Eine Person tippt auf dem Smartphone in einer Krypto-Wallet-App auf die Schaltfläche „Verbinden“.
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4 Zahlungstrends, die das Jahr 2025 geprägt haben

Trend Update
6 Min.

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu und Spotlight blickt auf die vier Trends zurück, die die Zahlungslandschaft neu geprägt haben.

Die Infografik zeigt die vier wichtigsten Zahlungstrends 2025: Sofortzahlungen, personalisierte Zahlungskarten, erweiterte Funktionen digitaler Wallets und Sicherheit als entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Der Trend zu Sofortzahlungen

Zahlungen werden schneller und nahtloser. Traditionelle Überweisungen, die früher Tage für die Abwicklung benötigten, werden heute in Sekunden abgeschlossen dank Instant Payments. Dieser Trend hat vor allem in Schwellenländern an Dynamik gewonnen, etwa in Brasilien mit Pix und Indien mit UPI – zwei erfolgreiche Beispiele, die mit nahtloser digitaler Integration und dem Versprechen größerer Inklusion eine breite Akzeptanz erreicht haben. Nun steht die massenhafte Einführung auch in Europa bevor.

Obwohl Banken in der Eurozone bereits seit 2017 über die technische Infrastruktur verfügen, um Instant Payments über SEPA Instant anzubieten, erfolgen derzeit nur 11 % der Euro-Überweisungen tatsächlich in Echtzeit1. Dies dürfte sich mit der EU-Verordnung zu Sofortzahlungen (Instant Payment Regulation, IPR) ändern, die am 9. Oktober 2025 in Kraft getreten ist und alle Banken sowie Zahlungsdienstleister verpflichtet, Euro-Überweisungen zu ermöglichen, die innerhalb von zehn Sekunden abgewickelt werden – rund um die Uhr, an sieben Tagen pro Woche.

Die IPR bietet Banken die Chance, Kundenbeziehungen von den derzeit dominierenden Kartennetzwerken zurückzugewinnen. Konto-zu-Konto-Sofortzahlungen könnten 15 % bis 25 % des zukünftigen Kartenumsatzvolumens ausgleichen2 und es Banken erlauben, die Transaktionsdaten zu behalten sowie neue Umsatzquellen durch Mehrwertdienste wie Echtzeitauszahlungen und Embedded Finance zu erschließen. Banken, die personalisierte Embedded-Finance-Services anbieten, berichten über einen drei- bis fünfmal höheren Customer Lifetime Value (CLV = Wert einer Kundenbeziehung über die gesamte Geschäftsdauer) als solche, die ausschließlich auf traditionelle Modelle setzen3. Händler profitieren von einer schnelleren Abwicklung – ebenso wie Beschäftigte in der Gig Economy, etwa Liefer- oder Fahrdienstfahrerinnen und -fahrer, die ihre Zahlungen nun sofort erhalten können. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ergänzen Instant Payments die bereits breite Palette nahtloser Zahlungsoptionen.

Die Akzeptanz wird jedoch letztlich von der Sicherheit abhängen. Die Geschwindigkeit von Soforttransaktionen verstärkt Betrugsrisiken, insbesondere bei „Authorized Push Payment“-Betrügereien, die jährlich um 20 % bis 25 % zunehmen4. Im Gegensatz zu Kartenzahlungen verfügen Sofortüberweisungen nicht über integrierte Rückbuchungsmechanismen, wodurch Verbraucherinnen und Verbraucher und Unternehmen einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Die Branche arbeitet aktiv an Gegenmaßnahmen, während die neue EU-Vorschrift zur Empfängerverifizierung (Verification of Payee), die zeitgleich mit der IPR eingeführt wurde, zusätzlichen Schutz bietet, indem sie die Kontodaten der Empfängerin oder des Empfängers vor der Abwicklung überprüft.

Die Überprüfung der Zahlungsempfängerin oder des Zahlungsempfängers wird ein wichtiger Vertrauensanker für Sofortzahlungen sein. Durch die Validierung der Kontodaten der Empfängerin oder des Empfängers vor der Abwicklung können Banken den Verbraucherinnen und Verbrauchern Vertrauen in neue Zahlungssysteme vermitteln und gleichzeitig das Risiko von fehlgeleiteten oder betrügerischen Zahlungen verringern.

