One-Click-Check-out – bezahlen per Smartphone
 
#Bezahlkarten

Check-out mit einem Klick – ganz ohne Reibungen

Technische Innovation
4 Mins.

Unternehmen suchen ständig nach Möglichkeiten, den Online-Check-out für ihre Kundinnen und Kunden zu optimieren und so die Zahl der Kaufabbrüche zu verringern. Als Antwort auf diese Herausforderung haben sich die meistgenutzten Bezahlkarten-Netzwerke zusammengetan und Click to Pay ins Leben gerufen. Gemeinsam machen sie Express-Check-out zu einem breit verfügbaren, intuitiven und sicheren Erlebnis.

E-Commerce entwickelt sich immer mehr zu einem Teil des täglichen Lebens. Der Bezahlvorgang – und die dabei benutzte digitale Zahlmethode – wird nicht mehr einfach nur als Grundlage für die Abwicklung eines Geschäfts, sondern als essenzieller Bestandteil des Einkaufserlebnisses betrachtet.

Allerdings bedeutet die enorme Bandbreite an Karten, Geräten, Validierungs- und Autorisierungsverfahren, dass die User Experience nicht immer so schnell, einfach und sicher ist, wie sie sein könnte. Das Ergebnis: frustrierte Nutzerinnen und Nutzer, unzählige Kaufabbrüche, entgangene Umsatz- und Reputationsverluste.

Die Marktforschung hat eindeutig gezeigt, dass ein Einzelhändler mit einem gut zu handhabenden, intuitiv zu bedienenden, reibungslosen Check-out-Vorgang die Konversionsraten der virtuellen Einkaufswagen dramatisch steigern kann. Analysten des britischen Beratungsunternehmens GlobalData erklären, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bei Anwendungen für Online-Bezahlungen zunehmend auf Komfort achten: Im „Financial Services Consumer Survey“ gaben 2021 43 % der befragten E-Commerce-Nutzerinnen und -Nutzer an, dass für sie „Einfachheit und Geschwindigkeit“ die wichtigsten Kriterien dafür sind, ob sie ein bestimmtes Bezahl-Tool beim Online-Shopping auswählen und nutzen oder nicht.1

Unternehmen sind daher beständig auf der Suche nach innovativen Lösungen, mit denen sie diese Herausforderung angehen und die Kundenerfahrungen beim Check-out verbessern können.

Die Herausforderung annehmen

Es ist nicht überraschend, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher nach ihren Erfahrungen mit Online-Käufen frustriert sind:

  • Durchschnittlich summiert sich die Zahl an Klicks von der Kaufentscheidung bis zum Abschluss eines Bezahlvorgangs auf erstaunliche 23, was im Schnitt zwei Minuten und sieben Sekunden in Anspruch nimmt – sogar noch mehr, wenn sich Kundinnen und Kunden zuvor noch registrieren müssen.2
  • Mangelnde Konsistenz bei den Verfahren für Online-Check-outs behindert ebenfalls den Abschluss; unterschiedliche Händler implementieren Check-out- und Bezahl-Verfahren auf teilweise sehr unterschiedliche Weise.
  • Wenn Kundinnen und Kunden die Daten ihrer Bankkarten bei Händlern hinterlegen, haben sie häufig berechtigte Sicherheitsbedenken, weil unklar ist, wie diese Daten behandelt, transferiert und gespeichert werden.
  • Bei der manuellen Eingabe von Kartendetails – weitverbreitet bei den kleinen Displays von mobilen Geräten – kann jeder Fehler dazu führen, dass die Kundin oder der Kunde wieder von vorn beginnen muss. Das verhindert einen reibungslosen Einkauf und resultiert letztlich in entgangenem Umsatz für den Händler.
  • Wie sehr solche Abläufe Kundinnen und Kunden belasten, zeigt sich an der hohen Anzahl der Kaufabbrüche; der Anteil beläuft sich momentan in Europa auf 56 % und in den USA auf 69 %3 – wobei 25 % aller Carts wegen langer, komplizierter Check-out-Prozesse aufgegeben werden und noch einmal 5 Prozentpunkte mehr, wenn für den Einkauf zusätzlich eine Registrierung erforderlich ist.4

Bemühungen um eine Verbesserung dieser Situation haben bereits zu einer weitverbreiteten Nutzung von Card-on-File-Einrichtungen geführt. Dabei werden die Payment-Zugangsdaten von Kundinnen und Kunden sicher (als Tokens) gespeichert und stehen dann für künftige Anwendungen zur Verfügung. Damit können sie das Detailformular beim Check-out automatisch ausfüllen und die Transaktion zügig abschließen.

