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So erhalten Kundinnen und Kunden mehr Überblick über ihre digital gespeicherten Zahlungsinformationen

Globale Trends
5 Mins.

Mit dem rasanten Anstieg des Online-Handels hinterlegen immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher ihre digitalen Zahlungsdaten bei den von ihnen am häufigsten besuchten Händlern. Diese Card-on-File-Speicherung ist bei wiederkehrenden Einkäufen sehr praktisch – dennoch haben zahlreiche Kundinnen und Kunden Sicherheitsbedenken oder Probleme beim Bezahlvorgang. Darüber hinaus verlieren viele den Überblick, wo sie welche Kartendaten gespeichert haben. Dies ist die Chance für Karten-Emittenten, den Verbraucherinnen und Verbrauchern benutzerfreundliche Tools für die Abfrage und Verwaltung ihrer digitalen Zahlungsdaten zur Verfügung zu stellen und so die begehrte Top-of-Wallet-Position zu erobern.

Die Netzwerk-Tokenisierung hat sich für Online-Händler und Zahlungsanbieter zu einem wirksamen Instrument entwickelt, um die Risiken des Missbrauchs von Kartendaten zu verringern und gleichzeitig die Benutzerfreundlichkeit beim E-Check-out zu verbessern.

Vertrauliche Daten wie die Karteninformationen werden durch eine eindeutige digitale Kennung (Token) ersetzt. Auf diese Weise können Daten zwischen Kartensystemen wie Visa oder Mastercard, Emittenten und den Payment-Providern der Händler ausgetauscht werden – und zwar ohne dass die Karteninformationen jemals preisgegeben werden.

Wenn dann Kundinnen und Kunden ihre Kredit- oder Debitkartendaten in einem Online-Shop via Card on File (CoF) speichern, damit sie in Zukunft ihre Einkäufe schneller und einfacher bezahlen können, werden diese Informationen nicht direkt in der Datenbank des Online-Händlers hinterlegt. Stattdessen werden beim Online-Bezahlvorgang Token verwendet, die vom Zahlungsnetzbetreiber erstellt und verwaltet werden. Dabei werden die Kartendaten und die Primary Account Number (PAN) sowie der zugehörige Token in einem hochsicheren „Token-Tresor“ beim Betreiber gespeichert.

Für jeden Händler und jedes Endgerät werden so einzigartige Token erstellt. Da außerdem kein mathematischer Zusammenhang zwischen einem Token und der PAN besteht, können Token nicht in ihre ursprüngliche Form zurückgewandelt werden.

Das Ergebnis spricht für sich: Laut Mastercard haben 79 % der Verbraucherinnen und Verbraucher weltweit mindestens eine Karte bei einem Online-Shop per Card on File hinterlegt oder sind dazu bereit.1

Und Transaktionsdaten von Visa zeigen, dass sich die Zahlungsautorisierungsrate durch die Verwendung von Netzwerk-Token um mehr als 2 % verbessert hat. Tokenisierung sorgt somit für mehr Vertrauen in den Prozess und verringert so die Anzahl der falschen Ablehnungen. Laut der Studie mindert die Verwendung von Token außerdem die Betrugsraten durchschnittlich um 26 % im Vergleich zu Transaktionen, bei denen die PAN direkt übermittelt wird.2

 

Die zunehmende Verbreitung von Token

Die Verwendung von Token nimmt stetig zu. Dies liegt nicht nur daran, dass die Token-Nutzung einfach ist und zugleich für erhöhte Sicherheit sorgt, sondern auch daran, dass Tokenisierung in einer Vielzahl von Szenarien zum Einsatz kommen kann: Mittels Tokenisierung werden digitale Zahlungsinformationen (als Token) an mobile Geräte ausgegeben. Insbesondere im Online-Einzelhandel erfreut sich Tokenisierung großer Beliebtheit, sie kommt aber auch in IoT-Anwendungen und In-App-Zahlungen flächendeckend zum Einsatz. Mittlerweile gibt es Milliarden von Token.

