Eine Person prüft verschiedene Banknoten mit farbenfrohen Naturmotiven auf einem Tisch
#World of G+D

Weltentdeckerin: Product Owner bei G+D

Interview
6 Min.

Wie nutzt man die vielfältigen Möglichkeiten, die ein globaler SecurityTech-Konzern wie G+D bietet? Man bleibt neugierig, sucht Verbindungen und behält die Lust am Entdecken, sagt Astrid Drexler, Produktmanagerin für Banknoten und Sicherheitspapiere bei G+D Louisenthal.

Key Takeaways

  • Die Entwicklung von Banknoten und Sicherheitspapier ist äußerst komplex und erfordert große funktionsübergreifende Teams, die Technologien wie Sicherheitsmerkmale mit den spezifischen Anforderungen eines Kunden in Einklang bringen.
  • Ein Produktmanager in einem solchen Umfeld ist für das Produkt während des gesamten Lebenszyklus verantwortlich und stellt sicher, dass es technisch, betrieblich und auf dem Markt funktioniert.
  • Neugier und Offenheit sind zentrale Voraussetzungen, um in dieser Rolle erfolgreich zu sein.

Verbindungen und Zusammenhänge

Willkommen bei „Spotlight“, Astrid. Wie lässt sich deine Lebenseinstellung am besten beschreiben?

Ich würde sagen, ich suche ganz selbstverständlich nach Zusammenhängen. Mich interessiert, wie Dinge zusammenpassen. Das gilt für technische Themen ebenso wie für strategische Fragen oder für die Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Perspektiven. Das große Ganze ist mir wichtig, aber ebenso die Klarheit darüber, worauf es wirklich ankommt.

Was sind eigentlich die Aufgaben des Produktmanagers für Banknoten und Sicherheitspapier bei G+D?

Kurz gesagt bin ich für ein Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg verantwortlich. Ich arbeite funktionsübergreifend und bringe unterschiedliche Perspektiven zusammen. Dazu gehören Forschung und Entwicklung, Produktion, Teams für Banknotenverarbeitung sowie Vertrieb und Kundenanforderungen. Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass all diese Elemente zusammenwirken, damit das Produkt Banknote als Ganzes funktioniert. Technisch, operativ und im Markt.

Das ist gewissermaßen das Idealbild von Produktmanagement. Ich entwickle mich kontinuierlich weiter, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Die Herausforderung besteht darin, die volle Verantwortung für ein Produkt zu übernehmen. Genau darin liegt für mich der Kern dieser Rolle.

In der Praxis wird diese Verantwortung jedoch nicht einfach übertragen. Man muss sie sich erarbeiten, in einem Umfeld, in dem viele Perspektiven aufeinandertreffen. Für mich bedeutet das, Expertise aufzubauen, Klarheit zu schaffen und das Produkt stets als Ganzes zu vertreten.

Lächelnde Frau mit blonden Haaren und weißer Bluse steht mit verschränkten Armen im Büro

Über Banknoten und Sicherheitspapier

Kannst du uns etwas über das Produkt selbst erzählen?

Im Kern handelt es sich um ein Portfolio aus Banknoten- und Sicherheitspapieren. Innerhalb dieses Portfolios gibt es jedoch große Unterschiede. Eine Währungsserie ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Zusammenspiel vieler Varianten. Jede Stückelung hat ihre eigene Kombination aus Sicherheitsmerkmalen, Materialien und Herstellungsanforderungen.

Banknoten mit höherem Wert benötigen meist besonders anspruchsvolle Sicherheitsmerkmale. Niedrigere Stückelungen müssen dagegen vor allem langlebig und kosteneffizient sein. Da jede Banknote unterschiedlich mit Maschinen und Sensoren interagiert, muss jede Variante präzise abgestimmt werden, damit sie im globalen Bargeldkreislauf zuverlässig funktioniert.

Ein spannendes Stück Papier

Was begeistert dich am Produkt?

Banknotenpapier ist vermutlich das faszinierendste Papierprodukt, das man sich vorstellen kann. Seine Komplexität ist enorm. Eine Banknote entsteht aus einer Vielzahl von Elementen. Dazu gehören Sicherheitsfäden, Drucktechnologien und zahlreiche funktionale Merkmale. Auch der Druck selbst enthält verschiedene Eigenschaften, etwa magnetische oder infrarotbasierte Funktionen.

All diese Komponenten müssen in ein Design integriert werden, das im Umlauf funktioniert. Jede Stückelung wird individuell angepasst, insbesondere im Hinblick auf Sicherheit. Im Vergleich zu anderen Papierprodukten ist das eine ganz eigene Welt.

Warum ist ein integrierter, interdisziplinärer Ansatz bei der Entwicklung neuer Banknotenprodukte unerlässlich?

Produkte wie die Green Banknote können nur erfolgreich sein, wenn alle Komponenten zusammenspielen.

Es geht nicht nur darum, ein gutes Papier zu entwickeln, sondern eine Lösung, die unter realen Bedingungen zuverlässig funktioniert. Dafür braucht es die Expertise vieler Bereiche. Von Forschung und Materialien über Produktion und Qualität bis hin zu Maschinen- und Sensorikexperten sowie Marketing und Vertrieb. Insgesamt können daran 150 bis 200 Menschen beteiligt sein.

Zentralbanken kaufen kein Papier isoliert. Sie benötigen ein Produkt, das sicher, langlebig, maschinenlesbar und im gesamten Bargeldkreislauf verlässlich ist. Substrat, Sicherheitsmerkmale, Sensorik und Verarbeitungssysteme müssen nahtlos zusammenarbeiten.

