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Die rechtliche Identität: Eintrittskarte in die Welt und Menschenrecht

Annual Report
5 Mins.

Normal für die meisten Menschen in Industrieländern, gar nicht selbstverständlich in wirtschaftlich weniger entwickelten oder politisch instabilen Gegenden: eine eindeutige legale Identität. Dabei sind Geburtsurkunde, Personalausweis oder Reisepass für unser Leben unerlässlich. Sie ermöglichen den Zugang zu staatlichen Leistungen, Bildung, Finanzprodukten und Mobilität. Laut den UN-Nachhaltigkeitszielen soll daher bis 2030 jeder Mensch eine legale Identität haben. Veridos, das Joint Venture von G+D und der Bundesdruckerei, setzt sich als führender Hersteller von Identitätslösungen schon lange für dieses Ziel ein. 2021 ist Veridos nun auch dem UN Global Compact beigetreten – der weltweit größten Initiative für verantwortliche Unternehmensführung.

Derzeit besitzen etwa eine Milliarde Menschen auf dem Globus keine rechtliche Identität, die Hälfte davon lebt in Afrika. Das sind zum Beispiel Personen, deren Geburt nicht amtlich registriert wurde – weil die Infrastruktur dafür nicht vorhanden war, Krieg herrschte oder die Familie auf der Flucht war. Weltweit haben 237 Millionen Kinder unter fünf Jahren (noch) keine Geburtsurkunde. Spätestens wenn aus diesen Kindern einmal Jugendliche und Erwachsene werden, wirkt sich dies nachteilig und sozial destabilisierend aus. Keine legale Identität heißt nämlich: kein Zugang zu digitalen Bildungsangeboten, kein eigenes Bankkonto oder Smartphone, Hürden beim Abschluss von Verträgen oder dem Antritt einer Erbschaft, schlechtere Gesundheitsversorgung. Vielleicht haben diese Menschen auch gar keine Staatsangehörigkeit oder Schwierigkeiten, bei einer politischen Wahl ihre Stimme abzugeben. „Erst eine offizielle, eindeutige Identität macht es uns möglich, unsere Rechte und Pflichten in der Gesellschaft vollständig wahrzunehmen. Eine Identität ist der Zugang zur digitalen und physischen Welt – und damit ein Menschenrecht“, betont Marc-Julian Siewert, CEO von Veridos.

Noch bevor ein Mensch geboren wird, ist die rechtliche Identität von Bedeutung. Können die Eltern ihre eigene Existenz belegen, heiraten, soziale Leistungen beantragen und Gesundheitsversorgung wahrnehmen? Bekommt das Kind eine Geburtsurkunde und Staatsangehörigkeit? Wird es im Pass von Mutter oder Vater registriert und erhält es später einen eigenen Personalausweis? Wer erwachsen wird und sich die Welt erschließt, braucht Führerschein, Reisedokumente, Visa oder Impfzertifikate. Und auch sesshaft zu werden gestaltet sich mit einer legalen Identität einfacher – vom Immobilienkauf über Kredite und Bankkonten bis hin zum Aufbau eines eigenen Unternehmens und der Gründung einer Familie. Auch eine Patientenkarte kann ein Identitätsnachweis sein: Sie eröffnet Zugang zu örtlichen und digitalen Gesundheitsleistungen. Und immer mehr Menschen kümmern sich schon zu Lebzeiten darum, dass ihr digitaler Nachlass geregelt ist und ihre Daten nach dem Tod nicht in falsche Hände geraten.

