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Man holding a banknote against the light to see the security features
#Cash

Banknoten, die maximale Sicherheit versprechen

Insights
6 Mins.

Zentralbanken befinden sich schon immer in einem Wettlauf gegen die Falschgeldkriminalität. Deshalb besitzen Banknoten heutzutage eine mehrstufige Sicherheitsarchitektur, bei der sichtbare und daher bekannte Sicherheitselemente wie Wasserzeichen mit unsichtbaren Merkmalen kombiniert werden. Bestens bewährt haben sich dabei Geldscheine auf der Basis von Baumwolle, denn nicht alle Substrate ermöglichen eine solche Sicherheitsarchitektur

Gefälschte Banknoten haben einen festen Platz im breiten Spektrum der Fälschungskriminalität. Je nach geplantem Einsatzzweck und -situation werden Banknoten mit mehr oder weniger Aufwand gefälscht – von einzelnen Noten bis zu großen Volumina.

Handgefertigte einzelne Fälschungen kommen aufgrund des hohen Produktionsaufwands bei verhältnismäßig geringem Ertrag nur selten in Umlauf. Für Zentralbanken stellen Fälschungen im großen Maßstab jedoch ein Problem dar: Nichts kann das Vertrauen in Bargeld so massiv schädigen wie der aufkommende Verdacht, auf Falschgeld hereinfallen zu können. Grund dafür ist, dass sich jeder, der unwissentlich mit Falschgeld bezahlt oder dieses annimmt, erst einmal strafbar macht, auch wenn er nicht der Urheber ist, und auf den Kosten sitzen bleibt.

Falschgeld, das aus dem Verkehr gezogen wurde, prüfen in der Regel die staatlichen Kriminalbehörden in Zusammenarbeit mit der Zentralbank. Der Fokus liegt hierbei darauf, die falschen Noten zu charakterisieren, um sie möglichen Urhebern zuordnen zu können. Dadurch können Falschgeldlabore aufgespürt und professionelle Fälscherringe ausgehoben werden. Dies erfolgt auf internationaler Ebene in der Regel durch eine enge Zusammenarbeit zwischen nationalen Kriminalbehörden und den internationalen Polizeiorganisationen wie Europol oder Interpol.

Falschgeldkriminalität: die großen und die kleinen Fische

Banknote Honduras App
Apps helfen dabei Sicherheitsmerkmale neuer Noten zu erklären

Problematisch sind vor allem organisierte Netzwerke, deren „Geschäftsmodell“ darauf basiert, Falschgeld im Wert von bis zu mehreren Millionen Euro in Umlauf zu bringen. Daher müssen es Zentralbanken den Fälscherringen möglichst schwer machen, denn je höher der Aufwand für täuschend echte Nachbildungen ist, desto komplizierter wird es für die Betrüger. In der Fälschungsstatistik tauchen seit einigen Jahren auch leicht veränderte Abbildungen von Banknoten auf, sogenanntes Filmgeld. Die oftmals formattreuen, im kommerziellen Offset gedruckten Noten werden vor allem in niedrigen Werten in Umlauf gebracht. Auf die Nachahmung von Sicherheitsmerkmalen wird komplett verzichtet. Eine Tatsache, welche klar aufzeigt, dass die Aufklärung der Öffentlichkeit zur Echtheitserkennung von Banknoten nicht vernachlässigt werden darf. Viele Zentralbanken setzen bei der Neueinführung von Serien auf eine mobile Applikation, welche die optischen Sicherheitselemente und deren Prüfung einfach und anschaulich erklärt. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Central Bank of Honduras, die im September 2021 die neue Gedenknote 200 Lempira eingeführt hat und die neuen Sicherheitselemente mit ihren optisch variablen Effekten der Bevölkerung vorgestellt hat.

Die Sicherheitsarchitektur von Banknoten

Das Banknotendesign berücksichtigt eine dreistufige Sicherheitsarchitektur: Auf der ersten Ebene (Level 1) befinden sich Merkmale, die die Bevölkerung optisch und haptisch sofort erkennen und einfach nachprüfen kann. Als wesentlicher Bestandteil gilt die charakteristische Haptik des Stichtiefdrucks in Verbindung mit baumwollbasierten Substraten.

Die zweite Ebene umfasst alle Merkmale, die mithilfe eines Prüfgeräts erkannt werden können, etwa mit einer UV-Lampe an der Kasse im Supermarkt oder maschinell durch eine entsprechende Sensorik in Bezahlautomaten, in Geldeinzahlgeräten oder Banknotenbearbeitungsmaschinen.

Die Prüfung der dritten Sicherheitsstufe ist ausschließlich den Zentralbanken vorbehalten.

Für die optische Echtheitserkennung sind in der Bevölkerung noch immer die bekanntesten Sicherheitsmerkmale das Wasserzeichen und der Sicherheitsfaden. Beide wurden über die vergangenen Jahrzehnte technologisch immer weiterentwickelt.

