Noch vor wenigen Jahren bedeutete die Eröffnung eines Bankkontos oder der Erhalt einer neuen Zahlungskarte vor allem eines: Formulare, Wartezeiten, mehrere Besuche in der Filiale. Aufwendige Prozesse galten als unvermeidlicher Teil des Bankgeschäfts. In einer Zeit unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung ist diese Geduld weitgehend verschwunden.
Heute erwarten Kundinnen und Kunden schnelle Reaktionen und personalisierte Angebote, wann immer sie mit Marken in Kontakt treten. Um diesen Anspruch zu erfüllen und ein komfortableres Erlebnis zu bieten, setzen Unternehmen in vielen Branchen auf Self-Service-Angebote. Wer das versäumt, riskiert, vor allem jüngere Zielgruppen zu verlieren. Eine Studie zeigt, dass über 63 Prozent der Gen Z und 45 Prozent der Millennials Self-Service-Kassen bevorzugen und Marken eher den Rücken kehren, wenn diese Optionen fehlen.¹
Auch im Banking wächst die Wechselbereitschaft. Rund ein Drittel der Kundinnen und Kunden gibt an, das Institut zu wechseln, wenn ein anderes Angebot besser zu den eigenen Bedürfnissen passt. In der Generation Z und bei den Millennials steigt dieser Anteil auf 57 beziehungsweise 58 Prozent.²
Banken haben in den vergangenen Jahren mit einer Vielzahl von Self-Service-Lösungen reagiert. Geldautomaten, mobile Überweisungen, elektronische Kontoauszüge und Banking-Apps mit vielfältigen Funktionen sowie Digital Wallets gehören mittlerweile zum Standard. Mehr als 80 Prozent der Banken weltweit bieten heute ausgebaute Self-Service-Kanäle an, um den Wunsch nach rund um die Uhr verfügbarem Banking und effizienteren Abläufen zu bedienen. Dennoch bleibt ein entscheidender Kontaktpunkt häufig unterschätzt: die Kartenausgabe und das Onboarding.
Der Moment, in dem eine Bankkarte in den Händen der Kundschaft ankommt, prägt oft den ersten Eindruck. Jede Hürde in diesem Prozess kann dazu führen, dass Anträge abgebrochen werden oder Unzufriedenheit entsteht. Weltweit berichten 47 Prozent potenzieller Kundinnen und Kunden, dass sie eine Kartenbeantragung aufgrund schlechter Erfahrungen abgebrochen haben.³ Das unterstreicht, wie wichtig eine reibungslose Ausgabe ist.
Hinzu kommt der wirtschaftliche Hebel. Das durchschnittliche monatliche Saldo einer „Top-of-Wallet“-Kreditkarte in den USA liegt bei 1.903 US-Dollar und übertrifft zweite Karten im Portemonnaie (1.202 US-Dollar) und dritte Karten (929 US-Dollar) deutlich.⁴ Für Banken besteht ein klarer Anreiz, die eigene Karte an die erste Stelle im Alltag der Kundschaft zu bringen und sie dort zu halten. Das wirkt sich direkt auf Nutzung, Bindung und Ertrag aus.
„Self-Service bei der Kartenausgabe steigert nicht nur den Komfort für Verbraucherinnen und Verbraucher. Er kann Banken auch einen handfesten Wettbewerbsvorteil verschaffen, der sich unmittelbar auf Neukundengewinnung, Bindung und Customer Lifetime Value auswirkt“, sagt Sascha Behlendorf, Director Value Creation, G+D.
Wie sieht eine wirkungsvolle Self-Service-Kartenausgabe in der Praxis aus?




