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#Cash

Nachhaltigkeit im Bargeldkreislauf

Globale Trends
6 Mins.

Die Alarmglocken läuten seit einiger Zeit – das lineare Wirtschaftsmodell ist nicht nachhaltig und muss sich einer grundlegenden Wandlung Richtung Kreislaufwirtschaft unterziehen. Wenn sich die Bargeldindustrie aktiv an diesem Wandel beteiligen will, sollte sie sich mit den Faktoren befassen, die einen Systemwechsel beeinträchtigen könnten. Nur so kann für den Cash Cycle eine neue, nachhaltig eingestellte Ära beginnen

 

Probleme wie begrenzte natürliche Ressourcen und die anhaltende Umweltzerstörung fachen die Diskussionen um den Wandel zur Kreislaufwirtschaft weiter an – und die Bargeldindustrie bildet keine Ausnahme. Das aktuelle lineare Modell – oder auch „Wegwerfmodell“ – hat seit der industriellen Revolution für erhebliches wirtschaftliches Wachstum gesorgt. Doch es steht im Widerspruch zum Gedanken der Nachhaltigkeit. Die drastischsten Folgen sind wohl die schonungslose Nutzung natürlicher Ressourcen und die Herstellung von Produkten mit begrenzter Lebensdauer. Ein Beispiel hierfür sind für einen einzigen Transport in Einwegplastik verpackte Banknoten – auch wenn dies ein sicherer und kostengünstiger Weg ist. Ein weiterer Aspekt ist, dass das lineare Modell die produktive Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Parteien entlang der Wertschöpfungskette zwar nicht behindert, aber diese auch nicht fördert.

Das Hauptargument für eine Kreislaufwirtschaft – ein regeneratives System, das sich mehr auf Nutzung als auf Verbrauch konzentriert und Abfall als Wertverlust betrachtet – ist, dass sie eine Chance darstellt, die Produktion umzugestalten und neue Synergien zu schaffen. Gleichzeitig hilft sie den Akteuren und Verbrauchern dabei, nachhaltiger zu handeln. Es ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Dialog aller am Bargeldkreislauf Beteiligten über bestehende Herausforderungen und die Chancen sowie darüber, wie man am besten mit beidem umgeht.

 

In jeder Krise gibt es auch einen Hoffnungsschimmer

NotaTracc-Trays von Giesecke+Devrient
Wiederverwendbare NotaTracc®-Trays sind zentrale Bestandteile des NotaTracc®-Systems

Angetrieben durch die fortschreitende Klimakrise, veröffentlichte die EU-Kommission im März 2020 ihren neuesten Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft.1 Das Dokument legt neue Vorschriften fest, unter anderem zur Reduktion von Verpackungsmaterialien und Plastik. Es betont die zunehmende Besorgnis bezüglich der Nachhaltigkeit sowie den immer größer werdenden Wunsch der Regulierungsbehörden, einen Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen.

Dieser Schritt war, genau wie frühere Entwicklungen, keine Überraschung für die Bargeldindustrie. Laut Christian Huber, Head of Business and Product Management – Business Line High-Speed Processing Systems, G+D, gehören Nachhaltigkeit  und die Kreislaufwirtschaft schon seit einiger Zeit zu den Hauptanliegen der Branche. Huber betont auch, dass sich aktuell ein echter Wandel vollzieht. Lange Zeit bezogen sich die Nachhaltigkeitsbemühungen in Cash-Centern nämlich vor allem auf Energieverbrauch und Langlebigkeit von Lösungen zur Banknotenbearbeitung. Mittlerweile umfassen sie auch Verbrauchsmaterialien und deren Integration in automatisierte Prozesse. Als besonders wichtig empfindet Huber, dass das Interesse an Kreislauflösungen zugenommen hat und diese nun als wertvoller Vorteil gesehen werden.

„Der weltweite Fokus in Gesellschaft und Politik macht Nachhaltigkeit und Klimaschutz deutlich sichtbarer“, erklärt er. „Nachhaltigkeit wird derzeit von verschiedenen Seiten angestoßen, darunter Aufsichtsbehörden, unsere eigene interne Unternehmensethik und unsere sozialen Werte sowie die Nachfrage der Kunden. Dank dieser Impulse kann unsere Branche eine neue Richtung einschlagen.“

