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#Digital

Wie sich die Vorteile der Programmierbarkeit für das digitale Zentralbankgeld nutzen lassen

Insights
6 Mins.

Von der effizienten Einführung von Helikoptergeld bis hin zu Machine-to-Machine-Payments – wir beleuchten, wie programmierbare Zahlungen von digitalem Zentralbankgeld den Geldtransfer revolutionieren und die Welt effizienter machen können

Die Wahrscheinlichkeit einer flächendeckenden Einführung von digitalem Zentralbankgeld (CBDC, Central Bank Digital Currency) nimmt zu. Derzeit experimentieren über 60 Prozent der globalen Zentralbanken mit Technologien für digitale Währungen1. Mit der Ankündigung einer Untersuchungsphase im Juli2 stellte die Europäische Zentralbank eine entscheidende Weiche für den digitalen Euro. Die Frage ist nicht mehr, ob digitales Geld überhaupt möglich ist, sondern wie das neue Zahlungsmittel konkret gestaltet sein wird.

Das digitale Geld ist in den Startlöchern: Chancen und Herausforderungen

Die Einführung von digitalem Zentralbankgeld wäre ein entscheidender Schritt für unsere Wirtschaft. Sie brächte enorme Chancen mit sich – aber auch Herausforderungen, die nicht unterschätzt werden dürfen. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum Zentralbanken darauf brennen, eine digitale Währung einzuführen, etwa die Förderung der digitalen finanziellen Inklusion, die Verbesserung der Zahlungseffizienz, der Ausbau der digitalen Wirtschaft, die Schaffung neuer Geschäftsmodelle oder die Modernisierung der Zahlungsinfrastruktur.

Die Herausforderungen sind breit gefächert und reichen von wachsenden Cyber-Sicherheitsbedrohungen bis hin zu Themen wie der Auswirkung auf den globalen Finanzmarkt, dem Potenzial für grenzüberschreitende Transaktionen, Datenschutz und Gesetzgebung. Immer wieder steht ein Punkt im Zentrum der Diskussionen: Programmierbarkeit.

Das Potenzial der Programmierbarkeit

Machine-to-Machine-Zahlungen bieten ein enormes Potenzial

Das Interesse am Potenzial der Programmierbarkeit wächst, da sie eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten bietet. Die Beweggründe der einzelnen Akteure mögen variieren, die Vorteile für alle Beteiligten wären jedoch weitreichend.

Den Zentralbanken geht es verständlicherweise darum, die Stabilität des Finanzsystems durch die Implementierung politischer Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Regierungen hingegen würden diese programmierbaren Funktionen bei der effizienten und sicheren Verteilung von Helikoptergeld an die Bürgerinnen und Bürger helfen, um die Konjunktur in Zeiten einer wirtschaftlichen Krise wieder in Schwung zu bringen.

Finanzdienstleister wiederum könnten diese Technologie dafür einsetzen, um die Effizienz zu steigern und ihren Kundinnen und Kunden innovative, fortschrittliche Dienstleistungen anzubieten. Unternehmen wäre es darüber hinaus möglich, komplizierte Geschäftsprozesse zu verschlanken und IoT-Zahlungen einzuführen. Und auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern käme die Programmierbarkeit zugute: Sie würden beispielsweise von noch komfortableren und effizienteren Zahlungen und einem unkomplizierten Zahlungserlebnis profitieren.

Programmierbares Geld vs. programmierbare Zahlungen

Ist die Rede von der Programmierbarkeit des digitalen Zentralbankgelds, muss eines deutlich gemacht werden: Programmierbare Zahlungen und programmierbares Geld sind nicht dasselbe. Die beiden Begriffe werden zwar oft synonym verwendet, dabei bestehen jedoch grundlegende Unterschiede.

Programmierbares Geld ist mit eingebauten Regeln und Einschränkungen für die Benutzerinnen und Benutzer verbunden. Das Geld könnte beispielsweise so programmiert werden, dass es ein Verfallsdatum hat oder nur für bestimmte Waren verwendet werden kann. Hätte digitales Zentralbankgeld solche Einschränkungen, wäre nicht nur die Leistungsfähigkeit der Währung beeinträchtigt, sondern auch die Akzeptanz des digitalen Geldes. Zudem hätte das eine enorme rechtliche Tragweite.

Der Begriff programmierbare Zahlungen bezeichnet hingegen eine innovative Art des Geldtransfers, die funktionale Vorteile bietet sowie neue Prozesse und Geschäftsmodelle ermöglicht. Viele denken bei dem Begriff an die Blockchain-Technologie, wobei diese keine Voraussetzung dafür ist.

“Eine digitale Zentralbankwährung mit programmierbaren Features hat das Potenzial, die Geschäftswelt zu revolutionieren, die Economy of Things zu beschleunigen und unsere Welt in eine digitalere Zukunft zu katapultieren.“

Programmierbare Zahlungen in unserem Alltag

Programmierbare Zahlungen bringen eine Vielzahl von Vorteilen mit sich, wie beispielsweise in der Economy of Things. Das Internet der Dinge (IoT) wächst nach wie vor rasant. Bereits 2019 hieß es in einem Bericht, dass sich durch den Einsatz der IoT-Technologie die Unternehmensproduktivität um 0,2 Prozent des BIP steigern ließe3. In der Machine Economy birgt der digitale Markt ein enormes Potenzial für programmierbare Zahlungen.

In der Fertigung und Industrie würden es programmierbare Machine-to-Machine-Payments ermöglichen, dass Maschinen eigenständig Teile und Materialien bestellen, wenn die Lagerbestände knapp werden. Elektrofahrzeuge könnten Ladevorgänge ganz einfach mit einem vorprogrammierten Smart Contract bezahlen – ganz ohne menschliches Zutun. In der Welt des IoT könnten programmierbare Zahlungen völlig neuen Geschäftsmodellen den Weg ebnen sowie die Automatisierung von Zahlungen für den B2B-Bereich ermöglichen. Unternehmen könnten Geld senden und gleichzeitig Dienstleistungen empfangen und somit die Produktivität steigern. Mit programmierbaren Zahlungen würden Transaktionen also effizienter und bequemer.

Vertrauen in den Wert des Geldes

Da sich ein Paradigmenwechsel im globalen Zahlungsverkehr ankündigt, ist Sorgfalt geboten. Die Einführung programmierbarer CBDCs bringt nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch Risiken mit sich.

Das digitale Zentralbankgeld soll das Äquivalent zu Bargeld sein. Datenschutzprobleme und Nutzungsbeschränkungen darf es daher nicht geben.

Zentralbanken müssen sicherstellen, dass Verbraucher Vertrauen in den Wert des Geldes haben können. Es liegt an ihnen, eine sichere Infrastruktur zu schaffen, damit Finanzdienstleister Features, Funktionen und Mechanismen jenseits der Währung programmieren können, um neue Prozesse zu ermöglichen und Innovationen zu fördern. G+D Filia® bietet eine zukunftsweisende Lösung für Programmierbarkeit, die eine Grundlage für Innovationen bildet, ohne die Eigenschaften der Währung zu beeinträchtigen. Und genau das ist der Schlüsselfaktor, wenn es um die Vereinbarkeit von digitalem Zentralbankgeld und Programmierbarkeit geht: programmierbare Features, die das Potenzial haben, Transaktionen zu revolutionieren, ohne die Währung als solche anzutasten.

  1. BIS Innovation Hub work on central bank digital currency (CBDC), BIS, 2021

  2. Eurosystem launches digital euro project, European Central Bank, 14 July 2021

  3. The contribution of IoT to economic growth, GSMA Intelligence, 2019

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