zu müssen.

Das Flughafenmanagement hat seine Maßnahmen seit jeher anhand von vorhandenen Kapazitäten geplant, also auf Basis der vorliegenden Infrastruktur, der Anzahl der erwarteten Starts und Landungen, des Passagiervolumens und so weiter. Daraus leitet es unter anderem ab, wie viel Grenzschutz erforderlich ist, um die Ankünfte und Abflüge zu verschiedenen Zeiten effizient zu managen.

Bis heute gibt es keine Norm für diese Art von Planung. Für die Expertinnen und Experten für integrierte Identitätslösungen bei Veridos sind diese Kennzahlen jedoch essenziell für die erfolgreiche Implementierung einer maßgeschneiderten Flughafenlösung. Insbesondere eine Faustregel hat sich in den letzten Jahren als äußerst nützlich erwiesen: An jedem Kontrollpunkt werden voraussichtlich 10.000 Reisende im Jahr abgefertigt. Die zugrunde liegenden Daten werden nach Stoßzeiten berechnet, also den Monaten und Tageszeiten, in denen sich die meisten Menschen am Flughafen aufhalten und die Grenzkontrollkräfte alle Hände voll zu tun haben.

Bei der Grenzabfertigung an Flughäfen wird zwischen der ersten und der zweiten Kontrolllinie unterschieden. Die erste Kontrolllinie ist der Automat, Schalter oder das Gate, an dem die Ausweisdokumente der Reisenden geprüft werden. An den meisten Flughäfen werden diese vom Personal geprüft, wobei Fluggäste dies aber auch selbst an den eGates erledigen können. Sollten bei dieser ersten Kontrolle Unregelmäßigkeiten auftreten, wird eine zweite Kontrolle durchgeführt, um für maximale Sicherheit zu sorgen.

Eine wichtige Kennzahl für diese Kontrollen ist die Abfertigungsdauer pro Fluggast. Je digitaler diese erste Kontrolllinie abläuft, desto reibungsloser wird das darauffolgende Passagiermanagement sein und desto kürzere Warteschlangen sind zu erwarten. An eGates liegt die Abfertigungszeit pro Fluggast in der Regel bei 10 bis 20 Sekunden – im Vergleich zu 60 Sekunden bei der manuellen Kontrolle.

Digitalisierte Grenzkontrolle am Flughafen Luxemburg

Ein Mann steht vor einem Informationsbildschirm und benutzt sein Smartphone.

Der Flughafen Luxemburg ist ein Paradebeispiel. Hier wurde die automatisierte Passkontrolle eingeführt und verbessert, damit der Flughafen mit dem wachsenden Passagiervolumen Schritt halten kann.

Dank der Einführung der eGates dauert die Grenzkontrolle am Flughafen Luxemburg pro Fluggast im Schnitt nicht einmal 14 Sekunden. Das EES-konforme Registrierungssystem soll dabei auch die Ein- und Ausreise transparenter und sicherer machen und durch die Automatisierung der bisher manuell durchgeführten Prozesse zur Verbesserung des Passagierflusses beitragen. Digitale Technologien verbessern aber nicht nur den Reisekomfort und die Effizienz am Flughafen, sondern tragen auch zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks des Flughafens bei, was für eine optimale Nutzung der Infrastruktur spricht.

Das von der EU geförderte Forschungs- und Innovationsprojekt D4Fly zielt ebenfalls auf die Optimierung der Infrastruktur ab. Der Anspruch: die Grenzkontrollen reibungsloser zu gestalten und zugleich für eine hohe Genauigkeit bei der Passkontrolle zu sorgen. Dafür wurde im Rahmen des Programms analysiert, inwieweit durch biometrische Identifizierung einerseits der Komfort für die Passagiere verbessert und andererseits die Sicherheit weiter gesteigert werden können.

„Im Rahmen des D4Fly-Projekts ist Veridos führend in der Entwicklung der Iriserkennung“, so Marc-Julian Siewert, CEO von Veridos. „Die Iris ist einzigartig und verändert sich nicht, wenn Menschen altern. Sie eignet sich daher ideal als biometrisches Merkmal. Außerdem ermöglicht sie die kontaktlose Verifizierung, selbst wenn die Person sich bewegt.“ Das Ergebnis sind eine optimierte Verifikation und Ressourcennutzung, verbunden mit einem optimalen Einsatz von Infrastrukturlösungen.

In Marokko wurden die automatisierten eGates von Veridos ebenfalls implementiert, um das Passagiererlebnis zu verbessern, das Reiseaufkommen zu optimieren und ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten.

Weniger Gesundheitsrisiken an Flughäfen

Immer mehr Flughäfen investieren in die Automatisierung der Passagierabfertigung, weil dadurch ein sichererer Passagierfluss mit einem geringeren Gesundheitsrisiko ermöglicht werden kann – eine der wesentlichen Herausforderungen, die Flughäfen in den letzten Jahren bewältigen mussten.

Das kontaktarme Reisen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Denn je weniger Touchpoints, Kontrollpunkte, Warteschlangen und Menschenmassen es am Flughafen gibt, desto angenehmer ist es.

Ebenso hat zum einen der Wunsch, das Reisen hygienischer und unter Einhaltung von Social-Distancing-Regeln zu gestalten, und zum anderen die Notwendigkeit, Impfzertifikate vorzuzeigen, die in der Regel manuell geprüft werden müssen, die Automatisierung weiter vorangetrieben.4

Mit der VeriGO TrueSeal Lösung lässt sich die Verifizierung vertraulicher Dokumente auf praktische und zuverlässige Weise automatisieren, wodurch der Einsatz von Ressourcen effizienter wird.

Eine andere Lösung, die die Kontaktpunkte beim Reisen ebenfalls deutlich reduziert, ist Veridos SmartTravel. Dabei handelt es sich um eine Komplettlösung, die es ermöglicht, ein Visum bequem von zu Hause aus zu beantragen. Reisende müssen so nicht unnötig in Botschaften vorstellig werden, um ihren Visumsantrag dort persönlich prüfen zu lassen.

Standardisierungs- und Automatisierungslösungen werden Flughäfen optimal auf die Zukunft vorbereiten und für mehr Komfort beim Reisen sorgen, selbst wenn die Passagierzahlen stetig steigen. Lösungen, die ebenfalls biometrische Funktionen aufweisen, werden zudem für maximale Sicherheit und Effizienz sorgen, indem sie eine bequeme und zuverlässige Verifizierung ermöglichen.

  1. International Tourism Growth Continues to Outpace the Global Economy, UNWTO, 2020

  2. Tourism Enjoys Strong Start to 2020 While Facing New Uncertainties, UNWTO, 2022

  3. ACI World study predicts global air traffic to double by 2037, Airport Technology, 2019

  4. COVID-19 crisis shifts the focus of IT spend to automation, sustainability, and digital health, SITA, 2022

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