#Bargeld

Lösungen für einen optimierten und nachhaltigen Cash Cycle

Insights
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Die Akteure im Cash Cycle stehen unter dem wachsenden Druck, Kosten zu senken und ihre Prozesse für den Transport, den Austausch und die Lagerung von Banknoten zu optimieren und nachhaltiger zu gestalten. Wie lassen sich diese Ziele durch Standardisierung erreichen?

Das Bargeldparadoxon überrascht nach wie vor: Denn trotz der rasanten Entwicklung von Zahlungsmärkten und der Ausweitung des digitalen Handels während der Coronavirus-Pandemie hat die Nachfrage nach Banknoten in den letzten Jahren stark zugenommen.1 Bargeld wird in manchen Ländern weniger als Zahlungsmittel, sondern eher als Wertanlage genutzt.

Diese sich ändernde Dynamik setzt Unternehmen im gesamten Cash Cycle unter Druck, den Transport, den Austausch und die Aufbewahrung von Bargeld durch Automatisierung zu optimieren und effizienter zu gestalten. Zudem sind sich angesichts der Klimakrise alle Beteiligten der Notwendigkeit bewusst, den CO2-Fußabdruck im gesamten Cash Cycle zu reduzieren.

Diese beiden Ziele – Optimierung von Prozessen und Förderung der Nachhaltigkeit – lassen sich nur durch die Standardisierung der Bargeldlogistik erreichen. Der Fokus liegt hier insbesondere auf den unterschiedlichen und oft nicht kompatiblen Transporteinheiten.

Die Hürden bei der Standardisierung der Bargeldlogistik überwinden

In den meisten Branchen – von der Konsumgüterindustrie über die Automobil- und Pharmabranche bis hin zum Einzelhandel – gibt es schon seit Jahren standardisierte Transporteinheiten, um große Mengen von Produkten mühelos entlang der gesamten Supply Chain zu transportieren. Das Resultat dieser Standardlösungen: höhere Effizienz und Schnelligkeit.

Die Bargeldlogistik eignet sich jedoch aufgrund spezieller Eigenheiten nicht für eine solche durchgängige Standardisierung. Denn an jedem Punkt im Cash Cycle haben die verschiedenen Akteure gewisse Anforderungen und Prioritäten, die starken Einfluss auf die gewählte Transporteinheit haben. Für Werttransportunternehmen könnte eine einheitliche Verwendung von Safebags aus Kunststoff infrage kommen. Denn diese erleichtern die schnelle und mühelose Abgabe und Entgegennahme von Bargeld im Einzelhandel. Geschäftsbanken und Cash-Center könnten sich hingegen eher auf Trays als Standardeinheit einigen, weil sich damit lose Banknoten besser automatisch bearbeiten lassen. Das optimale Szenario hängt größtenteils von den Bedingungen in einem bestimmten Land oder Markt ab, wie z. B. der geografischen Ausdehnung des Cash-Center-Netzwerks oder den zu transportierenden Banknotenmengen.

Die Folge nicht standardisierter Transporteinheiten liegt auf der Hand: eine Vielzahl an Schalen, Kisten, Kassetten, Paletten, Wagen, Behältern und Beuteln aus verschiedensten Materialien, die die Bargeldbearbeitung und den Transport aufwendig und wenig nachhaltig machen.

“Regierungen, Zentral- und Geschäftsbanken, Werttransportunternehmen und der Einzelhandel rund um den Globus wünschen sich neue Lösungen, um den Cash Cycle nachhaltiger zu gestalten“
Nike Stein
Head of Business Management/Currency Management Solutions

Auch im Cash Cycle stehen die Zeichen aktuell auf Wandel. So schätzt Maximilian Ziegler, Global Technical Sales Director, Automation and Logistics von G+D, die Lage ein: „Die zu bearbeitende Bargeldmenge schrumpft in vielen westlichen Ländern allmählich, obwohl mehr Bargeld im Umlauf ist. Die Standardisierung von Transporteinheiten ermöglicht eine bessere Zusammenarbeit und Effizienzgewinne im gesamten Cash Cycle.“

Dabei geht es nicht nur um die Optimierung von Prozessen und die Reduzierung von Kosten. Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein entscheidender Faktor, der vielen Standardisierungsinitiativen zugrunde liegt. „Regierungen, Zentral- und Geschäftsbanken, Werttransportunternehmen und der Einzelhandel rund um den Globus wünschen sich neue Lösungen, um den Cash Cycle nachhaltiger zu gestalten“, so Nike Stein, Head of Business Management/Currency Management Solutions.

Die Idee ist vielversprechend: standardisierte Transporteinheiten, die nicht nur nachhaltigere Lösungen ermöglichen, sondern auch den Weg für Automatisierung ebnen, die Bargeldbearbeitung beschleunigen und die Sicherheit erhöhen.

Vier Szenarien für einen einheitlicheren Cash Cycle

In einem Whitepaper haben Ziegler und Stein kürzlich die unterschiedlichen Herausforderungen untersucht, die mit dieser Standardisierung einhergehen. In ihrem Bericht ermitteln sie die Hauptfaktoren, die bestimmen, ob, warum und wie Unternehmen ihre Transporteinheiten standardisieren.

