Mehrfarbige Kreditkarten, als Dreieck angeordnet, symbolisieren die personalisierte Kartenausgabe.
#Customization #Card Payment #AI

Die Hyperpersonalisierung von Bezahlkarten

Trend Update
7 Min.

Der Einsatz neuer Technologien wie künstliche Intelligenz und Drop-on-Demand-Druck bringt die Produktion von Bezahlkarten auf eine neue Ebene. Sie lassen sich damit schneller, kostengünstiger und individueller herstellen, was sie für Kundinnen und Kunden noch attraktiver macht.

Mit den gestiegenen Ansprüchen der Konsumentinnen und Konsumenten wird es für Marken immer schwieriger, Alleinstellungsmerkmale für ihre Produkte und Dienstleistungen zu finden. Individualisierte und personalisierte Angebote sind ein geeignetes Mittel, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Besonders deutlich wird dies im gesättigten Markt der Finanzdienstleistungen, in dem Kundenbindung und -loyalität entscheidende Erfolgsfaktoren sind. Hier buhlt eine stetig wachsende Zahl von Banken und FinTech-Unternehmen um die Gunst der Verbraucherinnen und Verbraucher, beispielsweise mit dem Angebot origineller, hyperpersonalisierter Bezahlkarten. Derart individualisierte Kredit- und Bankkarten können gleichermaßen zu einer intensiveren Kunden- und Markenbindung führen.

Zahlreiche bunte Kreditkarten in Regenbogenfarben, die spiralförmig angeordnet sind.

Hyperpersonalisierung: ein strategisches Unterscheidungsmerkmal

Dank der verfügbaren KI-Tools und des Verfahrens des Drop-on-Demand-Drucks (DoD) lassen sich Karten jetzt immer hyperpersonalisierter und individueller gestalten.

Damit gehen Banken und FinTechs heute über das bloße Drucken des Namens und der Nummer eines Kunden oder einer Kundin auf eine Karte hinaus. Sie sind jetzt in der Lage, jedes Element des Kartendesigns und sogar die gesamte Art der Kartenausgabe an den Kunden oder die Kundin anzupassen – von Material und Textur bis hin zu Farbe, Bildern und sogar Duft –, um für jeden Kunden und jede Kundin ein wirklich einzigartiges und zutiefst persönliches Produkt zu schaffen.

Stellen Sie sich vor, eine Bankkundin – wir nennen sie Jane – meldet sich für ein neues Konto an und möchte ihre Bezahlkarte personalisieren. Sie möchte, dass ihre Zahlungskarte aus einem umweltfreundlichen Material besteht und ein Bild ihres Hundes namens Pepper darauf zu sehen ist. Vielleicht ist sie in diesem Moment nicht in der Lage, das richtige Foto von Pepper zu finden. Also beschließt sie, einen anderen zu nehmen und ihn mithilfe von KI in die richtige Szenerie einzufügen, den Fokus zu korrigieren oder ihn in ein gemaltes Kunstwerk zu verwandeln.

Mit ihrem hyperpersonalisierten Ansatz für das Kartendesign und dem Einsatz der DOD-Drucktechnologie kann Janes Bank ihren Wunsch problemlos erfüllen. Der Prozess der Erstellung und Anpassung von Janes Zahlungskarte ist sehr einzigartig, schnell und unkompliziert und sie erhält ihre neue, hyperpersonalisierte Karte kurz nach dem Einreichen ihres Designs von der Bank.

Dieses hypothetische Szenario veranschaulicht einen aktuellen Trend im Zahlungssektor: Hyperpersonalisierung ist für Banken und FinTechs ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Sie kann eine emotionale Bindung zwischen Kundinnen und Kunden und ihren Finanzdienstleistern schaffen sowie die Markentreue stärken.

Hyperpersonalisierung und individuelle Angebote fördern die Kundennähe und sorgen für eine intensivere Kundenbeziehung.

Sascha Behlendorf
Director Value Creation, G+D

Warum Hyperpersonalisierung wichtig ist

Für Hyperpersonalisierung im Finanzdienstleistungsbereich gibt es überzeugende wirtschaftliche Argumente. Untersuchungen zeigen, dass Kundinnen und Kunden in der Regel mehr ausgeben, öfter Dienstleistungen in Anspruch nehmen und ihrer Bank oder ihrem FinTech-Unternehmen länger treu bleiben, wenn eine engere emotionale Bindung zur Marke besteht. Ein Bericht von „The Financial Brand“ aus dem Jahr 2023 zufolge verzeichnen Finanzinstitute, die fortschrittliche Personalisierungsstrategien umsetzen, einen Umsatzanstieg von 15 bis zu 20 %. Gleichzeitig konnten die Kosten für die Kundenakquise um 10 bis 30 % gesenkt werden.¹ Unter diesen Gesichtspunkten erweist sich Hyperpersonalisierung somit als wertvoller Wettbewerbsvorteil.

Durch die persönliche Ansprache können Marken ihre Kundinnen und Kunden stärker an sich binden, indem sie ein Gefühl der Zugehörigkeit und Wertschätzung vermitteln. FinTech-Marktführer wie Revolut oder Monzo nutzen solche Kartenangebote, um sich als kundenorientierte Innovatoren zu positionieren.

