Mehr Business-Power für den Cash-Cycle

Auf dem Symposium „Currency Technology 2017“ in München wurden die wichtigsten Trends und Entwicklungen rund um den Cash-Cycle diskutiert. Die von G+D Currency Technology eingeladenen rund 200 Gäste aus aller Welt tauschten sich über Innovationen bei Sicherheitstechnologien, Technik und Services aus und stärkten ihr persönliches Netzwerk.

Nach 2013 und 2015 hat die Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH auch im Sommer 2017 das internationale Branchentreffen „Currency Technology Symposium“ ausgerichtet. Fast 200 Gäste aus Zentral- und Geschäftsbanken sowie Werttransportunternehmen und Druckereien waren der persönlichen Einladung gefolgt und in die Konzernzentrale nach München gereist. Im Mittelpunkt der insgesamt fünf Tage dauernden Veranstaltung standen neben der gegenseitigen Vernetzung der Fachleute vor allem Diskussionen über Trends und Veränderungen der Branche. Hier ging es in erster Linie um die Automatisierung, die Digitalisierung sowie die Zukunft des Bargelds.
Dr. Wolfram Seidemann, CEO von G+D Currency Technology, nannte in seiner Einführung zwei Hauptgründe für die ungebrochene Beliebtheit des Bargelds weltweit: Inklusion und Innovation. Nach wie vor wachse die Bargeldmenge im Umlauf um jährlich drei bis fünf Prozent. Das liege zum einen daran, dass Bargeld nicht nur sicher, bequem und krisenfest sei, sondern vor allem das einzige Zahlungsmittel darstelle, das alle Menschen nutzen könnten, unabhängig von sozialem Status, Bildungsstand oder Zugang zum Bankensystem. „„Menschen in aller Welt vertrauen auf Banknoten und Münzen“, sagte Seidemann. „Bargeld ist das demokratischste Zahlungsmittel der Welt.“

Bargeld ist integraler Bestandteil des modernen Lebens.

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Dr. Wolfram Seidemann, CEO, G+D Currency Technology

Dieses Vertrauen in Bargeld, das von Zentralbanken weltweit gestützt und validiert wird, beruht zum großen Teil auf kontinuierlicher Innovation und technologischer Weiterentwicklung. Diese Innovationskraft und der Wille, immer das Beste für die Bevölkerung und das Produkt zu erreichen, zeichnet die gesamte Branche aus. In Zusammenarbeit mit den Zentralbanken haben sich Banknoten zu hochtechnologischen Produkten entwickelt, die Ästhetik und Technologie in unnachahmlicher Weise miteinander verknüpfen. Nun gelte es, so Seidemann, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen, damit auch beim Thema Digitalisierung alle Möglichkeiten zu mehr Effizienz und Effektivität genutzt werden könnten.


Von der „Future of Cash” bis zur „Business-Power“

Ohne Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung kann heute kein Unternehmen mehr bestehen.

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Nayif Demirkaya, Group Vice President von G+D Currency Technology

Für den Trend zu Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung zog G+D-Keynote-Speaker und Group Vice President Nayif Demirkaya Parallelen zur Automobilindustrie: „Als 1886 der erste Benz-Motorwagen fuhr, haben wir bereits mehr als 30 Jahre lang Banknoten produziert.“ Der Automobilbau habe in den vergangenen 120 Jahren zu einer gewaltigen Entwicklung der Mobilität beigetragen – für Demirkaya eine klare Folge der großen „Business-Power“ der Konzerne. Der ehemalige Daimler-Manager forderte die Besucher des Symposiums auf, ähnliche Kräfte auch im Cash-Cycle freizusetzen: „Ohne Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung kann heute kein Unternehmen mehr bestehen.“

Die Veranstaltungsreihen auf dem Symposium

Nach den Keynotes am Morgen folgten auf dem Symposium „Currency Technology 2017“ mehrere Veranstaltungsreihen zu den wichtigsten Themen der Branche. An die einzelnen Vorträge schlossen sich Diskussionen an, in denen Besucher ihre Erfahrungen und Ziele mit anderen Fachleuten aus allen Regionen der Welt teilen konnten. Insgesamt gab es 16 Workshops, die in verschiedenen Sessions organisiert waren. Hierzu zählten:

  • Neue Banknoten – Ideen, Konzepte und Markteinführung:
    Vom Projektmanagement, Sicherheitskonzepte, Fälschungsanalysen und ästhetische Kriterien sowie die Einführung der Banknoten in den Cash-Cycle.