Martina Forster
Portfolio Owner Payment & Identity bei G+D Netcetera

Hyperpersonalisierung der Zahlungskarte

Trotz der digitalen Innovationen im Finanzsektor bleiben physische Zahlungskarten ein leistungsstarkes Instrument für Banken, um eine emotionale Bindung zu ihren Kundinnen und Kunden aufzubauen. Heute kann jedes Element des Kartenerlebnisses – von Material und Design bis zur Ausgabe – hyperpersonalisiert werden, um Kundentreue und Markenbindung zu stärken – und das aus gutem Grund.

Zahlreiche bunte Kreditkarten in Regenbogenfarben, die spiralförmig angeordnet sind.

Finanzinstitute, die fortgeschrittene Personalisierungsstrategien einsetzen, verzeichnen laut einem Bericht von The Financial Brand5 Umsatzsteigerungen von 15 % bis 20 % und eine Senkung der Akquisekosten um 10 % bis 30 %. Kundinnen und Kunden, die eine stärkere emotionale Bindung zu ihrer Bank oder FinTech-Marke aufbauen, geben in der Regel mehr aus, nutzen mehr Services und pflegen langfristigere Beziehungen.

Die Zahlungskarte, die zunehmend als Statussymbol wahrgenommen wird, ist ein ideales Instrument, um diese Ziele zu erreichen und den unterschiedlichen Bedürfnissen einer vielfältigen Kundschaft gerecht zu werden. So bevorzugen umweltbewusste Gen-Z-Konsumentinnen und -Konsumenten Karten aus Holz oder recyceltem Kunststoff, während technikaffine Nutzerinnen und Nutzer Karten mit erweiterten Funktionen wie biometrischer Authentifizierung (Fingerabdruck) oder dynamischem CVV verwenden.

Luxusorientierte Kundinnen und Kunden wiederum greifen zu Metall- oder Keramikkarten, die Exklusivität signalisieren – eine Strategie, die sich in Premium-Segmenten nachweislich umsatzsteigernd auswirktEin kanadisches FinTech meldete ein Wachstum von 40 % bei den Kundenzugängen durch seine Metallkarten, während eine internationale Bank einen 40-prozentigen Anstieg der Ausgaben unter Metallkarteninhaberinnen und -inhabern verzeichnete6.

Ein Mann im Anzug öffnet eine edle Holzbox mit einer hochwertigen Kreditkarte darin.

Hyperpersonalisierung und Individualität bringen Sie näher an die Kundin und den Kunden und schaffen eine intensivere Kundenbeziehung.

Sascha Behlendorf
Director Value Creation bei G+D

Neue Technologien wie KI und Drop-on-Demand-Druck machen die Kartenproduktion schneller, günstiger und skalierbarer. Kundinnen und Kunden können mithilfe von KI-Tools wie G+Ds Convego® Card Designer über Texteingaben individuelle Motive erstellen, während Drop-on-Demand auf industrieller Tintenstrahltechnologie basiert und eine hochgradige Personalisierung auf Abruf ermöglicht. 

Die Personalisierung endet nicht bei der Karte selbst. Der „Unboxing-Moment“ – der erste physische Kontakt – ist ein entscheidender Touchpoint. Maßgeschneiderte Verpackungen, magnetische Verschlüsse und personalisierte Willkommensbriefe verstärken den Wert der Karte als Statussymbol und fördern die Kundenbindung von Anfang an.

