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#Digital

Für die Sicherheit digitaler Zentralbankwährungen ist ein ganzheitlicher Ansatz unerlässlich

Insights
6 Mins.

Überall auf der Welt laufen Pilotprojekte zur Digitalisierung von Währungen. Sicherheit ist dabei ein zentraler Faktor

Ein Geschäftsmann zahlt mit dem Smartphone

Von Elon Musks Tweets über Bitcoin und Dogecoin bis hin zu Meldungen über neue Projekte zur Einführung von digitalen Zentralbankwährungen (CBDC, Central Bank Digital Currency) – es vergeht kaum ein Tag, an dem die Nachrichten nicht über digitale Währungen berichten. Es scheint also nur eine Frage der Zeit zu sein, bis einige dieser Finanzinstrumente zum Mainstream werden. Doch während der Ethereum-Preis oder eine neue Pressemitteilung über Diem – eine von Facebook Inc. vorgestellte Internetwährung – für Schlagzeilen sorgen, müssen sich Branchenakteure ganz konkret mit den Sicherheitsrisiken, die mit der Digitalisierung einhergehen, auseinandersetzen.

Denn diese verschärfen sich kontinuierlich. 2020 beliefen sich die weltweiten mit Kryptowährungen in Zusammenhang stehenden Diebstähle, Hackerangriffe und Betrugsfälle auf insgesamt 1,9 Milliarden US-Dollar – der zweithöchste Betrag seit Beginn der Aufzeichnungen.1 Eine Entwicklung, die von Regierungen und Zentralbanken beobachtet wird und die die Entscheidung zur Einführung digitaler Währungen beeinflussen kann. „Zahlungen mit CBDC erfolgen sofort. Dieses System wird daher ein beliebtes Ziel für Angriffe von Hackern oder Kriminellen sein, die schnelles Geld machen wollen“, bemerkte die Bank of England in einem kürzlich erschienenen Diskussionspapier.2 „Darüber hinaus könnte das CBDC-Zahlungssystem böswilligen Hackerangriffen zum Opfer fallen, was möglicherweise weitreichende Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft haben könnte. Aus diesem Grund hat die Sicherheit bei Zahlungen mit digitalen Zentralbankwährungen höchste Priorität.“

Die Länder Europas sind sich einig. Datenschutz und Sicherheit sind laut einer von der Europäischen Zentralbank durchgeführten öffentlichen Konsultation die zwei wichtigsten Merkmale, die ein digitaler Euro bieten sollte.3

Wie kann nun also in diesem neuen Ökosystem die Sicherheit von CBDC gewährleistet werden? „Sicherheit ist ein unerlässliches Merkmal der digitalen Zentralbankwährung und muss von Anfang an berücksichtigt werden“, schrieb die Bank of Canada kürzlich.4 Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie die Vision der digitalen Zentralbankwährung Realität werden könnte. Aber in puncto Sicherheit spielen Datenschutz und Belastbarkeit eine extrem wichtige Rolle.

Damit digitale Zentralbankwährungen wirklich sicher sind, braucht es ganzheitliche Sicherheitsmaßnahmen auf höchstem Niveau. Dies beginnt ab dem Moment, in dem eine Zentralbank die digitale Währung erstellt und ausgibt, und umfasst die Verteilung und Speicherung über Geschäftsbanken und andere Finanzdienstleister sowie Verbraucher, Händler und weitere Parteien. Zudem bedeutet Sicherheit viel mehr als nur eine Diskussion über geeignete Algorithmen – darüber hinaus müssen auch organisatorische Prozesse einbezogen werden. Im Folgenden beleuchten wir einige der wichtigsten Sicherheitsfaktoren für Akteure im digitalen Bargeldkreislauf.

1. Zentralbanken

Bei der Gestaltung eines CBDC-Ökosystems muss sichergestellt sein, dass die Geldschöpfung und -vernichtung ausschließlich von der Zentralbank kontrolliert werden. Das ist der wichtigste Faktor. Denn so wird der Zugriff durch Hacker oder andere unbefugte Akteure verhindert, die Fälschungen und sonstige illegale Aktivitäten beabsichtigen. Solche Bedrohungen können u. a. abgeschwächt werden, wenn die Prozesse zur Geldschöpfung und -vernichtung von denen im Zusammenhang mit Modifikation und Validierung physisch getrennt werden. Die Sicherheit wird zusätzlich erhöht durch den Einsatz von kryptografischen Algorithmen und KI zur Überwachung von Anomalien.