  • Nach vorne blicken – vielfältige Chancen in der Zukunft:
    Banknotenbearbeitung im BPS-Ökosystem, fundierte Entscheidungen durch Big Data Analytics sowie das Outsourcing von Aufgaben.

  • Automatisierung – mehr Sicherheit und Produktivität:
    Optimierungspotenzial im Cash-Center / Cash-Cycle, neue Ansätze in der Bargeldlogistik sowie die Reduzierung der operativen Risiken.

  • Druckereien – Effizienz der Prozesse optimieren:
    Ausschussreduzierung im Banknotendruck, maßgeschneiderte Consulting-Services sowie effiziente Qualitätskontrolle.


Die standardisierte Cash-Logistik

Dr. Thorsten Pillo, Direktor Sales für den Raum Lateinamerika und Karibik bei G+D Currency Technology, diskutierte in seiner Veranstaltungsreihe gemeinsam mit dem Technischen Direktor Ralf Rüben und den Besuchern über die Notwendigkeit, sowohl den Cash-Cycle als auch die Cash-Center effizienter zu gestalten. Dazu griff er den Dreisatz von Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung aus der Keynote auf und ergänzte ihn um den Punkt Synchronisierung. Ein zentrales Thema war die Frage nach der idealen Anzahl und den Standorten von Cash-Centers eines Landes. Im Mittelpunkt stand die Korrelation der Kosten für Transport sowie für die Verarbeitung des Geldes, um aus den Verlaufskurven die ideale Anzahl von Standorten zu berechnen.

„Ein anderer Haupttreiber der Wirtschaftlichkeit ist die Transportoptimierung, indem die Logistikkomponenten standardisiert werden“, berichtete Pillo aus der Praxis. Hierbei verwies er auf Malcolm McLean, der vor gut 50 Jahren mit der Entwicklung des Schiffcontainers den internationalen Warenaustausch revolutioniert und der Globalisierung den Boden bereitet hat. „Übertragen auf den Cash-Cycle ist der Container unser Banknotenbehälter NotaTracc Tray, der auf die Palettenlogistik für den makroskopischen Geldkreislauf optimiert und zudem auf verschiedene Systeme innerhalb und außerhalb des Cash-Centers angepasst ist“, so der Manager.

Cash-Cycle synchronisieren und optimieren

Die Synchronisierung aller Institutionen im Cash-Cycle demonstrierte Pillo anhand einer Fahrradkette, die verschieden große Ritzel verbindet. „Die Kette im Bargeldumlauf ist Software, die durchgehend vom Point of Sale bis zum Cash-Center integriert werden muss.“ Durch den Abgleich der Daten über verschiedene Schnittstellen hinweg ließe sich der Bargeldbestand kontrollieren, überwachen und prognostizieren, um letztlich das Optimum für jeden einzelnen Endpunkt in verschiedenen Institutionen zu berechnen. Zudem entstehe im System ein „virtueller Pool“ aus Banknoten, der als Puffer für die Nachfrage dienen könne.
So bietet G+D Currency Technology beispielsweise an, dass Unternehmen über Web-Portale ihre Systeme in die Software „Compass VMS“ einbinden können. In der Karibik beispielsweise habe ein Werttransporter festgestellt, dass es sich für alle Beteiligten rechnet, in Einkaufszentren ein kleines Office mit einer Maschine einzurichten, um die Banknoten vorzuzählen und direkt zu verbuchen, berichte G+D-Manager Pillo. „Die Daten des Bearbeitungssystems werden live über ein Web-Portal in das Programm Compass VMS des Kunden eingespielt und umgehend synchronisiert.“


Das Experience Cash Center

Um den Kunden die durchgängige G+D-Expertise zu demonstrieren, wurde aus Anlass des Currency-Technology-Symposiums ein funktionsfähiges Cash-Center installiert.


