Vier Kreise mit Trend-Themen wie Datafication,  Social Transformation und Konnektivität
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Blueprint für morgen: Das Trendradar von G+D

Trends
6 Min.

G+D hat sein Trendradar veröffentlicht und zeigt, welche Entwicklungen die SecurityTech-Branche heute und künftig prägen. Es dient intern als Leitfaden für Kommunikation und Strategie, stärkt extern die Rolle von G+D als Vordenker und bietet einzelnen Menschen Orientierung im Umgang mit gesellschaftlichen Veränderungen. So wird das Trendradar zur Pflichtlektüre für alle, die die SecurityTech-Landschaft von morgen verstehen wollen.

Enthusiasten, die Entwicklungen in bestimmten Branchen aufmerksam verfolgen, kennen das Konzept eines Trendradars. Solche Übersichten werden meist von führenden Unternehmen in einem Segment veröffentlicht, etwa in der Logistik, bei Energietechnologien oder in der Automobilindustrie. Sie erscheinen regelmäßig, basieren auf Forschung und sind visuell ansprechend aufbereitet.

Sie sind wertvoll, weil sie vorhandene Studien und Diskurse bündeln und in fundierte Prognosen überführen. Gleichzeitig beziehen sie gesellschaftliche und geopolitische Rahmenbedingungen ein, die zukünftige Geschäftsumfelder prägen können.

„Welche großen Innovationsfelder beeinflussen G+D heute und in Zukunft?“ Diese Frage stellte sich Philipp Edler, Business Development Manager Innovation bei G+D. Als Beispiel verweist er auf das dynamische Themenfeld Dezentralisierung und digitales Eigentum. „Das ist ein Themenkomplex, der künftig enormen Einfluss haben wird“, sagt er.

Warum ein Trendradar entwickeln?

Naheliegend ist zunächst, dass ein Trendradar strategische Schwerpunkte für ein Unternehmen identifiziert, insbesondere für eines, das wie G+D in unterschiedlichen, zugleich eng vernetzten Geschäftsfeldern aktiv ist. Wer erkennt, was auf das Unternehmen zukommt, kann sich und seine Einheiten gezielt und vorausschauend darauf vorbereiten.

Genauso wichtig ist jedoch die externe Kommunikation. „Nichts davon ist geheim“, sagt Edler mit einem Lächeln. „Wir beobachten überwiegend messbare Entwicklungen, die sich bereits um uns herum abzeichnen. Unsere besondere Stärke liegt im Kontext. Wir geben all diesen frei verfügbaren Daten eine Bedeutung.“ Das Teilen dieser Erkenntnisse stärkt die Position als Vordenker und fördert Innovation im weiteren Ökosystem.

Dabei geht es nicht nur um kommerziell relevante Einsichten. Ein gutes Trendradar verfolgt übergeordnete Entwicklungen, die Menschen sowohl individuell als auch als Gesellschaft betreffen.

Eine Methodik für den Blick nach vorn

Lässt sich das Trendradar entsprechend häufig aktualisieren? Es ist zwar dynamisch angelegt, doch wenn die Analyse sauber erfolgt, braucht es keine ständigen Anpassungen.

„Wir verfolgen Trends, nicht Hypes“, betont Edler. „Wenn unsere Einschätzungen stimmig sind, wird es von Jahr zu Jahr keine grundlegenden Brüche geben.“ Anders formuliert: Verschwindet ein Trend abrupt, war er vermutlich nie tragfähig genug, um hervorgehoben zu werden.

Um das zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Methodik. Die identifizierten Trends werden nach Suchfeldern gebündelt:

  • Daten- und Vertrauensökonomie mit Themen wie agentische KI-Systeme, digitales Eigentum und Sicherheitsfragen wie Datenschutz, Datensouveränität und vertrauenswürdige KI.
  • Immersive und digitale Interaktionen mit Schwerpunkten wie nahtlose Transaktionen, Post-Reality sowie digitale Vermögenswerte und Identitäten.
  • Intelligente Infrastrukturen und Konnektivität mit Makrotrends wie Industry 5.0, Quantentechnologien, Zero-Trust-Architekturen und weiteren Infrastrukturthemen.
  • Soziale und geopolitische Transformation mit Entwicklungen wie Kreislaufwirtschaft, digitaler Demokratie und antifragilen Systemen.

