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Mehr Nachhaltigkeit im Finanzwesen mit CBDC

Insights
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Digitale Währungen sind immer mehr Menschen ein Begriff. Die Medien konzentrieren sich allerdings in der aktuellen Berichterstattung vor allem auf Kryptowährungen wegen ihrer extremen Kursschwankungen und der Kritik an ihrem immensen Energieverbrauch. Digitales Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency, CBDC) bekommt bislang weniger Aufmerksamkeit, obwohl es einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte. G+Ds CBDC-Lösung Filia® würde ebenfalls zu einer grünen digitalen Zentralbankwährung beitragen.

Die Auswirkungen des Klimawandels betreffen uns alle. Die Notwendigkeit von gemeinschaftlichem, nachhaltigem Handeln haben auch Zentralbanken und Politik erkannt. So definierte zum Beispiel die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer Klimaagenda drei strategische Ziele.1 Dazu gehören die Förderung eines nachhaltigen Finanzwesens und die Schaffung von Anreizen für ein grüneres Finanzsystem. Die G7-Staaten erklären ebenfalls die Auswirkungen auf die Umwelt zu einem Grundsatz für digitales Zentralbankgeld, auch bekannt als „digitales Bargeld“.2 Noch sind allerdings keine klaren und einheitlichen Designentscheidungen für CBDCs getroffen. Die damit verbundenen Einflussfaktoren auf den CO2-Fußabdruck sind daher noch nicht verlässlich abschätzbar. Das erschwert den direkten Vergleich mit aktuellen Bezahlmethoden. Vermutlich aber wird der CO2-Fußabdruck von CBDC-Zahlungen vergleichbar mit dem von Debit- und Kreditkartenzahlungen sein – und wäre somit deutlich kleiner als der von Kryptowährungen.

Enormer Stromverbrauch für Krypto-Mining

Denn Kryptowährungen wie zum Beispiel Bitcoin, Etherum oder XRP bauen auf Blockchains auf – und diese benötigen riesige Mengen Energie. Die energieintensivsten Blockchains beruhen auf dem sogenannten Proof-of-Work-Verfahren. Dabei werden die Transaktionen der Krypto-Blockchains dezentral durch alle Teilnehmenden authentifiziert statt zentral von einer Zentralbank. Eine Überweisung wird mittels einer hochkomplexen Berechnung als Eintrag in der Blockchain archiviert – das sogenannte Mining. Die Nutzer, die einen Eintrag in der Blockchain nachweisen können, werden mit neu generiertem, „geschürftem“ Geld in der jeweiligen Währung belohnt. Für die Berechnung des Blockchain-Eintrags ist eine enorme Rechenleistung nötig. Nach Angaben des Cambridge Center for Alternative Finance (CCAF) verbrauchen allein Bitcoins rund 110 Terawattstunden pro Jahr.3 Das entspricht in etwa dem jährlichen Energiebedarf von Schweden. Die größten Einsparpotenziale liegen daher in der dezentralen Organisation, die jedoch identitätsstiftend für die Szene ist. Versuche, die Blockchain zentral zu verwalten, werden entsprechend kontrovers diskutiert. Etherum ging jüngst diesen Weg, ob weitere Kryptowährungen freiwillig folgen, ist völlig offen.

Zentralbanken stiften Vertrauen

Energieeffizienzlabels zur Förderung verbrauchsarmer und effizienter Produkte zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks. Weniger CO2-Emissionen durch effiziente Haushalte und Geräte. Das ist ein grünes, umweltfreundliches Geschäft.

Die Infrastruktur von digitalem Zentralbankgeld unterscheidet sich grundsätzlich von der von Kryptowährungen. Es ist neben Bargeld eine von den Zentralbanken legitimierte öffentliche Währung

Das energieintensive und dezentrale „Schürfen“ entfällt daher komplett, denn eine CBDC muss nicht authentifiziert werden. Die Zentralbank steht als Garant für die Echtheit und den Wert hinter der Währung und sorgt für die Sicherheit und Stabilität des Zahlungsmittels. Umgekehrt bietet digitales Geld der Politik ein Werkzeug, um das Thema Nachhaltigkeit in der Geldwirtschaft voranzutreiben. CBDCs unterliegen der Regulierung durch Zentralbanken und dass diese Regularien die CO2-Bilanz berücksichtigen werden, zeigen die Signale aus Politik und Finanzwirtschaft eindeutig. Die staatliche und zentrale Organisation von digitalem Zentralbankgeld gewährt damit nicht nur einen deutlich effizienteren, sondern auch transparenteren Energieverbrauch als Kryptowährungen.

Mehr Nachhaltigkeit im Zahlungsverkehr

CBDCs bilden die einmalige Möglichkeit für ein nachhaltiges Design von Anfang an und setzen so einen Meilenstein für ein zukünftiges Zahlungs- und Abrechnungsökosystem. Mit Filia® bietet G+D Zentralbanken eine modulare CBDC-Lösung, die individuelle Anforderungen an Funktionalität und Performance erfüllt und dabei nicht auf Nachhaltigkeit verzichtet: Die Bandbreite reicht von Offline-CBDC-Zahlungen mit CO2-neutralen Smartcards bis zum Betreiben der Kern-Infrastruktur auf Servern, die mit Öko-Strom versorgt werden.

Darüber hinaus können Smart Wallets®, der Programmierbarkeitsansatz der CBCD-Lösung Filia® von G+D, es öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen ermöglichen, auf ihre Nachhaltigkeitsziele hinzuarbeiten. Eine Smart Wallet ist eine digitale Geldbörse mit vordefinierten (programmierten) Bedingungen, wie z. B. für gezielte Ausgaben, mit Ablaufdaten oder definierten Empfängern. Beispielsweise könnten CO2- oder „grüne“ Wallets ausgegeben werden, um Anreize für den Kauf von Waren oder Dienstleistungen zu schaffen, die ein bestimmtes Maß an Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

G+D arbeitet kontinuierlich daran, den gesamten Währungskreislauf und die Wertschöpfungskette nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Dies reicht von der Entwicklung umweltfreundlicher Banknoten wie der neuen Green Banknote bis zur Digitalisierung der Bargeld-Infrastruktur. Nachhaltiges Bezahlen betrifft dabei nicht nur das Bargeld, sondern auch Karten aus kompostierbarem oder recyceltem Material oder die eSim für digitales und mobiles Bezahlen. Es gibt bereits viele Schritte in die richtige Richtung. Und nachhaltige CBDCs werden einen weiteren Beitrag zur Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks im Geld- und Zahlungssystem leisten können.

  1. Climate change and the ECB, European Central Bank, 2022

  2. Public Policy Principles for Retail Central Bank Digital Currencies (CBDCs), G7 United Kingdom, 2021

  3. Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index, 2022

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