Eine Kreislaufwirtschaft ermöglichen

Der Übergang zu einem neuen Wirtschaftssystem ist für jede Branche ein großes Unterfangen. Das gilt umso mehr für einen so komplexen Bereich wie Geld. Oder, wie Huber es ausdrückt: „Es ist eine herausfordernde Aufgabe. Es gibt Hürden, es tauchen Fragen auf und all das lässt sich nicht immer leicht bewältigen.“

Er betont, dass Unternehmen und Institutionen anfangen sollten, sich selbst höhere Standards aufzuerlegen. „Wir sollten unsere Ziele in kleinere, greifbarere Schritte einteilen. Mein Team erreicht neue Standards, indem es modulare und plattformbasierte Lösungen entwickelt, mit denen unsere Systeme länger auf dem neuesten Stand bleiben. Das bedeutet, sie werden im Laufe der Zeit funktionaler, aber nicht älter. In Zukunft werden intelligente Servicemodelle die Reisenotwendigkeit reduzieren und digitale, automatisierte Lösungen werden dabei helfen, intelligentere, nachhaltigere Verfahren für die gesamte Branche zu entwickeln. Indem wir innovative Ideen entwickeln und sie mit Kunden, Partnern und Experten besprechen, wissen wir, dass wir gemeinsam nachhaltige Veränderungen bewirken können.“

Eins ist sicher: Wenn die Bargeldindustrie damit Erfolg haben will, ist die richtige Denkweise notwendig und drei wichtige Aspekte rücken in den Fokus:  Effizienz, Innovation und Zusammenarbeit. Glücklicherweise möchte laut Huber niemand Lösungen, die Effizienz oder Wirtschaftlichkeit des Cash Cycles auf Kosten der Nachhaltigkeit steigern. Auf der anderen Seite dürfen geschäftskritische Faktoren nicht außer Acht gelassen werden. „Wenn die Branche in Nachhaltigkeit investiert, will sie sichergehen, dass dies der Effizienz nicht schadet, sondern sie fördert, und im besten Fall beides steigert“, sagt er.

Die Herausforderung besteht darin, dafür zu sorgen, dass sich die beiden Faktoren nicht gegenseitig ausschließen. Huber erklärt, dass ein hohes Maß an Innovation notwendig ist, damit Effizienz auch Nachhaltigkeit ermöglicht. „Der größte Schritt ist, den Status quo aufzugeben“, sagt er. „Die Bargeldindustrie sollte einen flexiblen Ansatz verfolgen, mehr Risiken akzeptieren und auch einige Misserfolge. Aus denen kann sie dann lernen, um schneller zu Innovationen zu gelangen.“ Anstatt sich auf Optimierung zu fokussieren, beschäftigen sich die besten Ansätze zunächst immer damit, ob die bestehenden Bargeldmanagement-Prozesse überhaupt sinnvoll sind, und nutzen dann neue Technologien, um kreativ zu werden.

„Genau das sind die Konzepte, die wir aktiv verfolgen“, sagt Huber und nennt NotaTracc® als Beispiel. Anstatt die Verpackung von Banknoten in Einmalplastik nachhaltiger zu gestalten, wird das Plastik durch wiederverwendbare standardisierte Trays ersetzt, die nicht nur eine Lücke schließen, sondern auch die Effizienz steigern, wenn sie in das automatisierte NotaTracc®-Lademodul integriert werden.

Um jedoch einen echten Kreislauf zu erreichen, müssen sich die Lösungen nahtlos durch jede Station der Bargeldbearbeitung bewegen. Das bedeutet für Huber, dass Zusammenarbeit ein großer Vorteil sein könnte. „Um Bargeldzahlungen ganzheitlich zu betrachten und deutlich enger zusammenzuarbeiten, ist eine neue Denkweise nötig. Dafür muss man sich gemeinsam an einen Tisch setzen“, sagt Huber.

“Die Akteure im Bargeldkreislauf sollten miteinander reden, neue Modelle ausprobieren und auftretende Herausforderungen gemeinsam angehen“
Christian Huber
Head of Business and Product Management – Business Line High-Speed Processing Systems, G+D

Korrekt umgesetzt, kann der richtige Ansatz nicht nur die Grundlagen schaffen, um den Bargeldkreislauf schneller nachhaltiger zu gestalten, sondern auch für zukünftige Innovationen, die auf effizienten automatisierten Lösungen basieren. „Es gibt jede Menge Potenzial. Und es wird Ideen geben, die über das hinausgehen, was wir uns heute vorstellen können“, so Huber. „Mein Team und ich freuen uns, ein Teil davon zu sein, und können es kaum erwarten zu sehen, wie es genau aussehen wird.“

  1. Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft

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