Luxus-Kreditkarte aus Metall mit Chip, dramatisch beleuchtet, zwischen dunklen Felsformationen
#Card Payment #Customization #Sustainability

Gut fürs Image: prestigeträchtige Zahlungsmittel

Datenbasiert
8 Min.

Bezahlkarten sollten in erster Linie funktionieren. Doch heutzutage erwarten Kundinnen und Kunden mehr: Bank- und Kreditkarten werden auch als Statussymbol betrachtet, über das man exklusiven Zugang zu besonderen Erlebnissen erhält.

Digitale Geldbörsen und virtuelle Zahlungsmethoden sind mittlerweile ein Bestandteil unseres normalen finanziellen Alltags und trotzdem spielen physische Bankkarten immer noch eine große Rolle. Warum ist das so? Möglicherweise ist die Antwort darauf ganz einfach: Analoge Karten verfügen über Eigenschaften, die digitale Varianten nicht bieten. Sei es der „Unboxing“-Moment, wenn man die neue Karte erstmals in den Händen hält, oder die zahlreichen Optionen bei der Auswahl des Materials und der Gestaltung. Dadurch können sich Finanzinstitute von ihren Mitbewerbern abheben und die Kundenbindung stärken.

Kürzlich hat G+D eine Studie in Auftrag gegeben, für die Managerinnen und Manager des Kartenservice verschiedener Großbanken in den USA, Kanada und Großbritannien befragt wurden. Es stellte sich heraus, dass das Angebot von Bezahlkarten aus Metall zu mehr Neukundinnen und -kunden führt und sich die Ausgaben der Kundinnen und Kunden darüber erhöhen. Ein kanadisches FinTech-Unternehmen berichtete von einem Anstieg der Neukundinnen und -kunden um 40 % durch die Ausgabe von Metallkarten. Ein Vertreter eines etablierten, weltweit agierenden Bankhauses sagte: „Unsere Kreditkarten aus Metall haben zu einem Ausgabenanstieg von rund 40 % geführt, was deren hohen Stellenwert bei Premium-Kundinnen und -Kunden unterstreicht.“1 Ein weiterer Beweis für die Attraktivität von Premium-Angeboten ist eine von Forbes durchgeführte und von G+D veröffentlichte Umfrage. Demnach schneiden Unternehmen, die eine überdurchschnittliche Kundenzufriedenheit vorweisen können, finanziell besser ab.2

Wer also künftig erfolgreich sein möchte, muss Bezahlvorgänge und Bankgeschäfte zu einem All-in-one-Erlebnis machen, also Komfort und Luxus vereinen. Auf die Kundinnen und Kunden abgestimmte Angebote lassen sich unter anderem durch den Einsatz künstlicher Intelligenz ermitteln.

Bezahlkarten als Lifestyle-Statement

Die Premium-Bezahlkarte ist zu einem echten Prestigeobjekt geworden. Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich zunehmend für Karten, die ihre Werte, ihren Lebensstil und ihre Vorlieben widerspiegeln. Das Kartendesign wird zu einem Ausdruck ihrer individuellen Identität und verwandelt alltägliche Bezahlvorgänge in persönliche Statements. Sei es mit einer eleganten, langlebigen Karte aus Metall, einer umweltbewussten, nachhaltigen Version aus Holz oder futuristischen biometrischen Funktionen.

Banken und Finanzinstitute tun gut daran, einen stärker segmentierten und personalisierten Ansatz zu verfolgen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Das heißt, sie haben die Möglichkeit, bestimmte Kartenmaterialien und -funktionen auf unterschiedliche Kundenprofile abzustimmen – vom luxusorientierten Technikbegeisterten bis zum umweltbewussten Minimalisten. So wird das Kartenangebot für Kundinnen und Kunden attraktiver und sie bleiben ihrem Bankhaus eher treu.

Neobanken und FinTechs haben diesen personalisierten, kreativen Ansatz von Beginn an erfolgreich umgesetzt und so neue Kundengruppen gewonnen. Die Folge ist mehr Wettbewerb und Innovation im Privatkundensegment.

Idealerweise wird das Konzept der Segmentierung und Personalisierung nicht nur auf physische Karten, sondern auch auf digitale und „phygitale“ Angebote angewandt. Dazu gehören der Moment des Auspackens und die Verwendung der Bank-App. Jeder Schritt sollte personalisiert werden, um eine nahtlosere und bequemere End-to-End-Erfahrung zu bieten.