Der Sicherheitsfaden ist ein gutes Beispiel dafür, wie verschiedene Techniken auf mehreren Stufen gleichzeitig wirken können: Er ermöglicht der Bevölkerung eine intuitive Sicherheitsprüfung im Auf- und Durchlicht und kann gleichzeitig maschinenlesbare Elemente wie magnetische Codierung (MultiCode™) oder Fluoreszenz enthalten. Dabei muss die Entwicklung optischer Sicherheitsmerkmale die Trends im kommerziellen Markt beobachten: So gibt es beispielsweise handelsübliche Nagellacke, die aufgrund ihrer optisch variablen und magnetischen Eigenschaften zur billigen Imitation von Folienfeatures verwendet werden können. Die neueste Entwicklung von G+D, der Sicherheitsfaden RollingStar® i+ hebt sich durch die bessere Designauflösung, die höhere Brillanz und die klareren Farbwechsel deutlich von den kommerziell erhältlichen Materialien ab. Neben den individuellen Designmöglichkeiten und der Verwendung von Hochsicherheitstechnologien wird die Hürde für Fälscher extrem erhöht, indem der Sicherheitsfaden direkt in das Banknotenpapier eingebettet ist.

Design trifft Technologie

„Nur die Kombination komplexer, stetig weiterentwickelter Technologien, gepaart mit einem auffälligen Design, ermöglicht die maximale Sicherheit für jeden Banknotenwert“, sagt Astrid Drexler, Product Manager Banknotes.

Neben der Anforderung an Sicherheit und Haltbarkeit spielt auch das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle bei der Produktion von Banknoten. Diese Anforderungen werden aktuell von baumwollbasierten Substraten – hergestellt aus Baumwollkämmlingen, welche in der Textilindustrie nicht verarbeitet werden – optimal miteinander vereint. Nicht ohne Grund werden mehr als 95 % aller Banknoten weltweit auf Substraten gedruckt, die auf Baumwolle basieren.1 Mit Hybrid ADDvance® hat G+D ein innovatives Baumwollsubstrat geschaffen, das sich in Optik und Haptik wenig von einem klassischemn Baumwollsubstrat unterscheidet. Das Besondere an Hybrid ADDvance® sind zwei dünne Polymerfolien auf beiden Seiten, die nicht nur Gebrauchsspuren verhindern, sondern auch die eingebetteten Sicherheitselemente schützen.

“Wenn die Sicherheitsmerkmale untrennbar mit dem Papier verbunden werden, entsteht höchste Sicherheit von innen – egal, für welchen Wert der Banknotenserie“
Astrid Drexler
Product Manager Banknotes

Zwar sind Wasserzeichen und Sicherheitsfaden allgemein bekannt – und auch Fenster, Folien und spezielle Farben und Drucktechniken sollen die optische und haptische Echtheitsprüfung für die Bevölkerung erleichtern. Trotzdem wird das Banknotendesign im Alltag oft nicht bewusst, sondern vielmehr unbewusst wahrgenommen. Den Anwendern fällt es in der Regel schwer, die Echtheitsmerkmale der Sicherheitselemente detailliert zu beschreiben. Genau diese Lücke nutzen Fälscher aus: Sie imitieren das Wesentliche. Denn grundsätzlich wären die meisten Fälschungen bei gewissenhafter Prüfung gut zu erkennen. G+D hat eingehend analysiert, wie das menschliche Auge mit einer Banknote umgeht: Es findet visuelle Anker und nimmt manche Objekte auf dem Schein stärker wahr als andere. Diese Erkenntnisse nutzt G+D bei der Designentwicklung und kombiniert die unterschiedlichen Sicherheitselemente optimal miteinander, um maximale Aufmerksamkeit zu erzielen.

Design als wichtiger Bestandteil der Sicherheitsarchitektur

Banknote with a security element as part of its design
Das Sicherheitelement wird zum Bestandteil des Designs

Dazu bedient sich der Designer des Storytellings, bei dem die Banknote und ihre einzelnen Elemente eine Geschichte erzählen: Motive, die in unterschiedlichen Sicherheitselementen wiederholt werden, in Kombination ein besonders attraktives Motiv ergeben oder sich auf Vorder- und Rückseite ergänzen. Das ermöglicht es, schnell zu erkennen, ob „etwas nicht stimmt“, ohne es im Detail erklären zu können. Eine Geschichte verbindet die optischen Elemente miteinander, was für eine intuitive Einschätzung hilft – denn entscheidend ist die rasche Erkennbarkeit. Dieses Vorgehen macht auch Fälschern das Leben schwerer, da sie sich meist auf das auffälligste Sicherheitsfeature konzentrieren und das Design und die Kombination der einzelnen Elemente außen vor lassen. Fachleute der Kriminalbehörden und Zentralbanken bestätigen dies.

Somit gilt: Nicht die Anzahl von Sicherheitsfeatures, sondern ihre optimale Kombination schafft Sicherheit. Dazu gehört ein gut durchdachtes Design, das nicht nur ästhetische Ansprüche erfüllt, sondern auch elementarer Teil der Sicherheitsarchitektur ist. Dieses intuitive Echtheitsempfinden ist es, das durch Optik und Haptik das nötige Vertrauen schafft.

Sicherheit und Vertrauen in eine Währung zu schaffen, ist Aufgabe aller Notenbanken. Das Zusammenspiel aus baumwollbasiertem Substrat, optisch attraktiven und maschinenlesbaren Sicherheitsmerkmalen in einem gut durchdachten Design – das macht eine Banknote so sicher, wie es technisch möglich ist.

  1. Video vom Bankenverband: So erkennen Sie Falschgeld, handwerk magazin, 2015

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