Viele Nutzerinnen und Nutzer empfinden diese Herangehensweise als vorteilhaft, deshalb legt die Nutzung von Tokens in Netzwerken stark zu. Eine neue Analyse von Juniper Research schätzt, dass bis 2026 weltweit jährlich mehr als 1 Billion Zahl-Transaktionen über Tokens abgewickelt werden, ein Anstieg von 680 Milliarden 2022.5

Diese Entwicklung kommt nicht überraschend für Kartenherausgeber und Einzelhändler. Tokens schützen die gespeicherten Zahlungsdaten der Kundinnen und Kunden, indem sie diese sensiblen Daten durch Token-Werte ersetzen, die selbst keinerlei nutzbare Angaben enthalten. Das verhindert, dass bösartige Akteure im Fall eines Datenlecks Zugang zu Bezahldaten erhalten.

Allerdings wird die Tokenisierung durch die stark steigende Beliebtheit von One-Click-Check-outs vorangetrieben, sagen die Marktanalysten von Juniper Research. Einzelhändler im E-Commcerce und Karten-netzwerke arbeiten daran, die Reibungen beim Einkauf zu minimieren – und setzen sich für eine breite Nutzung von Tokens ein, um Sicherheitsüberprüfungen zu optimieren und damit die Zustimmungsraten bei Zahlungen zu verbessern.

„Ein schneller und reibungsloser Check-out-Vorgang kann die Konversionsraten erheblich steigern“, sagt Alex Gatiragas, Director, Digital Payments Solution Experience bei G+D. „Aus diesem Grund suchen Einzelhändler und Payment-Anbieter ständig nach Möglichkeiten, um die Kundenerfahrung ebenso zu verbessern wie die Abverkäufe und die Konversionsraten. Je leichter Kundinnen und Kunden von der ersten Kauferwägung zum Abschluss gelangen, desto wahrscheinlicher werden sie auch kaufen.“

Schnelleres und bequemeres Online-Shopping

Frau bezahlt mit Smartphone mit nur einem Klick

In den vergangenen Jahren war bei Einkäufen das einfache Bezahlen mit einem Klick unter verschiedenen Namen bekannt – etwa Express-Check-out, Express Bezahlen, Sofortzahlen oder „Sofort Kaufen“-Button. Sie alle haben zum Ziel, schnelle Check-out-Abläufe zu ermöglichen – damit Kundinnen und Kunden mit dem geringstmöglichen Aufwand auschecken und bezahlen können.

Die erste Generation dieser Tools wurde von individuellen Einzelhändlern und Kartensystemen (etwa Masterpass oder Visa Check-out) angeboten. Kundinnen und Kunden mussten sich bei jedem dieser Dienstleister einzeln anmelden – was ihnen am Ende, wenn sie mehrere Karten nutzten, nicht immer allzu viel Zeit ersparte. Doch jetzt arbeiten Kartennetzwerke daran, diesen Vorgang allgemeingültig umzusetzen, mit einem Service, der die massenhafte Einführung auf dem Netzwerk-Level unterstützt.

Definitiv ein bedeutendes, globales Projekt. Die meistgenutzten Bezahlkarten-Netzwerke der Welt (Mastercard, Discover, Visa und American Express) haben 2020 – unter der Schirmherrschaft der Standardisierungsorganisation für Bezahlinfrastruktur EMVCo – ihre Kräfte gebündelt, um eine einheitliche, durchgängige Check-out-Möglichkeit zu entwickeln, die Click to Pay getauft wurde. Inzwischen haben sich außerdem noch der chinesische Anbieter UnionPay sowie JCB aus Japan dazugesellt.

Sie sorgen dafür, dass sich Kundinnen und Kunden einmalig bei einem Kartenherausgeber – oder sogar bei einigen größeren Einzelhändlern – registrieren können, um für alle im Netzwerk genutzten Karten von sicheren Check-outs mit wenigen Klicks zu profitieren – wo auch immer sie das Logo von Click to Pay sehen. So bietet der Check-out nun eine durchgängige, schnelle, vertraute und sichere Nutzererfahrung – selbst auf Webseiten, die man als Gast und nicht als registrierter Nutzer besucht (ungefähr eine von fünf Bezahlungen beim E-Commerce sind Check-outs als Gast4).

„Es ist entscheidend, den Check-out zu einer einheitlichen, sicheren Erfahrung für die Kundinnen und Kunden zu machen. Und One-Click in der Form von Click to Pay löst genau das ein – das gesamte Ökosystem profitiert davon“, sagt Gatiragas.

So funktioniert Click to Pay

Kundinnen und Kunden verbinden ihre Karten mit Click to Pay über ihre Mobile-Banking-App oder nachdem sie ihre Details auf der Check-out-Seite eines Einzelhändlers zum ersten Mal eingegeben haben. Diese Daten können sie dann für künftige Nutzungen speichern.

Wenn die Karte einmal eingeloggt ist, geht der Check-out blitzschnell. Nachdem sie das Logo von Click to Pay beim Check-out ausgewählt haben, bekommen Kundinnen und Kunden eine Liste mit allen ihren registrierten Karten zu sehen, automatisch und über eine sichere Verbindung. Sie wählen aus, welche Karte sie nutzen möchten, um dann, nachdem die Informationen überprüft wurden, zu bestellen und zu bezahlen. Keine Formulare, keine zusätzliche Authentifizierung, kein Tippen auf Bildschirmen in winzigen Textfeldern.