Sicherheit und Effizienz schließen sich nicht aus

Barnabás Ferenczi, Director Sales und Services Europe, demonstrierte den Besuchern in seiner Veranstaltungsreihe, dass sich heutzutage Sicherheit und Effizienz nicht mehr ausschließen müssen – im Gegenteil. Schließlich sei das Ende der manuellen Tätigkeiten im Cash-Center eingeläutet, wo es häufig „Trade-off-Verhältnisse“ – Entweder-oder-Situationen – gegeben habe: „Wird in einer manuellen Welt mit Blick auf die Produktivität das Personal reduziert, stehen auch weniger Mitarbeiter für Kontrollfunktionen zur Verfügung, was die Sicherheit beeinträchtigt“, berichtete Ferenczi.
Heutzutage hingegen, mit modernisierten und zu großen Teilen automatisierten Betrieben, könne man gleichzeitig beide Punkte verbessern. „Wenn statt papierbasiertem Track und Trace eine umfassende Softwarelösung verwendet wird, spart dies Zeit und Ressourcen, und es erhöht die Sicherheit, weil alle Arbeitsschritte automatisch erfolgen und kontrolliert werden.“ Werde darüber hinaus die Software mit dem Videoüberwachungssystem gekoppelt, könne dieses ebenfalls viel smarter werden. „Sicherheit und Effizienz sind 2017 kein Entweder-oder mehr."

Zentralbanken setzen auf Modernisierung

Ferenczi zufolge erlebt die Branche gerade eine große Welle der Modernisierung, Automatisierung und Digitalisierung. „In allen Regionen der Welt wird investiert – nicht allein wegen der Effizienz, sondern auch wegen der Sicherheit und des hohen Anspruchs an Modernität.“ Altmodische Kontrollen der Mitarbeiter seien immer seltener möglich, und in einigen Regionen könne man wegen rechtlicher Rahmenbedingungen kein Videoüberwachungssystem verwenden. „Da ist Automatisierung oft der einzige Weg zur Sicherheit und Effizienz.“
Hinzu komme, dass viele Zentralbanken Europas von den Innenstädten in industrielle Cash-Center mit Hochregallager an den Rand der Stadt umziehen. Beispiele finden sich in Ungarn, Schweden, Finnland, den Niederlanden und Deutschland. „Einen Umzug verbindet man immer mit einem Modernisierungs- und Automatisierungsprojekt.“ Die Automatisierung senke die betrieblichen Risiken – unbeabsichtigte Fehler etwa in papierbasierten Umgebungen sowie absichtliche Betrugsversuche mit Geld und Informationen. „Beides hat das Potenzial für Skandale und ist damit gefährlich für das Management“, so Ferenczi. Zwar könnten Pannen immer passieren, doch hegen speziell Zentralbanken sehr hohe Ansprüche an eine mängelfreie Arbeit. „Automatisierung und die End-to-End-Nutzung von Software tragen maßgeblich dazu bei, Fehler zu vermeiden."


Leading Edge im Cash-Center

Das Muster-Cash-Center in München zeigt die vollständige Integration der Prozesse vom Receiving bis zum Shipping – vollständig softwaregesteuert und integriert.


Cash-Center-Outsourcing als Option

Einen Schritt weiter ging Reinhard Hofer, Global Program Manager für Managed Services bei G+D Currency Technology, in seiner Veranstaltungsreihe. „Schon die Römer haben die Steuererhebung ausgelagert“, argumentierte Hofer, um den Staatsapparat schlank zu halten und Risiko gegen Sicherheit zu tauschen. Vor einigen Jahren übertrugen auch die ersten Zentralbanken das Bearbeiten von Bargeld an Dritte. Sie müssen dadurch weniger Investitionen tätigen, weniger Mitarbeiter anstellen und weniger Maschinen betreuen. „Das alles ist nicht das Kerngeschäft von Zentral- und Geschäftsbanken“, sagt Hofer.

