Young man with disability, artificial leg/prosthesis, pays cashlessly with credit card and laptop
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Inklusion im Finanzwesen: besserer Zugang zu Bankdienstleistungen

Globale Trends
5 Mins.

Mehr als eine Milliarde Menschen – etwa 15 % der Weltbevölkerung – sind auf die eine oder andere Weise körperlich oder geistig eingeschränkt. Da auch der Anteil an älteren Menschen in der Bevölkerung wächst, arbeiten Banken daran, ihre digitalen und physischen Dienstleistungen universeller und leichter zugänglich zu gestalten.

Auch wenn Diversität und Inklusion in den meisten Ländern einen immer größeren Stellenwert einnehmen, gibt es im Hinblick auf die gesellschaftliche Integration von Menschen mit einer Behinderung noch viel zu tun.

Jede sechste Person im asiatisch-pazifischen Raum1 bzw. jede vierte in den USA2 und in Europa3 lebt mit einer Behinderung. Insgesamt gibt es laut Schätzungen der Weltbank über eine Milliarde eingeschränkte Menschen, die aufgrund ihrer Situation häufig mit sozialer und wirtschaftlicher Benachteiligung zu kämpfen haben. Dazu zählen Bildungsdefizite, Gesundheitsprobleme, Arbeitslosigkeit oder Armut.4

Fast immer müssen diese Personen auch Hindernisse überwinden, wenn es um den Zugang zu wichtigen Finanzdienstleistungen geht, der für viele andere Menschen selbstverständlich ist.

Bessere Zugänglichkeit zu Bankdienstleistungen

In den vergangenen Jahrzehnten haben die Banken den physischen Zugang zu ihren Filialen immer weiter verbessert, etwa durch Rampen und Geländer, sich automatisch öffnende Türen und Fahrstühle, Induktionsschleifen für Hörgerättragende, sprechende Geldautomaten usw.

Doch aktuell ist es eine große Herausforderung, mit der wachsenden Anzahl an digitalen Dienstleistungen Schritt zu halten und Services zu entwickeln, die jeder über Online-Kanäle und Apps, Zahlungskarten und digitale Geldbörsen verwenden kann. Deshalb wird es immer wichtiger, auch hier inklusive Lösungen zu finden. Da der Anteil der älteren Bevölkerung in vielen Ländern zunimmt, wächst auch die Anzahl der Menschen mit Behinderungen, insbesondere mit Sehschwächen, rasant. Prognosen zufolge steigt die Zahl der Menschen, die nicht mehr so gut sehen können, in den nächsten 30 Jahren weltweit um 55 % an.5

Thomas Foley, Executive Director des US-amerikanischen National Disability Institute, ist überzeugt, dass „bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen vor allem die Intention eine entscheidende Rolle spielt. Lange Zeit betrachteten Banken und Finanzinstitutionen Menschen mit Behinderungen nicht als wirklich wichtigen Teil des Kundenstamms.“ Doch erfreulicherweise beginne sich dies zu ändern.

Dementsprechend sind Banken auf diesem Gebiet gerade sehr aktiv, sowohl im digitalen als auch im physischen Bereich. Viele Institute führen Lösungen ein, um die Ausstellung von Zahlungskarten für Menschen mit Behinderungen – besonders für sehbehinderte Menschen – deutlich zu vereinfachen. Dazu zählen:

  • Erkennungsmerkmale auf den Zahlungskarten, die bei der Unterscheidung der verschiedenen Karten, beispielsweise Kredit- und EC-Karte, helfen
  • barrierefreie Merkmale – beispielsweise eine sichelförmige Aussparung an einem Ende der Karte, um die Karte richtig herum in einen Geldautomaten oder ein Kartenlesegerät einzuführen
  • biometrische Karten, die von einigen Banken als Zusatzoption angeboten werden, um beim Bezahlen statt der PIN den Fingerabdruck zu verwenden
  • Karten mit Braille-Schrift, größerer Schriftart und gut lesbarem Text, um sehbehinderte Menschen besonders bei Online- oder telefonischen Zahlungen zu unterstützen.

Die Lösungen umfassen in vielen Fällen auch die Zustellung der Karten: Der Begleitbrief enthält zum Beispiel einen großen QR-Code, den die Nutzerinnen und Nutzer einscannen können, um die Anweisungen zur Aktivierung der Karte und zur PIN-Festlegung in ihrer bevorzugten Sprache zu hören, statt den Text zu lesen. Dabei können auch die Funktionen der Karte vorgelesen werden.

Besserer Zugang zu digitalen Angeboten

Junge Geschäftsfrau im Rollstuhl arbeitet online und telefoniert von zu Hause aus

Die Digitalisierung bringt jedoch noch größere Veränderungen mit sich.