Auch Trade Republic ist dafür ein Beispiel: Als das FinTech-Unternehmen seine Mirror Card auf den Markt brachte, wurde diese schnell zu einem viralen Erfolg. Die Kundinnen und Kunden schätzten die Karte nicht nur wegen der mit ihr verbundenen Vergünstigungen und ihrer funktionellen Handhabung – es war vor allem das auffällige Design, das überzeugte. Hyperpersonalisierung funktioniert und stärkt die Markenidentität, sofern sie sinnvoll und gezielt eingesetzt wird.

Die Kartenpersonalisierung entwickelt sich weiter

Personalisierung bedeutet heute weit mehr, als den eigenen Namen und die Kontonummer auf der Bezahlkarte zu sehen. Banken und FinTech-Unternehmen lassen schon länger besondere Kartendesigns massenhaft vordrucken, um ihre Markenbotschaft zu verdeutlichen – sei es über die Materialauswahl (z. B. Holz, Metall, umweltverträgliche Kunststoffe), über taktile und strukturierte Oberflächen oder über auffällige visuelle Gestaltungselemente.

Neue, effiziente Verfahren wie der Print-on-Demand-Service von G+D machen aber auch die Herstellung von Miniserien möglich: Issuer können so ihr Kartenportfolio flexibel verwalten, ohne auf leistungsstarke Designmerkmale wie Metallic-, Spiegel-, Perlglanz- oder taktile Effekte verzichten zu müssen. Auch individuelle, KI-generierte Kunstwerke lassen sich erzeugen. All diese Merkmale sind Markensymbole, die für viele Karteninhaberinnen und -inhaber einen hohen Stellenwert haben.

Personalisierte Karten werden nicht mehr nur als Zahlungsmittel betrachtet – sie sind zu einem Lifestyle-Statement geworden, das die Einstellungen und den Status ihrer Nutzerinnen und Nutzer widerspiegelt.

Eine Frau bezahlt kontaktlos mit ihrer bunten Kreditkarte an einem Kartenterminal.

KI im Fokus

Der Convego® Card Designer von G+D ist ein KI-gestütztes Tool, das man als Vorreiter der Hyperpersonalisierung bei Zahlungskarten bezeichnen kann. Die innovative Plattform ermöglicht es Benutzerinnen und Benutzern, einzigartige Motive für ihre Karten zu erstellen, indem sie nach Belieben eine Beschreibung eingeben. Diese kann beispielsweise lauten „Skyline bei Sonnenuntergang“ oder „flauschiges Einhorn im Weltall“. Die KI erstellt daraufhin ein Bild, das sich mithilfe einer internen KI-gestützten Screening-Funktion überprüfen und anpassen lässt, bis das Motiv den Vorstellungen des Kunden oder der Kundin entspricht.

Mithilfe künstlicher Intelligenz gibt der Convego® Card Designer die Kreativität an die Nutzerinnen und Nutzer zurück, sodass sich jede und jeder eine Karte gestalten kann, die sich einzigartig anfühlt. Anstatt aus einer begrenzten Bildergalerie oder Farbpalette auszuwählen, kann ein Gegenstand des täglichen Gebrauchs nach den eigenen Wünschen individuell gestaltet werden.

On-Demand-Druck im Aufwind

Bisher verlief die Ausgabe von Zahlungskarten in zwei separaten Schritten: der Massenproduktion des Kartenkörpers mit dem generischen Artwork für das gesamte Kartenprogramm und der anschließenden Personalisierung mit den Daten der einzelnen Karteninhaberinnen und -inhaber sowie visuell mit Namen und Nummern.

Heute eröffnet der Drop-on-Demand-Druck (DoD) eine neue Möglichkeit zur Herstellung personalisierter Karten. Er kombiniert die Kartenproduktion und die Personalisierung in einem Prozess und ergänzt damit die herkömmliche Massenproduktion.

Da für den DoD-Druck industrielle Tintenstrahltechnologie genutzt werden kann, lassen sich Bankkarten direkt vor Ort anpassen und ausdrucken. Das beschleunigt den Ausgabeprozess, einschließlich der Personalisierung, für Kartenaussteller erheblich.

Dank des DoD-Drucks und der damit verbundenen Herstellungsverfahren war die Herstellung hyperpersonalisierter Karten noch nie so einfach.

Key Takeaways

  • Hyperpersonalisierung ist keine Luxuslösung, sondern strategisch notwendig. Hyperpersonalisierte Zahlungskarten helfen Banken und FinTech-Unternehmen dabei, emotionale Bindungen zu ihren Kundinnen und Kunden zu vertiefen, die Kundenloyalität zu stärken und sich von Wettbewerbern abzuheben.
  • Neue Technologien ermöglichen Personalisierung in großem Maßstab. Tools wie der Convego® Card Designer von G+D und der Direct-on-Demand-Druck machen die Personalisierung schneller, kostengünstiger und für Kundinnen und Kunden relevanter.
  • Kundendaten sind der Schlüssel zur Hyperpersonalisierung. Kartenaussteller benötigen umfangreiche und sichere Kundendaten, um hyperpersonalisierte Produkte anbieten zu können, die wirklich Anklang finden. G+D unterstützt Aussteller bei der korrekten Verarbeitung und dem Schutz von Kundendaten und schafft so Vertrauen und Datensicherheit.
  1. Digital Banking Transformation Trends for 2023, The Financial Brand, 2022

Veröffentlicht: 23.09.2025

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