Bei Click to Pay profitieren Kundinnen und Kunden von integrierten Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem das Nutzen von Tokens sowie als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme für Kartentransaktionen 3D Secure, das Protokoll, über das Einzelhändler, Kartenherausgeber und Technik für verbindende Interoperabilität interagieren. Und standardmäßig begrenzt das Verfahren den Zugriff auf die Kartendaten von Kundinnen und Kunden. Diese Daten sind auf den Servern der Bank gespeichert, welche die Karte herausgegeben hat. Nicht einmal die Einzelhändler, von denen der Kunde kauft, können auf diese Kartendetails zugreifen.

Aber Express-Check-out in Gestalt von Click to Pay bietet nicht nur Kundinnen und Kunden überzeugende Vorteile – das System ist so gestaltet, dass das gesamte Ökosystem des Online-Handels davon profitiert: Händler und Payment-Dienstleister ebenso wie Karten-herausgeber.

Wie Händler und Bezahldienstleister profitieren

Händler profitieren von schnelleren Check-outs – die Kaufabbrüche sinken und die Konversionsraten wachsen. Gleichzeitig nehmen die Autorisierungsraten für Karten zu und es gibt ein geringeres Betrugsrisiko.

Wie funktioniert das? Händler mit Anwendungen für digitales Einkaufen (oder Payment-Dienstleister, die im Auftrag eines Händlers tätig sind) können Click to Pay implementieren, indem sie mit einem Secure Remote Commerce Initiator (SRCI) als Partner arbeiten. Ein solcher SRCI (akkreditiert bei der EMVCo) kann den Händler dazu befähigen, für seine Kundinnen und Kunden die Möglichkeiten von Click to Pay freizuschalten.

Wie Kartenherausgeber profitieren

Herausgeber können es Kundinnen und Kunden ermöglichen, ihre Kartenzugangsdaten an Click to Pay zu übermitteln. Das funktioniert über die Mobile-Banking-App oder die Webseite des Herausgebers, indem eine Lösung für sicheren Datentransfer integriert wird.

Über ihr Interface für Kartennetzwerk-Partner können Herausgeber Kartendaten registrieren und die Karten ihrer Mitglieder dann zur Nutzung bei allen Händlern freischalten, die mit der Click-to-Pay-Lösung arbeiten. Mitglieder können entweder schon registriert sein oder sich beim ersten Check-out direkt in Click to Pay registrieren lassen.

“Verbraucherinnen und Verbraucher machen eine einfache, intuitiv zu bedienende und sichere Check-out-Erfahrung – unabhängig von der Bezahlkarte, dem Digitalkanal oder dem Gerät, das sie nutzen“
Alex Gatiragas
Director, Digital Payments Solution Experience bei G+D

Schon mit dem Startschuss der Click-to-Pay-Initiative konnten sowohl Händler als auch Herausgeber deren Vorteile erkennen. „Für Händler bedeutet dies gesteigerte Konversion und belastbarere Sicherheit“, hebt Gatiragas hervor. „Auf der anderen Seite verzeichnen die Herausgeber ein höheres Kundenselbstvertrauen, ein gewachsenes Vertrauen und eine gesteigerte Nutzung der Karte für Online-Zahlungen: So wandert die Karte an die begehrte Position ganz oben im Portemonnaie.“ Click to Pay hat für Herausgeber zudem die Vorteile, dass das Betrugsrisiko sinkt, während sie zugleich zu einem gewissen Grad die Bereitstellung der Karteninhaber-Daten an die Händlerumgebung kontrollieren können.

Schon mit dem US-Start Mitte 2020 hatten mehr als 10.000 Händler die umfassende digitale Check-out-Lösung zum Vorteil ihrer Kundinnen und Kunden freigeschaltet, berichtet Mastercard.6 Und nachdem der Dienst global ausgerollt worden war, stieg diese Zahl noch erheblich weiter.

Dies deutet darauf hin, dass das Angebot vom gesamten E-Commerce-Ökosystem lange erwartet worden war: Durch einen reibungslosen Check-out erleben Kundinnen und Kunden ein angenehmeres Einkaufserlebnis, und es gibt mehr Kartentransaktionen und damit auch mehr Umsatz bei Einzelhändlern.

  1. GlobalData, 2021 Financial Services Consumer Insight Survey

  2. PYMNTS.COM, Data Brief Q2 2022

  3. Fresh Relevance, “Real Time Marketing Report for May 2022”

  4. Netcetera ToPay

  5. Juniper Research, Payment tokenization market forecasts

  6. Mastercard, “Click to Pay: Mastercard expands simple and secure digital checkout experience in Asia Pacific as consumers flock to online shopping”

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