Transaktionen auf einem Mobilgerät werden durch biometrische Erkennung für Menschen mit Behinderung einfacher, da diese den Vorgang so auch ohne PINs oder Passwörter sicher abschließen können.

Apps wie G+D Assist aktivieren beim Bezahlen einen Sprachdienst für Menschen mit Seheinschränkungen. So können sie ihre Transaktionsinformationen auf ihrem Telefon abhören und entscheiden, ob sie den Transaktionsbetrag bestätigen oder ändern wollen.

Gleichzeitig werden wichtige Dienstleistungen auch digital angeboten, um den Zugang zu verbessern. Durch die Identifizierung über ein sicheres ID-Verfahren und biometrische Gesichtsdaten müssen die Kundinnen und Kunden, die beispielsweise ein neues Bankkonto eröffnen wollen, nicht mehr in eine Filiale gehen oder ihre Identität umständlich nachweisen. Dies ist besonders für Menschen, die Mobilitätsprobleme haben oder weit entfernt von einer Filiale wohnen, ein äußerst nützlicher Service.

 

“Wir bei G+D sind überzeugt, dass die Teilhabe am Zahlungsverkehr eine wichtige Rolle bei der Implementierung einer verantwortungsvollen Unternehmensführung (ESG) spielt. Deshalb unterstützen wir unsere Partner mit Produkten und Dienstleistungen, mit denen sie Menschen ohne Bankkonto Zugang zur Finanzwelt bieten können. Dies fördert nicht nur das Wachstum, sondern trägt auch dazu bei, den Wohlstand breiter zu verteilen.“
Ashwini Pandey
G+D ESG Representative

Inklusion durch Innovation

Diese Ansätze tragen auch dazu bei, Personen ohne Bankkonto einen Zugang zu finanziellen Dienstleistungen zu ermöglichen. „Mindestens 1,5 Milliarden Menschen weltweit haben immer noch kein Bankkonto“, verdeutlicht Ashwini Pandey, G+D ESG Representative.

„Diese benachteiligten Personen müssen besseren Zugang zum Zahlungsverkehr erhalten, um ihnen so auch eine höhere Kaufkraft zu ermöglichen. Dies gilt für sieben der 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung als wichtige Voraussetzung. Wir bei G+D sind überzeugt, dass die Teilhabe am Zahlungsverkehr eine wichtige Rolle bei der Implementierung einer verantwortungsvollen Unternehmensführung (ESG) spielt. Deshalb unterstützen wir unsere Partner mit Produkten und Dienstleistungen, mit denen sie Menschen ohne Bankkonto Zugang zur Finanzwelt bieten können. Dies fördert nicht nur das Wachstum, sondern trägt auch dazu bei, den Wohlstand breiter zu verteilen“, ergänzt er.

Investitionen in Innovationen, die für mehr Inklusion im Zahlungsverkehr sorgen, werden von Experten wie Thomas Foley begrüßt. Seiner Meinung nach lohnt sich dies auch für die Banken. „Abgesehen davon, dass es richtig ist, Menschen mit Behinderung bestmöglich einzubeziehen, ist dies auch eine Gelegenheit für Banken und andere Finanzinstitutionen, ihren Kundenstamm zu erweitern und einen Markt zu erschließen, der international eine Milliarde Menschen umfasst“, so Foley.

Dies zeigt deutlich, dass alle Aspekte des Bankwesens und des Zahlungsverkehrs für die Kundinnen und Kunden so universell wie möglich gestaltet werden müssen.

Angesichts der in vielen Ländern von Unternehmen und Regierungen eingeführten Initiativen zur Verbesserung der Situation von Behinderten am Arbeitsplatz wird das Vermögen, auf das diese Bevölkerungsgruppe Zugriff hat, bereits auf zwölf Billionen Dollar6 geschätzt, und es wird weiter wachsen.

Wie Thomas Foley vermutet: „Viele zukunftsorientierte Banken und Finanzinstitutionen haben erkannt, dass sich Inklusion lohnt.“ Diese Erkenntnis sollte jetzt in allen Bereichen umgesetzt werden.

  1. Disability in Asia and the Pacific, UN ESCAP, 2022

  2. Disability Impacts All of Us, Centers for Disease Control and Prevention, 2020

  3. Infographic – Disability in the EU: facts and figures, European Council of the European Union, 2022

  4. Disability Inclusion, World Bank, 2022

  5. Magnitude and Projections: Projected Change in Vision Loss 2020 to 2050, Vision Atlas, 2020

  6. 2020 Annual Report: The Global Economics of Disability, Return on Disability, 2020

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