Einige Trends überschneiden sich und bilden Themencluster, etwa „resilience and threats“. Darüber hinaus beobachtet das Team sogenannte „Weak Signals“, also frühe Anzeichen oder Auffälligkeiten. Dieses Konzept geht auf Igor Ansoff in den 1970er Jahren zurück und beschreibt Signale, die der Entstehung neuer Trends vorausgehen können.

Der Lebenszyklus eines Trends

Entscheidend ist, dass die Trends nicht nur nach Inhalt, sondern auch nach ihrem Reifegrad und der erwarteten Wirkung im Markt gruppiert werden. Entwicklungen mit einem langfristigen Horizont und einem Zeithorizont von etwa fünf Jahren bis zur spürbaren geschäftlichen Relevanz werden unter „Watch“ geführt. Trends, die voraussichtlich in etwa zwei Jahren die Branche prägen werden, fallen in die Kategorie „Prepare“. Themen, die bereits heute Wirkung entfalten, werden unter „Act“ zusammengefasst.

Welche großen Innovationsfelder beeinflussen G+D heute und in Zukunft?

Philipp Edler
Business Development Manager Innovation bei G+D

„Wir betrachten Trends entlang eines bestimmten Lebenszyklus“, erklärt Edler. „Wir machen das Unternehmen zunächst unter ‚Watch‘ auf eine Entwicklung aufmerksam. Nach einigen Jahren sollte sie idealerweise von ‚Watch‘ zu ‚Prepare‘ und schließlich zu ‚Act‘ übergehen. In dieser Phase ist der Trend dann bereits Teil der Unternehmensstrategie, im besten Fall sogar mit einer konkreten internen Produktlösung.“

"Watch & Explore" graphic with a blue network diagram and text about future trends.
"Prepare & Experiment" graphic with a blue network circle and trend analysis text.
"Act & Exploit" graphic focusing on the inner ring of a digital network diagram.

Wachsende Bedeutung des digitalen Eigentums

Damit zurück zu dem Themenfeld, das Edler bereits angedeutet hat. Die Diskussion rund um den Cluster Dezentralisierung und digitales Eigentum stößt auf besonders großes Interesse.

Die Debatte um digitales Eigentum wird unter anderem von folgenden Fragen geprägt:

  • Wem gehört das Internet? Rund um Web 3.0 und dezentrale Anwendungen (dApps) wird intensiv diskutiert. Wird die Antwort auf diese Frage künftig dezentral ausfallen?
  • Wem gehören persönliche Daten? Und in diesem Zusammenhang: Wem gehört der digitale Zwilling oder Avatar eines Menschen?
  • Künstliche Intelligenz ist selbstverständlich Teil dieser Diskussion. Wenn Produkte von nicht-menschlichen Akteuren wie KI-Systemen geschaffen werden, bei wem liegen dann Eigentums- und Urheberrechte, beim System selbst oder bei anderen Instanzen?
  • Digitale Vermögenswerte entwickeln sich vom Status „Prepare“ hin zu „Act“. In diesem Kontext gewinnt die Tokenisierung realer Vermögenswerte (Real World Asset Tokenization, RWA) an Bedeutung, weil sie kleineren Anlegern einen Zugang zu neuen Anlageklassen eröffnet.

„Im Kern geht es darum, Vertrauen in neue Formen digitalen Eigentums aufzubauen“, sagt Edler. G+D sichert seit mehr als 150 Jahren Werte in der physischen Welt. Als weltweit führender SecurityTech-Anbieter für Währungen, Finanzplattformen und digitale Sicherheit agiert das Unternehmen genau an der Schnittstelle, an der das Verhältnis von physischem und digitalem Eigentum neu ausgelotet wird.

Key Takeaways

  • Das Trendradar von G+D ist ein zentrales Instrument, um künftige strategische Schwerpunkte in der SecurityTech‑Industrie zu identifizieren.
  • „Watch“ signalisiert, dass Unternehmen (und andere Akteure) einen Trend aufmerksam beobachten sollten, „Prepare“ kennzeichnet Entwicklungen auf dem Weg zur Relevanz, während „Act“ anzeigt, dass ein Trend bereits in die Unternehmensstrategie integriert sein sollte.
  • Digitale Souveränität kristallisiert sich als übergreifendes Leitmotiv in mehreren Trendfeldern heraus und unterstreicht den steigenden Bedarf an vertrauenswürdigen, sicheren und unabhängigen digitalen Infrastrukturen.

Veröffentlicht: 28.04.2026

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