Eine effektive Zielgruppenanalyse von Prestige-Kundinnen und -Kunden zeigt, wie unterschiedlich sie ticken und wo ihre Präferenzen liegen. Verbraucherinnen und Verbraucher, die Exklusivität und Innovation schätzen, fühlen sich beispielsweise sehr von Keramikkarten angezogen. Sie werden als Symbole für Spitzentechnologie und Seltenheit betrachtet. Nachhaltigkeitsbegeisterte Menschen bevorzugen hingegen Karten aus Holz, weil umweltfreundliche Materialien und Produkte für sie als authentisch und funktional gelten.

Technikbegeisterte und sicherheitsbewusste Kundinnen und Kunden entscheiden sich möglicherweise für biometrische und dynamische CVV-Karten, da ihnen fortschrittliche Sicherheitsfunktionen und reibungslose Erfahrungen wichtig sind. Der klassische Premium-Kunde oder die klassische Premium-Kundin bleibt hingegen oft der zeitlosen Anziehungskraft der Metallkarte treu, denn er oder sie schätzt deren Langlebigkeit und den greifbaren Luxus, den sie im Alltag widerspiegelt.

Mit diesem Wissen sind Banken und Finanzinstitute in der Lage, maßgeschneiderte Angebote für jeden Premium-Kundentyp zu entwickeln. Sie können es damit den großen Luxusmarken anderer Branchen gleichtun und das Marketinginstrument der Exklusivität nutzen, um begehrenswerte Kartenprogramme aufzulegen.

Frau mit Laptop und Kreditkarte in modernem Büro

Warum Premium-Karten gut fürs Geschäft sind

In Premium-Zahlungskarten zu investieren, ist weniger ein Designanspruch als vielmehr ein strategischer geschäftlicher Schachzug. Premium-Kartenprogramme bieten sowohl direkte als auch indirekte Wachstumschancen, die weit über die eigentliche finanzielle Transaktion hinausgehen. Daraus lässt sich ein nicht unerheblicher Return on Investment für Banken und Finanzinstitute erzielen – vorausgesetzt, die Programme sind gut aufgezogen.

Premium-Zahlungskarten können als leistungsstarke Instrumente zur Kundengewinnung dienen und so Menschen in typischerweise schwer erreichbaren Segmenten anziehen, beispielsweise vermögende Privatkundinnen und 
-kunden oder wohlhabende Millennials. Einmal gewonnen, sind diese Kundinnen und Kunden in der Regel loyaler, weniger preissensibel und eher bereit, ihrer Bank treu zu bleiben. 

Kundinnen und Kunden, die sich durch Faktoren wie Personalisierung oder Exklusivität stärker mit ihren Finanzprodukten verbunden fühlen, wechseln seltener den Anbieter. Da Premium-Karten häufig mit anderen Premium-Angeboten verbunden sind (z. B. mit Banking- oder Vermögensverwaltungsprodukten und -dienstleistungen), lassen sich Kundenbeziehungen darüber vertiefen. Laut einer Studie ist für 78 % der vermögenden Privatpersonen ein Treueprogramm ein wichtiger Grund, ihre Bank nicht zu wechseln.3

Ein gut geplantes und strategisch eingesetztes Premium-Kartenprogramm hebt eine Bank oder ein Finanzinstitut von den Mitbewerbern ab und bietet Kundinnen und Kunden prestigeträchtige Vorteile sowie einzigartige Erlebnisse, die deren Loyalität fördern. FinTechs und Neobanken sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich personalisierte Premium-Angebote auf die Bekanntheit und die Verbundenheit mit einer Marke auswirken – insbesondere im Segment der Digital-First-Kunden.

Premium-Kartenprogramme werden weltweit bereits erfolgreich eingesetzt. Die American Express Platinum Card ist beispielsweise bekannt für ihre umfangreichen Reisevorteile, die Kundinnen und Kunden Zugang zu Tausenden von Flughafenlounges, Reiseversicherungen und einem Concierge-Service ermöglichen.