Sie haben vier Szenarien für die Standardisierung der Transporteinheiten entwickelt, bei denen es sich um so etwas wie „Blaupausen“ handelt. Unternehmen können diese implementieren, um ihre Automatisierung voranzutreiben, die Lagerkapazität zu verbessern und die Auswirkungen auf die Umwelt in unterschiedlichem Maß zu verringern. Das Whitepaper bewertet die verschiedenen Szenarien nach diesen drei Kriterien, die weithin als die wichtigsten Kriterien für Akteure im Cash Cycle gelten.

Szenario 1: Starke Automatisierung

Durch die Verwendung von standardisierten Kunststoff-Trays können Banknoten sowohl innerhalb eines Cash-Centers als auch von einem Cash-Center zum anderen optimal transportiert werden. Ein Paradebeispiel ist das NotaTracc® Tray von G+D. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Tray zum sicheren Entnehmen und Befüllen von losen Banknoten. Es ist zudem kompatibel mit den automatisierten Beladungs- und Verpackungssystemen zur Banknotenbearbeitung.

Szenario 2: Hohe Nachhaltigkeit

Dieses Szenario baut auf den durch die Standardisierung gewonnenen Vorteilen aus dem 1. Szenario auf und sorgt für mehr Nachhaltigkeit. Es sieht die Verwendung von stapelbaren, standardisierten Kunststoffboxen anstelle der Kartons vor, die normalerweise für die Lagerung in Druckereien verwendet werden. „Dieses Szenario ist umweltfreundlicher, da die Wiederverwendung und der Austausch von Transporteinheiten zwischen Akteuren des Cash Cycle gefördert werden“, betont Stein.

Szenario 3: Große Transportvolumen

In diesem Szenario werden die standardisierten Kunststoffboxen aus dem 2. Szenario im gesamten Cash Cycle eingesetzt, um den reibungslosen Transport großer Mengen von Banknoten zwischen den einzelnen Akteuren zu ermöglichen. Diese Kunststoffboxen können jedoch im Hinblick auf Automatisierung nicht mit den Tray-Lösungen mithalten, da viele manuelle Umpackvorgänge notwendig sind.

Szenario 4: Hohe Lagerkapazität

Die Verwendung von Kartons (anstelle von Kunststoffboxen) über einen großen Teil des Cash Cycle hinweg wirkt sich äußerst positiv auf die Lagerkapazität und den Transport großer Mengen aus. Die Effizienz und die Nachhaltigkeit sinken jedoch, da es sich um Einwegverpackungen handelt und die Banknoten manuell von Kartons in andere Transport- und Verarbeitungseinheiten umgepackt werden müssen.

Lesen Sie das Whitepaper und erfahren Sie mehr über die einzelnen Szenarien.

“Eine stärkere Standardisierung im gesamten Cash Cycle wird nicht nur die Kosten senken und den CO2-Fußabdruck verringern, sondern auch die Effizienz verbessern und Bargeld gegenüber anderen Zahlungsmitteln wettbewerbsfähig halten“
Maximilian Ziegler
G+D’s Global Technical Sales Director, Automation and Logistics

Stein und Ziegler analysieren und vergleichen die verschiedenen Szenarien in ihrem Whitepaper. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass keines der vier Szenarien in allen Kategorien am besten abschneidet. „Es muss stets ein Kompromiss gefunden werden, um Automatisierung, Lagerkapazität und Nachhaltigkeit bestmöglich in Einklang zu bringen. Welches Szenario sich in einem bestimmten Fall am besten eignet, hängt von den konkreten Gegebenheiten des Marktes ab.“

Die Szenarien ebnen jedoch alle den Weg hin zu einer stärkeren Optimierung und mehr Nachhaltigkeit. „Eine stärkere Standardisierung im gesamten Cash Cycle wird nicht nur die Kosten senken und den CO2-Fußabdruck verringern, sondern auch die Effizienz verbessern und Bargeld gegenüber anderen Zahlungsmitteln wettbewerbsfähig halten“, so Ziegler.

Neue Lösungen für den Bargeldtransport

Die ehrgeizigen Optimierungs- und Nachhaltigkeitsziele können nur durch Kooperation erreicht werden. „Zusammenarbeit bildet das Fundament für einen nachhaltigeren, sichereren und effizienteren Cash Cycle“, weiß Ziegler. „Es braucht Kooperation, um die besten Transportlösungen zu finden. Denn nur so können wir im gesamten Cash Cycle für maximale Nachhaltigkeit und Effizienz sorgen. Dabei müssen jedoch neue Standards berücksichtigt werden, von denen alle Beteiligten profitieren. Wenn alle Akteure an einem Strang ziehen und eine gemeinsame Lösung für ihren Teil im Cash Cycle schaffen, können letztlich die Kosten des Bargelds gesenkt und die Vorteile der Standardisierung voll ausgeschöpft werden.“

Sie haben einen klaren Appell: Die Akteure im Cash Cycle müssen zusammenarbeiten und gemeinsam das für sie passende Best-Case-Szenario entwickeln.

  1. The paradox of banknotes: understanding the demand for cash beyond transactional use, European Central Bank, 2021

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