Kein Wunder, dass immer mehr Big Player im Bargeldkreislauf einzelne Aufgaben oder ganze Geschäftsprozesse außer Haus geben. Dafür sprechen Kostenvorteile, die höhere Flexibilität und die einfache Skalierbarkeit bei Veränderungen der Nachfrage. „Ziel ist es, die Bargeldbearbeitung von einem Cost-Center in ein Profit-Center umzuwandeln“, sagt G+D-Currency-Technology-Experte Hofer. Erreichen lässt sich dies nur mit maßgeschneiderten Lösungen und Produkten, bei denen Produktivität, Kostenoptimierung und höchste Sicherheit im Vordergrund stehen.

Das Bearbeiten von Bargeld ist kein Kerngeschäft von Banken.

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Reinhard Hofer
Global Program Manager Managed Services von G+D Currency Technology

Bargeldmanagement: auslagern statt ausbauen

Die Brasilianische Nationalbank hat den Betrieb ihrer zehn landesweiten Cash-Center an die Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH ausgelagert. Die Vorteile zahlen sich aus:

  • Finanzielle Flexibilität: Geldinstitute binden ihre Finanzmittel nicht langfristig und setzen stattdessen auf planbare Ausgaben nach Bedarf und ohne Überraschungen.

  • Effiziente Abläufe: Von Beginn an sichergestellte Leistungen mit Service Level Agreements (SLAs). Überwachung und Optimierung der Abläufe sind Kernkompetenzen von G+D Currency Technology.

  • Reduziertes Risiko: Höhere Sicherheit durch erprobte Vorgehensweisen und Technologien sowie fachliche Experten, die den optimalen Betrieb der Systeme gewährleisten.

  • Maßgeschneiderte Lösungen: Angebote für jeden Teil der Wertschöpfungskette – von der Papierfabrik über die Banknotenproduktion und -inspektion bis zum kompletten Cash-Center-Betrieb.


Basis für die „Currency Technology 2019“

Abgerundet wurde das Programm des Symposiums durch den traditionellen Besuch der Teilnehmer aus Zentralbanken und Druckereien in der Papierfabrik Louisenthal am Tegernsee. Hier konnten die Besucher direkt erleben, wie Hightech-Sicherheitsfolien und Substrate für Banknoten hergestellt werden. In dem Workshop „We Make Semiconductor Technology Visible“ hatten Kunden erstmalig die Möglichkeit, im Reinraum die Nutzung von Halbleitertechnologie zur Erzeugung von Mikro- und Nanostrukturen zu verfolgen. „Wir freuen uns, dass sich unsere Kunden so für unsere Innovationen und Expertise interessieren“, sagte Clemens Berger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Louisenthal.

Die ausgefeilte Mikrospiegeltechnologie beispielsweise, die im Sicherheitsfaden Galaxy verwendet wird, fand großen Anklang bei den internationalen Besuchern. Mithilfe eines Elektronenstrahls werden hier rund 10.000 Schüsse pro Sekunde auf den Nanometer genau platziert. Das Ergebnis sind Hologramme, die Milliarden von Banknoten weltweit absichern. „Louisenthal ist nicht umsonst weltweiter Marktführer für Substrate und Sicherheitsmerkmale“, so Berger.

Kunden und Team von G+D Currency Technology freuen sich bereits auf das Currency Technology Symposium 2019.

Zum Abschluss des Symposiums holten sich die Teilnehmer die Grundlage für die „Currency Technology 2019“ sowie die nötige „Business-Power“, wie sie G+D-Manager Nayif Demirkaya in seiner Keynote gefordert hatte: in einem typischen bayerischen Biergarten über dem Tegernsee bei schönstem Kaiserwetter.


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