Trotz hoher Gebühren ist es American Express gelungen, jüngere Kundengruppen für sich zu gewinnen – vor allem aufgrund der Vorteile seiner Premium-Karten. Millennials und die Generation Z machten im Jahr 2024 über 60 % der neuen Karteninhaberinnen und -inhaber des Unternehmens aus. Für die Generation Z hat American Express eigens neu gestaltete Plastikkarten auf den Markt gebracht; außerdem Coinbase-Kryptowährungskarten für Krypto-Nutzerinnen und -Nutzer.

Premium ist mehr als nur die Karte selbst

Für ein positives Kundenerlebnis ist bereits der Moment des Auspackens der Premium-Karte entscheidend. Kartenaussteller sollten sich daher auch sorgfältig Gedanken zur Verpackung und Lieferung machen, um den Wert der Karte – und damit auch den der Marke – zu verdeutlichen. 

Um die Premium-Karte vom reinen Zahlungsmittel zum Statussymbol zu entwickeln, sollten sich Kartenaussteller ein Beispiel an Marken aus dem Luxus-Einzelhandel und dem High-End-Technologiesektor nehmen. Individuelle Verpackungsdetails wie beispielsweise magnetische Boxverschlüsse und geprägte Schriftzüge tragen dazu bei, Produkte in exklusive, wertvolle Besitztümer zu verwandeln. Personalisierte Willkommensbriefe, die direkt an die Kundin bzw. den Kunden adressiert sind, können das Gefühl von Intimität und Exklusivität zusätzlich verstärken. Die hochwertigen, kundenspezifischen Verpackungslösungen von G+D sind mit denen von Luxusmarken vergleichbar.

Diese physischen Elemente können durch digitale Funktionen weiter aufgewertet werden, etwa durch QR-Codes, die zu einzigartigen Onboarding-Erlebnissen oder exklusiven Vorteilen führen.

Unternehmen wie Apple oder Rolex haben erkannt, dass auch Verpackung und Design wichtige Bestandteile des Produkts sind. Banken und Finanzinstitute können sich davon für ihre Kartenausgabe einiges abschauen. Investitionen in das Unboxing-Erlebnis können den Wert von Zahlungskarten bereits vor ihrer Aktivierung steigern. Oder anders ausgedrückt: Der Spaß beginnt schon beim Auspacken.

Geschäftsmann zeigt eine Kreditkarte in einer Box

Ein Blick in die (Premium-)Zukunft

Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Bezahlbranche verändert sich auch der Nutzen der physischen Bankkarte. Auch wenn in Zukunft fast ausschließlich kontaktlos oder über die digitale Geldbörse bezahlt wird, dient eine hochwertige physische Karte weiterhin als Statussymbol nach außen.

Von der Wahl des Kartenmaterials über die hochwertige Verpackung bis hin zum intuitiven Onboarding-Prozess muss jeder Kundenkontakt – physisch und digital – nahtlos sein und gleichzeitig das Gefühl von Exklusivität und Individualität vermitteln. Banken und Finanzinstitute, denen diese ganzheitliche Customer Journey gelingt, werden hier neue Maßstäbe setzen. So werden sie sicherstellen, dass sich ihre Marken in einem wettbewerbsintensiven und zunehmend digitalisierten Markt von der Konkurrenz abheben.

Key Takeaways

  • Premium-Karten sorgen für eine stärkere Kundenbindung und Markentreue: Repräsentative Zahlungskarten sind mehr als nur Finanzinstrumente: Sie sind Kontaktpunkte, die die Kundenbindung langfristig stärken und die Kündigungsrate senken.
  • Der Moment des Auspackens ist entscheidend: Schon das Auspacken spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahrnehmung von Exklusivität und Prestige.
  • Premium-Kartenprogramme erzielen messbare Erfolge: Premium-Karten sind strategische Wachstumstreiber. Sie ziehen solvente Kundinnen und Kunden, wie etwa wohlhabende Millennials und die Generation Z, an, verbessern die Kundenbindung und eröffnen Cross-Selling-Möglichkeiten mit anderen Bankdienstleistungen.
  1. Success Metrics of Metal card: Qualitative Research with banks, G+D

  2. 50 Stats That Prove The Value Of Customer Experience, Forbes, 2024

  3. Ibid.

  4. 60% of New Amex Accounts Are Opened by Gen Z, Millennials, pymnts.com, 2024

Veröffentlicht: 12.08.2025

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