Wie Sascha Behlendorf, Director Value Creation bei G+D, Anfang des Jahres in Spotlight erklärte: „Hyperpersonalisierung und Individualität bringen Sie näher an die Kundin und den Kunden und schaffen eine intensivere Kundenbeziehung.“

Die zweite Welle der digitalen Wallet-Evolution

Während physische Karten weiterhin wichtig bleiben, werden digitale Wallets zunehmend zur bevorzugten Zahlungsmethode. Ihre Nutzerzahlen sollen von 4,3 Milliarden im Jahr 2024 auf 5,8 Milliarden im Jahr 2029 steigen7. Apples Entscheidung, den NFC-Zugang auf iOS für Drittanbieter zu öffnen, beschleunigt diesen Wandel. Banken und Wallet-Anbieter erhalten dadurch die Möglichkeit, eigene Tap-to-Pay-Lösungen zu entwickeln und einen entscheidenden Kundenkontaktpunkt zurückzugewinnen – denn Zahlungen machen rund 80 % aller Kundeninteraktionen aus8.

Doch der Wandel geht weit über Zahlungen hinaus. Kristian T. Sørensen, Co-Vorsitzender der Mobey Forum Digital Wallet Expert Group, erklärt:
„Digitale Identitäts-Wallets stehen jetzt im Mittelpunkt, weil sie jede Art von Transaktion ermöglichen – nicht nur Zahlungen.“ Initiativen wie das EU-Rahmenwerk für Digitale Identitäts-Wallets treiben diese Entwicklung voran und positionieren Wallets als Container für eine wachsende Vielfalt tokenisierter Vermögenswerte – etwa digitale Zentralbankwährungen (CBDCs), Security Tokens und reale Vermögenswerte. In Märkten mit Secure-Element-Zugang können Banken bereits Eintrittskarten, Fahrkarten und Identitätsnachweise speichern, die mit verifizierten Identitäten verknüpft sind – physische Ausweise werden dadurch überflüssig.

Dieser erweiterte Funktionsumfang verschafft Banken einen Wettbewerbsvorteil in der „zweiten Runde des Wallet Wars“. Als vertrauenswürdige und regulierte Institutionen sind sie prädestiniert, sensible Anmeldeinformationen sicher zu verwalten – ein Vorteil, den Big Tech nur schwer nachahmen kann. „Das Wallet-Geschäft wird sehr komplex und stark reguliert sein – und genau in solchen Umgebungen haben Banken schon immer erfolgreich agiert“, sagt Sørensen. „Ich sehe daher eine starke Rolle für Banken.“ 

Bei der Umsetzung gibt es verschiedene Wege: Manche Banken entwickeln eigene Wallets, um maximale Kontrolle zu behalten, andere setzen auf Kooperationsmodelle wie TWINT in der Schweiz oder Wero in Europa, bei denen gemeinsame Infrastrukturen die Einführung beschleunigen und Kosten senken.

Sicherheit als Wettbewerbsvorteil

Sicherheit bleibt das wichtigste Fundament für Finanzinstitute – und zugleich ihr stärkstes Unterscheidungsmerkmal. Die rasante Digitalisierung hat Betrügerinnen und Betrüger ermöglicht, immer raffiniertere Finanzverbrechen zu begehen. Verbesserte Sicherheit ist daher nicht nur eine Schutzmaßnahme, sondern auch die Grundlage für Vertrauen und Kundenbindung. 

Dieser Wettbewerbsvorteil sollte die digitale Expansionsstrategie der Banken prägen – insbesondere bei der Bewertung sogenannter Super-Apps, also All-in-one-Plattformen, die verschiedene Dienste in einer Oberfläche bündeln. Während Apps wie WeChat in China enorme Erfolge erzielt haben, birgt die Nachahmung dieses Modells in westlichen Märkten erhebliche Risiken für Banken: Jede Drittanbieterintegration erhöht das Reputationsrisiko, während Regulierungspflichten exponentiell wachsen – jede neue Serviceebene bringt eigene Compliance-Anforderungen mit sich.

Noch wichtiger: Banken riskieren, das Vertrauen einzubüßen, das sie über Jahrzehnte aufgebaut haben, wenn sie sich zu weit von ihrem Kerngeschäft entfernen. Wie Bart Vullings, Senior Product Manager bei G+D Netcetera, betont: „Das Super-App-Modell funktioniert für Nicht-Finanzunternehmen, weil Bequemlichkeit ihre wichtigste Währung ist. Für Banken ist es Vertrauen – und wenn man das verliert, ist es schwer, es zurückzugewinnen.“ 

Statt Alleskönner-Apps zu entwickeln, sollten Banken Sicherheit als zentrales Differenzierungsmerkmal innerhalb ihrer bestehenden Services nutzen: etwa mit dem Ersatz von Passwörtern, die für 86 % aller Web-Angriffe verantwortlich sind, durch biometrische Passkeys9Gerätegebundene Passkeys bieten Phishing-resistente Alternativen, die „etwas, das man hat“ (Gerät) mit „etwas, das man ist“ (Biometrie) verbinden – im Gegensatz zu traditionellen Multi-Faktor-Methoden, die für Phishing oder SIM-Swapping anfällig sind.