Juniper Research geht davon aus, dass 95 % der Online-Kartenzahlungen bis Ende 2022 tokenisiert sein werden, da immer mehr Akteure des Bezahl-Ökosystems auf die Technologie umstellen.

Durch die rasante Verbreitung des E-Commerce hinterlassen wir alle jedoch digitale Zahlungsspuren, über die wir nur wenig oder überhaupt keine Kontrolle haben. Diese Spuren (hoffentlich in Form von Token und nicht als verschlüsselte PANs) sind über Hunderte, wenn nicht gar Tausende Online-Shopping-Seiten verstreut. Verbraucherinnen und Verbraucher bestellen immer öfter im Internet und speichern daher in der Regel ihre Kartendaten via Card on File beim Online-Händler.

Viele Kundinnen und Kunden wissen den Komfort zu schätzen, haben jedoch bei der Frage, wie, wo und von wem diese Daten gespeichert werden, Sicherheitsbedenken. Sie erinnern sich zwar, dass sie irgendwann einmal der Speicherung der Kartendaten zugestimmt haben, haben jedoch oft den Überblick verloren, welche Karte wo hinterlegt wurde.

Dies führt zu einem Dilemma: Während die Tokenisierung für die Sicherung von Transaktionen von entscheidender Bedeutung ist, müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre tokenisierten, digitalen Zahlungsinformationen im Auge behalten können. Angesichts der starken Zunahme von Token geht es weniger um das Sicherheitsrisiko von personenbezogenen Daten, sondern vielmehr um die Notwendigkeit, diese Daten praktikabel zu verwalten.

„Die Kundschaft erwartet [heutzutage], dass die Kartenaussteller für Transparenz und Kontrolle bei ihren Zahlungstransaktionen sorgen“, so Juniper. Und das schließt auch zunehmend die digitale Speicherung von Zahlungsdaten ein.

Eine zentrale Anlaufstelle für die digitale Speicherung von Zahlungsdaten

Junge Frau liegt entspannt auf der Couch mit dem Smartphone in der Hand

Kartenaussteller sollten diese Chance nutzen und ihrer Kundschaft ein Tool bereitstellen, mit dem die digitalen Zahlungsdaten an einem zentralen Ort verwaltet und nachverfolgt sowie an Händler, elektronische Geldbörsen und Geräte übermittelt werden können.

Eine solche zentrale Lösung für die Verwaltung der elektronischen Zahlungsinformationen schafft nicht nur Transparenz und Vertrauen, sondern ist auch die ideale Gelegenheit für Emittenten, sich als Anbieter der Wahl zu positionieren.

Mit einem solchen Tool können Banken und andere Kartenaussteller ihren Kundinnen und Kunden eine Token-Verwaltungsfunktion anbieten, die beispielsweise in die mobile Banking-App integriert werden kann. Die Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten so die Möglichkeit, per Mobile App die Kontrolle über ihre Kartendaten zu behalten.

Ein solches Maß an Transparenz und Kontrolle sorgt für:

  • eine engere Kundenbindung und höhere Transaktionsvolumen: Wenn Kundinnen und Kunden kontrollieren können, wo welche Kartendaten als Token gespeichert werden, haben sie mehr Interaktionen mit dem Emittenten, was wiederum ihr Vertrauen in diesen sowie die Kundenbindung stärkt.
  • die Schaffung neuer Geschäftsmodelle: Eine solche zentrale Lösung zur Verwaltung der digitalen Zahlungsdaten eröffnet vollkommen neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel Kombi-Angebote in Kooperation zwischen Kartenausstellern und Händlern. So könnte dieses Tool mit anderen Anwendungen verknüpft werden, zum Beispiel in E-Wallets für die Verwaltung der persönlichen Finanzen.
  • Selfservice und Kosteneinsparungen: Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher bestimmte Aufgaben selbst erledigen können – zum Beispiel einen neuen Token erstellen oder einen Token sperren –, dann wird der Kundenservice des Ausstellers erheblich entlastet.

