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Baumwoll-Banknoten: von Natur aus sicher

Insights
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Baumwolle begegnet uns im Alltag an vielen Stellen: in unserer Kleidung, unseren Büchern, Kaffeefiltern, Fischernetzen und auch in unseren Banknoten. Die Naturfaser prägt unser tägliches Leben seit Jahrtausenden – und dennoch schenken die meisten ihr nur wenig Beachtung. Wir haben dieses „natürliche Multitalent“ samt seinen Vorteilen einmal genauer unter die Lupe genommen.

24 Millionen Tonnen Baumwolle werden jedes Jahr produziert, drei Viertel der weltweiten Produktion entfallen dabei auf Indien, China, die Vereinigten Staaten, Brasilien und Pakistan.1 Neu ist das nicht, denn Baumwolle wird bereits seit dem fünften Jahrtausend v. Chr. verwendet, war aber auch während der industriellen Revolution die treibende Kraft: Ohne den Rohstoff wäre der technologische Fortschritt undenkbar und Millionen wären ohne Lohn und Brot gewesen. Schätzungen zufolge verdienten Mitte des 19. Jahrhunderts 20 bis 25 % der britischen Bevölkerung ihren Lebensunterhalt in der Baumwollindustrie.

Baumwollpflanze

Heute ist diese flexible und langlebige Faser aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Sie wird in vielen verschiedenen Branchen genutzt – und dabei kommt jeder Teil der Faser zum Einsatz. Nach dem Pflücken werden die weißen Baumwollbällchen in Fabriken verarbeitet und zu langen Garnen gekämmt. Beim Kämmen der Baumwollbälle fallen kleine Stücke ab – die kurzfaserigen Baumwollkämmlinge. Von den 24 Millionen Tonnen Baumwolle, die jährlich geerntet werden, fallen etwa 20 % bis 30 % der Baumwollbällchen als Nebenprodukte an (etwa 6 Millionen Tonnen). Ein Material, das sich ideal für die Herstellung von Banknoten eignet. 125.000 Tonnen dieser Kämmlinge – und damit 2 % dieses „Nebenprodukts“ aus der Baumwollproduktion – verwendet die Banknotenindustrie.

Banknotensicherheit durch Technologie

Banknotenpapier aus Baumwolle bietet gegenüber anderen Materialien mehrere Vorteile. Baumwolle ist äußerst strapazierfähig – wer schon mal einen Geldschein versehentlich in der Waschmaschine gewaschen hat, weiß, wie robust das Material ist. Hinzu kommt: Baumwolle zeichnet sich durch eine höhere Sicherheitsdichte im Vergleich zu anderen Substraten aus. Sicherheitsfeatures wie Wasserzeichen oder Fäden machen faserbasierte Noten extrem fälschungssicher. So sind bis zu 18 Arbeitsschritte für die Herstellung eines Sicherheitsfadens notwendig, bevor dieser in die Banknote eingearbeitet werden kann. Die Sicherheit ist somit höher als bei Elementen, die nur durch Drucken oder Aufbringen auf „zweidimensionale“ Substrate hergestellt werden.

“Die Herstellung einer faserbasierten Banknote aus Baumwolle besticht durch ihre Komplexität und die Möglichkeit, während der einzelnen Verarbeitungsschritte Sicherheitsfeatures in einer Dichte einzuarbeiten, die andere Substrate nicht erreichen“
Astrid Drexler
Product Manager for High-Security Paper, Louisenthal

Eine nachhaltige und erneuerbare Ressource

Baumwolle ist darüber hinaus außergewöhnlich nachhaltig: Um ein Kilogramm Fasern zu produzieren, werden bei der Baumwollherstellung 1,7 Kilogramm Kohlendioxid emittiert. In ihren Blättern und im Boden bindet sie jedoch 2,2 Kilogramm des Treibhausgases, was bedeutet, dass sie der Atmosphäre mehr CO2 entzieht, als sie ausstößt. „Baumwolle nutzt Sauerstoff und CO2 zur Herstellung von Zellulose, und da ihre Fasern zu 96 % bis 98 % aus reiner Zellulose bestehen, ist Baumwolle die am besten biologisch abbaubare Naturfaser der Welt“, so das ICAC (International Cotton Advisory Committee).2

In ihrem „2020 Update of the Environmental Statement“ schreibt die Europäische Zentralbank (EZB) zudem, dass sie Maßnahmen umsetzt, um die Auswirkungen der Produktion von Euro-Banknoten auf die Umwelt zu minimieren.3 Ein weiteres Indiz dafür, dass das Thema „nachhaltige Baumwolle“ immer mehr an Bedeutung gewinnt: Jeder einzelne Produktionsschritt kann als Hebel verstanden werden, um die Nachhaltigkeitsbilanz des Materials zu verbessern. Neben umweltfreundlichen Baumwollproduktionsverfahren unterstützt zum Beispiel auch die Verwendung von Bio-Baumwolle die Nachhaltigkeitsziele. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Banknoten nachhaltiger gestaltet werden können. Die Verwendung von Baumwollbanknoten ist ein guter Anfang.

Der seit Jahrtausenden bekannte und genutzte natürliche Rohstoff verschafft Banknoten aus Baumwollpapier entscheidende Vorteile gegenüber anderen Substraten: Die Kombination aus Nachhaltigkeit, Haltbarkeit und Sicherheit macht Baumwolle zu einer unverzichtbaren Faser für die Banknotenproduktion.

  1. Cotton, OECD-FAO Agricultural Outlook 2021-2030, 2021

  2. Truth About Cotton, International Cotton Advisory Committee, 2022

  3. Foreword, Environmental Management at the ECB, European Central Bank, 2020

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