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#eGovernment

E-Government: Die zunehmende Digitalisierung der Behördendienste erfordert maximale Netzwerksicherheit

Insights
4 Mins.

Während der Corona-Pandemie wurden die Dienstleistungen der Behörden zunehmend digitalisiert, damit Bürgerinnen und Bürger sie trotz der Kontaktbeschränkungen weiterhin in Anspruch nehmen konnten. Angesichts dieser fortschreitenden digitalen Transformation sind ePrivacy und Netzwerksicherheit zwei wichtige Aspekte, die es zu bedenken gilt

Weltweit werden zunehmend IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) für den Zugang zu Behördendiensten und staatlichen Informationen eingesetzt. Seit Beginn der globalen Pandemie ist die Anzahl der verfügbaren E-Government-Dienste stark gewachsen, zudem richten sich die Dienstleistungen stärker an den Nutzerinnen und Nutzern aus. Dennoch ist die Corona-Pandemie nicht der einzige Grund für das schnelle Wachstum. Smartphones sind mittlerweile immer erschwinglicher geworden. So besitzen weltweit durchschnittlich 76 Prozent der Menschen in den hoch entwickelten Industrieländern ein Smartphone.1 Zudem können dank des ständigen technologischen Fortschritts immer mehr Behördendienste sicher in der Cloud implementiert werden.

Im August 2021 fand im italienischen Triest das G20-Ministertreffen zur Digitalisierung statt. Die G20-Mitglieder haben eine Erklärung unterzeichnet, in der zwölf Maßnahmen zur Beschleunigung des digitalen Wandels aufgeführt werden. Eine Maßnahme konzentriert sich beispielsweise auf IKT zur Verbesserung der öffentlichen Dienste, während eine andere auf die Entwicklung digitaler Identitäten abzielt, eine Voraussetzung für ein breit gefächertes und gut funktionierendes E-Government-Angebot. Die Initiative ist ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung der E-Government-Technologie, von der sowohl Regierungen als auch die Öffentlichkeit profitieren.

Verbesserung der E-Government-Infrastrukturen

Während der Corona-Pandemie kamen Städte und Prozesse zum Stillstand. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen war es auch nicht mehr möglich, vertrauliche Dokumente persönlich abzuholen. Viele Behörden setzten daher alle Hebel in Bewegung, um möglichst schnell eine sichere Kommunikationstechnologie zu implementieren, um die Ausgabe offizieller Unterlagen und Dokumente zu ermöglichen. VeriGO® TrueSeal ist eine E-Government-Lösung zum Schutz von Dokumenten, die vertrauliche personenbezogene Daten enthalten, wie zum Beispiel Impfausweise, medizinische Aufzeichnungen, Befreiungen von der Ausgangssperre. Diese Lösung ermöglicht es Regierungen, E-Government-Dienste in bestehende Infrastrukturen zu integrieren.

Die Pandemie hat zweifellos die Implementierung von cloudbasierten E-Government-Diensten in mehreren Ländern beschleunigt, aber das volle Potenzial wird allzu oft nicht ausgeschöpft. Ein UN-Bericht aus dem Jahr 2020 stellt fest, dass Länder wie Dänemark, Südkorea und Estland Vorreiter bei der Einführung von E-Government-Systemen sind, während die USA sogar Neuseeland hinterherhinken, wenn es um das Angebot von digitalen Behördendiensten geht.3

E-Government-Dienste heben Barrieren auf und machen vieles einfacher. In zahlreichen Ländern können Familien die Geburt eines neuen Kindes bequem von zu Hause aus über ein Online-Portal registrieren. Diese digitale Transformation macht die öffentliche Verwaltung einfacher und effizienter. Und auch für andere Aspekte im Leben können Lösungen wie VeriGO® TrueID von Veridos dazu verwendet werden, um die Identität mithilfe biometrischer Gesichtserkennung bei der Beantragung von Reisepässen, Führerscheinen oder Geburtsurkunden sicher zu bestätigen.

Die Vorteile der E-Government-Dienste

Die meisten von uns können sich etwas Schöneres als einen Besuch auf dem Amt vorstellen, um Zugang zu Informationen zu erhalten oder ein Verwaltungsanliegen zu klären. Online eine Geburt zu registrieren oder ein Haustier anzumelden, ist bequem, unkompliziert und effizient. Bürgerinnen und Bürger sparen Zeit und Geld, weil sie nirgends hinmüssen, und ersparen sich zudem den Papierkram.

Und auch Regierungen profitieren enorm. Die Anschaffungskosten sind zwar hoch, aber dennoch lohnt sich die Implementierung von E-Government-Diensten. Estland konnte schätzungsweise 1400 Jahre Arbeitszeit und 2 Prozent des BIP einsparen, weil das Land seinen Bürgerinnen und Bürgern digitalen Zugang zu Behördendiensten bietet.4 Forschungen zufolge könnten Länder mit der Einführung digitaler Ausweise bis 2030 einen wirtschaftlichen Wert in Höhe von 3 bis 13 Prozent des BIP freisetzen.5

Banken könnten ebenfalls von den Vorteilen der E-Government-Entwicklung profitieren: Digitale Ausweise verbessern das Risikomanagement und zugleich das Kundenerlebnis.