Aber wie genau können Aussteller Kunden dabei unterstützen, dass alle ihre digital gespeicherten Zahlungsdaten an einem Ort angezeigt werden? Und dass diese Daten nahtlos an Händler, elektronische Geldbörsen und Geräte weitergegeben und individuell verwaltet werden können?

Sicheres Verwalten von Zugangsdaten

Convego® Token Cockpit von G+D ist ein integriertes Token-Management-Tool. Mit dieser praktischen, benutzerfreundlichen Lösung können Kundinnen und Kunden ihre digital gespeicherten Zahlungsdaten einfach  

verwalten. Dazu werden die digital gespeicherten Zahlungsdaten tokenisiert und über alle digitalen Kanäle hinweg gespeichert. Kundinnen und Kunden bekommen dadurch nicht nur die Gewissheit, dass ihre Kartendaten sicher sind, sondern können die tokenisierten Karten auch selbst aktivieren, sperren und widerrufen. Außerdem können sie leicht einsehen, welche Karten sie in ihrer elektronischen Geldbörse wie Apple Pay oder Google Pay gespeichert haben.

Die cloudbasierte Lösung fungiert als Aggregator von Tokenisierungsdiensten und lässt sich mit einer Vielzahl von Token-Dienstanbietern und Token-Anforderern integrieren. Außerdem gewährleistet sie fortlaufende Einhaltung von Zertifizierungen, Gesetzen und Vorschriften.

„Auf den Punkt gebracht, kann Convego® Token Cockpit als Selfservice-Plattform für die Token-Verwaltung (durch Verbraucherinnen und Verbraucher) betrachtet werden, und das über eine einzige, zentralisierte Lösung“, so heißt es in einer aktuellen Fallstudie von Juniper Research. 

“Mit Token Cockpit haben Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur einen Überblick, sondern sie können selbst Token erstellen und verwalten“
Alex Gatiragas
Director, Solution Experience bei G+D

„Mit Token Cockpit haben Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur einen Überblick, sie können selbst Token erstellen und verwalten“, so Alex Gatiragas, Director, Solution Experience bei G+D. Verbraucherinnen und Verbraucher haben dadurch die Möglichkeit, ihre Zahlungsdaten nahtlos und sicher an Händler, E-Wallets, Click-to-Pay-Dienste und verschiedene Geräte weiterzugeben, erläutert der Experte. (Sehen Sie sich das Video an und erfahren Sie mehr über die Vorteile von Convego® Token Cockpit)

Durch diese Lösung können Banken und andere Kartenaussteller in Kooperation mit Händlern Angebotspakete erstellen, fügt er hinzu. Zum Beispiel könnten die Zahlungsdaten von Kundinnen und Kunden an einen Abonnementdienst übermittelt werden, der einen Probemonat kostenlos anbietet. Für die Emittenten hätte dies den Vorteil, dass ihre Karten auf den Dienst abgestimmt sind. Die Kundschaft hingegen profitiert, weil sie mit einem Klick oder Fingerwisch schnell auf den Service des gewünschten Händlers zugreifen kann.

Kein Zweifel: Es ist Zeit, dass Kartenaussteller für Transparenz und Kontrolle bei der Verwaltung der digital gespeicherten Zahlungsdaten sorgen, indem sie ihren Kundinnen und Kunden ein in die Banking-App oder Website integriertes Tool zur Verfügung stellen. Tokenisierung verringert die Sicherheitsbedenken von Verbraucherinnen und Verbrauchern und ermöglicht ein bequemeres Einkaufen.

  1. MasterCard Credential on File research, 2021

  2. Convenience and control: Embedding tokenization in everyday commerce, Visa

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