“Erst eine offizielle, eindeutige Identität macht es uns möglich, unsere Rechte und Pflichten in der Gesellschaft vollständig wahrzunehmen. Eine Identität ist der Zugang zur digitalen und physischen Welt – und damit ein Menschenrecht.“
Marc-Julian Siewert
CEO Veridos

Identitätslösungen bringen Wachstum und Chancen

Veridos ist einer der führenden Anbieter von Identitätslösungen. Dazu gehören ein zuverlässiges Registrierungssystem, hoheitliche Dokumente wie Geburtsurkunden oder Personalausweise sowie Lösungen zum Schutz von Identitätsmissbrauch. „Mehr als 100 der fast 200 Staaten der Erde nutzen Veridos-Technologie. So leisten wir unseren Beitrag zu einer zunehmend inklusiven und nachhaltigen Welt“, ist Siewert sicher. Erfolgsgeschichten belegen klar: Funktionieren in einem Land die Identitätssysteme (z.B. Melde- und Passwesen), kann das das Wirtschaftswachstum beleben, zur Gleichberechtigung der Frauen beitragen, die finanzielle Teilhabe und Gesundheitsvorsorge stärken, der Korruption Paroli bieten und Steuereinnahmen des Staates erhöhen. Das Beratungsunternehmen McKinsey schätzt, dass die vollständige Einführung rechtlicher Identitäten – idealerweise auf digitaler Basis – den Entwicklungsländern bis 2030 ein zusätzliches Wachstum von bis zu sechs Prozent einbringen könnte.

Legale Identität – wichtig und nützlich ein ganzes Leben lang

Nahezu täglich ist es für Menschen wichtig, ihre eigene Identität legal nachweisen zu können. Wer keine offiziellen (digitalen) Identitätspapiere wie z. B. einen Personalausweis hat, ist benachteiligt und wird vor allem in der Internet-Ökonomie abgehängt. Das gilt immerhin noch für eine Milliarde Menschen auf dem Globus. Bis 2030 sollen daher nach dem Willen der UN alle Menschen einen legalen Identitätsnachweis haben. Wofür braucht man den eigentlich überall?

Die Aktivitäten von Veridos in Sachen Identitätslösungen umspannen den ganzen Globus. Zu den Kunden gehören Länder wie die USA, Kanada und Dänemark, ebenso Kosovo, Bangladesch und Uganda. Im Auftrag der dänischen Nationalpolizei produziert Veridos derzeit beispielsweise neue elektronische Pässe. Sie werden seit Oktober 2021 ausgegeben und entsprechen den höchsten Sicherheitsstandards der EU und der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO. Für die ICAO verantwortet Veridos außerdem die Grenzkontroll-Sicherheitslösung Public Key Directory Service (PKD). An dieses Angebot sind bereits fast 100 der 193 ICAO-Mitgliedsstaaten angeschlossen. Sie machen so ihre Systeme und Standards für Kontrollen an Flughäfen noch sicherer, etwa indem sie elektronische Reisepässe auf Echtheit prüfen. Dafür sind in der PKD Zertifikate und Sperrlisten von Pässen hinterlegt, was unter anderem wichtig für die Terrorismusbekämpfung ist.

Auch eine wachsende Zahl von Schwellen- und Entwicklungsländern investiert in neue Technologien bei Identitätslösungen. Mit Riesenschritten voran geht beispielsweise Bangladesch: Seit 2018 unterstützt Veridos dort den Aufbau einer hochmodernen Gesamtlösung von elektronischen Reisepässen, Identitätslösungen und Grenzkontrolle. Das Land mit der weltweit achtgrößten Bevölkerung produziert für seine Bürgerinnen und Bürger nun sichere E-Pässe im eigenen Land, kann dank E-Gates am Flughafen in nur 14 Sekunden die Identität eines Reisenden überprüfen und bietet Bürgerinnen und Bürgern zunehmend E-Government an – etwa die Online-Vereinbarung eines Behördentermins.

Sichere und komfortable Lösungen für die legale Identität eines Menschen sind also vorhanden und unterstützen das UN-Nachhaltigkeitsziel. Und auch der Übergang von physischen Identitätsprodukten in die digitale Welt läuft auf Hochtouren. „Schon heute können sich Menschen mit digitalen Identitätsdokumenten auf dem Smartphone ausweisen. Mobilgeräte werden immer häufiger zu Pass & Co.“, ergänzt Siewert. Das wird auch dem Megatrend E-Goverment weiteren Rückenwind geben: Damit Staaten ihren Bürgern und Bürgerinnen sichere Online- Behördendienste anbieten können, brauchen diese nicht nur eine rechtliche, sondern eine digitale Identität.

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