Netzwerksicherheit für mehr Datenschutz

Die Aufbewahrung von Dokumenten in einem dezentralen digitalen Tresor oder in der Cloud? Das mag praktisch und unkompliziert klingen, bringt aber viele Faktoren mit sich, die es zu berücksichtigen gilt, wie Compliance, Datenschutz, Transparenz, ePrivacy und Vertrauen.

Im Hinblick auf Compliance müssen internationale Standards implementiert werden, um die Gültigkeit digitaler Dokumente in anderen Ländern zu gewährleisten. In der EU stellt die eIDAS-Verordnung sicher, dass nationale elektronische ID-Systeme in anderen Ländern verwendet werden können, dennoch besteht das Problem der Nutzerakzeptanz. Dabei fallen die folgenden beiden Faktoren ins Gewicht: zum einen die Öffentlichkeit dazu zu bewegen, die ID-Systeme zu verwenden, und zum anderen deren sichere Funktionsweise zu garantieren.

Es überrascht nicht, dass die Öffentlichkeit Bedenken hat. Fragen hinsichtlich der Sicherheit der personenbezogenen Daten, der unbefugten Nutzung, der Netzwerksicherheit und der erfolgreichen Erkennung von Datenschutzverletzungen sind Gründe dafür, warum Bürgerinnen und Bürger die E-Government-Dienste nur zögerlich nutzen.

Zur Abwehr von Bedrohungen der Cybersicherheit und zur Minimierung von Schwachstellen muss die Cloud durch kontinuierliches und aktives Application Hardening vor Malware und Cyberangriffen geschützt werden. Dieser Begriff beschreibt einen dynamischen Ansatz, der eine App über mehrere Sicherheitsebenen schützt. Und dies ist nicht nur auf die App beschränkt, sondern gilt für die verschiedenen Ebenen, die Schwachstellen enthalten können, sei es die Administratorebene, sei es die Benutzerebene usw., die alle Versuche von Hackern verhindern sollen, die App zu manipulieren.

Zudem gilt es, den Konflikt zwischen Sicherheit und Komfort zu lösen. Denn ein hohes Maß an Sicherheit geht Hand in Hand mit umständlicheren Log-in- und Verifizierungsschritten für die Nutzerinnen und Nutzer. Hier kommt es auf die richtige Balance an, beispielsweise könnten kryptografische oder biometrische Verfahren für mehr Sicherheit sorgen.

“Bei E-Government kommt es auf die richtige Balance an: Einerseits muss das Nutzererlebnis so bequem wie möglich sein, während andererseits für maximale Netzwerksicherheit gesorgt wird“
Xavier Prost
Head of E-Government bei Veridos

Die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf Datenmanagement, Zugriffsrechte und Datenschutz sind angesichts des rasanten Tempos berechtigt, mit dem die digitale Transformation weltweit voranschreitet. Es ist daher zwingend erforderlich, dass digitale Daten denselben strengen Datenschutzgesetzen und -vorschriften unterliegen wie traditionelle, nicht digitale Dokumente. Bürgerinnen und Bürger haben das Recht zu entscheiden, wer auf diese sensiblen Daten zugreifen darf – und wie.

Sichere E-Government-Dienste für die Zukunft

Der digitale Wandel geht weiter und er bringt enormes Potenzial mit sich, weil immer mehr Behördendienste in der Cloud angeboten werden können. Die Implementierung, Verwaltung und Optimierung von IKT-Prozessen sowie die Gewährleistung höchster Sicherheitsstandards sind kostspielig, bringen aber enorme Vorteile mit sich, sofern Regierungen die richtigen Maßnahmen ergreifen. Regierungen können viel Zeit und Geld sparen. Durch das digitale Angebot werden Dienste außerdem immer leichter zugänglich.

Einer der wichtigsten zu bedenkenden Faktoren ist die Datensicherheit. Datenschutz muss bei der Implementierung von E-Government-Systemen und -Diensten oberste Priorität haben, und dennoch darf das Nutzererlebnis nicht darunter leiden. Der Zugang zu den Diensten sollte auf dem Smartphone, Computer oder anderen inklusiven Geräten problemlos möglich sein. Regierungen können all die Anforderungen nur meistern, wenn sie am Ball bleiben. Sie müssen mit der Verbreitung von E-Government Schritt halten und kontinuierlich den Schutz der personenbezogenen Daten gewährleisten.

  1. How many people have smartphones?, Oberlo, 2021

  2. The Digital Ministers approves a Declaration identifying 12 actions to accelerate the digital transition of the economy and governments, G20 Italia 2021, 2021

  3. E-Government Survey 2020, United Nations Department of Economic and Social Affairs, 2020

  4. Estonia – the Digital Republic Secured by Blockchain, PWC, 2019

  5. Digital identification: A key to inclusive growth, McKinsey Global Institute, 2019

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