Genau hier liegt der Wert interdisziplinärer Zusammenarbeit. Unterschiedliche Perspektiven helfen dabei, Probleme früh zu erkennen, Ideen weiterzuentwickeln und Innovationen praxisnah umzusetzen. Das führt zu besseren Produkten und stärkt zugleich das gemeinsame Zielverständnis im Team.

Workshops, die wirklich wirken

Wie gehst du mit den Herausforderungen um, die sich ergeben, wenn man die Perspektiven so vieler Menschen zusammenführt?

Im Kern geht es um Kommunikation. Komplexe Inhalte müssen auf das Wesentliche reduziert und verständlich vermittelt werden. Unsere Kolleginnen und Kollegen im Vertrieb müssen nicht jedes Detail der Substratchemie kennen. Dasselbe gilt für unsere Kunden. Entscheidend ist, dass das Produkt funktioniert.

Ein Beispiel aus der Praxis: In einem Workshop mit Kunden wollten wir erklären, wie Sicherheitsmerkmale technisch in Banknotenpapier eingebettet werden. Ein Kollege hatte spontan die Idee, mit Modelliermasse und Formen zu arbeiten. Daraus entstand ein äußerst erfolgreiches Format.

Ich habe schon immer viele Interessen gehabt, und das hilft mir im Umgang mit Herausforderungen. Ich lerne gern, probiere Neues aus und bewege mich bewusst auch in unbekannten Bereichen, beruflich wie privat.

Astrid Drexler
Produktmanagerin Banknoten und Sicherheitspapier, G+D

Die Teilnehmenden konnten selbst eine Art Banknote gestalten. Sie prägten Wasserzeichenstrukturen und integrierten einen echten G+D Louisenthal-Faden in die Modelliermasse. Solche Erlebnisse bleiben im Gedächtnis.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus? 

Ein typischer Arbeitstag beginnt mit einem Plan, der sich im Laufe des Tages meist verändert.[lacht] Morgens notiere ich mir, was ich erreichen möchte. Danach entwickelt sich vieles dynamisch. Neben regelmäßigen Meetings zu Entwicklungs- oder Vertriebsthemen gibt es zahlreiche operative Fragestellungen, die geklärt werden müssen. Alles, was unsere Kunden betrifft, hat dabei Priorität. Hinzu kommen Besuche bei Kunden, Konferenzen oder interne Veranstaltungen. Das sorgt für Abwechslung.

Nahaufnahme eines Mikroskops mit einer Person in Laborkittel und blauen Handschuhen, die eine Probe vorbereitet

Eine größere Welt

Reist du viel?

Für mich ist das Verhältnis von Reisen und Büroarbeit genau richtig. Es ist wichtig, den Vertrieb zu unterstützen, Kunden vor Ort zu treffen und nah am Markt zu bleiben. Gelegentlich halte ich auch selbst Präsentationen. Manchmal reise ich mehr, und ich bin regelmäßig an unseren Produktionsstandorten. Insgesamt ist es jedoch gut ausbalanciert.

Ich erinnere mich noch gut an eine E-Mail, in der stand, dass ich in zwei Wochen nach Hongkong reisen würde. Damals hatte ich keinen gültigen Reisepass. Inzwischen bin ich beim zweiten angekommen, weil der erste vollständig gestempelt war. In dieser Hinsicht hat sich meine Welt durch G+D deutlich erweitert.

Lass uns noch ein bisschen mehr über dich reden. Was ist dein Hintergrund?

Ich komme aus einem kleinen Ort in Deutschland nahe der tschechischen Grenze. Ursprünglich wollte ich Medizin studieren und habe deshalb mit Chemie begonnen. Doch dann habe ich gemerkt, wie sehr mich das Fach begeistert. Die Laborarbeit, das Analysieren und das tiefgehende Verständnis haben mich fasziniert. Seit dreizehn Jahren arbeite ich nun bei G+D und finde die Themen nach wie vor spannend.

Bist du als Chemikerin zu G+D gekommen oder aus dem Produktbereich? 

Ich bin über die Chemie ins Unternehmen gekommen. Produktmanagement war für mich damals neu, aber die Stelle suchte genau diese Kombination aus chemischem Fachwissen und Erfahrung in der Papierindustrie. Von dort aus habe ich mich in die Produktperspektive weiterentwickelt.

War die Umstellung einfach?

Der Wechsel war anfangs herausfordernd, weil die Rolle deutlich breiter ist als eine rein technische Funktion. Entscheidend war meine Neugier. Sie hat mir geholfen, mich auf neue Perspektiven einzulassen.

Über Neugier

Was hilft dir dabei, sowohl im Beruf als auch in deiner Freizeit eine Balance zu finden?

Neugier spielt auch für meine Balance eine zentrale Rolle. Ich habe viele Interessen, und das hilft mir, Herausforderungen besser zu begegnen – im Job und im Privatleben.

Ob Gleitschirmfliegen, Kochen, Reisen oder kreatives Arbeiten mit den Händen. Diese Vielfalt hält mich offen und gibt mir Energie.

Zum Schluss noch ein Wort zu G+D: Was an deinem Arbeitsplatz würdest du jemandem empfehlen, der über eine Karriere nachdenkt?

Was ich besonders empfehlen würde, ist die Vielfalt. Es gibt viele spannende Themen und die Möglichkeit, mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen zusammenzuarbeiten. Bei G+D kann man sich stetig weiterentwickeln, neue Themen erschließen und neue Fähigkeiten aufbauen. Das ist für mich von großem Wert.

Ebenso wichtig ist die Unternehmenskultur. Sie wird nicht nur beschrieben, sondern aktiv gelebt. Das spürt man in der täglichen Zusammenarbeit. Und genau das macht den Unterschied.

Veröffentlicht: 21.05.2026

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