2. Geschäftsbanken und Finanzdienstleister

Nach der Erstellung befindet sich die digitale Zentralbankwährung in einer geschützten Umgebung mit strengen Authentifizierungsverfahren. Das digitale Bargeld kann dann an Geschäftsbanken oder Finanzdienstleister transferiert werden, die es wie physisches oder elektronisches Bargeld an Einzelpersonen verteilen können. Für eine möglichst sichere Übertragung zwischen Zentralbanken und Geschäftsbanken oder anderen Anbietern bedarf es geschützter Kommunikationswege.

3. Händler

Die meisten Händler bieten bereits elektronische und mobile Zahlungslösungen an, die auf CBDC-Zahlungen erweitert werden könnten. Dafür ist Interoperabilität unter Berücksichtigung höchster Sicherheitsstandards für alle Schnittstellen eine wesentliche Voraussetzung. Kassenterminals könnten möglicherweise ein schwaches Glied in der Kette sein, wenn sie nicht den aktuellsten Sicherheitsstandards entsprechen. Um das Risiko zu mindern, sollten sie daher mit der neuesten Software aktualisiert werden.

4. Verbraucher

Das digitale Geld wird in einer E-Wallet, einer elektronischen Geldbörse, aufbewahrt, auf die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Regel über eine mobile App zugreifen, oder sie nutzen eine physische Karte, die aufgeladen wurde. Apps müssen durch den Einsatz modernster Sicherheitsfunktionen vor Manipulation und Angriffen geschützt werden. Zudem gibt es Lösungen, die Wallets vorübergehend deaktivieren, sofern diese nicht auf den erforderlichen Standard aktualisiert wurden. Für die physischen Karten kommen modernste Technologien wie Biometrie zum Einsatz. Darüber hinaus wird durch die Einhaltung der neuesten Vorschriften wie der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Payment Services Directive 2) in Europa die Sicherheit von CBDC-Zahlungen gewährleistet. Das Verhalten der Endbenutzerinnen und -benutzer stellt zwar kein systemisches Sicherheitsrisiko für eine digitale Währung dar, dennoch sollte das unterschiedliche Nutzerverhalten berücksichtigt werden, um das Vertrauen in CBDC zu stärken und die Akzeptanz zu fördern.

“„Wir verfolgen einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz, der aktuellste Technologien nutzt. Dabei arbeiten wir innerhalb der Sicherheits-Community daran, neue Technologien und Standards zu entwickeln.““
Dr. Raoul Herborg
Business Lead Digital Currencies, G+D

G+D hat eine einzigartige und innovative Lösung entwickelt, um diese und weitere komplexe Herausforderungen bei der Einführung digitaler Zentralbankwährungen zu überwinden. G+D Filia® bietet branchenführende Sicherheit, hat keinen Single Point of Failure und ist daher hoch belastbar, unterstützt aufeinanderfolgende Offline-Zahlungen und schützt die Daten von Nutzerinnen und Nutzern unter Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen. Filia® ist das Resultat der umfangreichen Erfahrung von G+D in den Bereichen Zahlungsverkehr, Konnektivität, Identitäten und digitale Infrastruktur und bildet so die Grundlage für ein digitales, öffentliches Zahlungsmittel, das von den Zentralbanken bereitgestellt wird.

„Das Ziel von G+D war die Entwicklung einer sicheren und vertrauenswürdigen CBDC-Lösung. Wir verfügen über Erfahrung im Aufbau und Betrieb hochsensibler IT-Systeme und verfolgen einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz, der aktuellste Technologien nutzt. Dabei arbeiten wir innerhalb der Sicherheits-Community daran, neue Technologien und Standards zu entwickeln. Sicherheit ist das Herzstück von G+D Filia®“, so Dr. Raoul Herborg, Business Lead Digital Currencies von G+D.

Digitale Zentralbankwährungen befinden sich in der Entwicklung. Ein ganzheitlicher Ansatz ist daher unerlässlich, um die wachsenden Sicherheitsrisiken einzudämmen. Letztlich ist die Sicherheit eines Währungssystems nur so stark wie sein schwächster Teil.

  1. Cryptocurrency Crime and Anti-Money Laundering Report, CipherTrace, 2021

  2. Central Bank Digital Currency Opportunities, Challenges and Design, Bank of England, 2020

  3. Eurosystem Report on the Public Consultation on a Digital Euro, European Central Bank, 2021

  4. Security of a CBDC, Bank of Canada, 2020

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