Indem Banken die Sichtbarkeit erhöhen, wo und wie digitale Zugangsdaten gespeichert werden, können sie Vertrauen stärken und Betrug bekämpfen – und den Verbraucherinnen und Verbrauchern helfen, eine aktivere Rolle beim Schutz ihrer digitalen Identitäten einzunehmen.

Jukka Yliuntinen
Portfolio Owner Payment & Identity bei G+D Netcetera

Dieser Sicherheitsansatz überträgt sich konsequent auf digitale Wallets und bietet Banken eine weitere Chance, sich abzuheben. Obwohl tokenisierte Zahlungen grundsätzlich sicher sind, verursacht sogenannter Provisioning Fraud,bei dem Kriminelle Nutzerinnen und Nutzer zur Preisgabe von Kartendaten verleiten, jährlich weltweit rund 450 Millionen US-Dollar Schaden10. Banken können dieser Bedrohung begegnen, indem sie Berechtigungsmanagement-Funktionen integrieren, die Kundinnen und Kunden Echtzeit-Einblicke geben, um den Zugriff unbekannter Geräte oder Händler zu widerrufen.

Dieser Ansatz der geteilten Verantwortung befähigt Kundinnen und Kunden, ihre Zugangsdaten aktiv zu verwalten, und stärkt gleichzeitig das Vertrauen – Sicherheit wird mit den Kundinnen und Kunden, nicht für sie geschaffen. „Indem Banken die Sichtbarkeit erhöhen, wo und wie digitale Zugangsdaten gespeichert werden, können sie Vertrauen stärken und Betrug bekämpfen – und den Verbraucherinnen und Verbrauchern helfen, eine aktivere Rolle beim Schutz ihrer digitalen Identitäten einzunehmen“, sagt Jukka Yliuntinen, Portfolio Owner Payment & Identity bei G+D Netcetera.

Key Takeaways

  • Sofortzahlungen bieten Banken neue Möglichkeiten, ihre Kundenbeziehungen zu stärken – vorausgesetzt, sie können die Angst der Kundinnen und Kunden vor Betrug überwinden.
  • Hyperpersonalisierung macht Zahlungskarten zu Lifestyle-Statements und sorgt für messbare Steigerungen bei Umsatz, Kundenakquise und Kundenbindung.
  • Da digitale Geldbörsen sich über den Zahlungsverkehr hinaus weiterentwickeln, sind Banken bestens aufgestellt, um sensible Zugangsdaten wie digitale Identitäten und tokenisierte Vermögenswerte zu verwalten.
  • Sicherheit, die nahtlos in das Kundenerlebnis integriert ist, ist das größte Wettbewerbsunterscheidungsmerkmal für Banken.
  1. Instant payments in euro, European Parliament, 2024

  2. World Payments Report 2025, Capgemini, 2024

  3. Embedded finance: How banks and customer platforms are converging, McKinsey & Company, 2024 

  4. The APP fraud problem and its impact on the payments industry, The Paypers, 2024

  5. Digital Banking Transformation Trends for 2023, The Financial Brand, 2022

  6. Digital Banking Transformation Trends for 2023, The Financial Brand, 2022

  7. Which Countries Are Leading Wallet Adoption in 2024?, Juniper Research, 2024

  8. NextWave Global Consumer Banking Survey, EY, 2021

  9. 2024 Online Authentication Barometer, FIDO Alliance, October 2024

  10. Visa Provisioning Intelligence Launches to Combat Token Fraud, Visa, 2023

Veröffentlicht: 27.11.2025

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