Cash-Cycle: Wie funktioniert der Bargeldkreislauf?

1. Was bedeutet der Begriff „Cash-Cycle“?

Mit dem Begriff „Cash-Cycle“ ist der gesamte Bargeldkreislauf gemeint, also der Weg, den Banknoten und Münzen in einer Volkswirtschaft vom Beginn ihrer Herstellung bis zu ihrer abschließenden Vernichtung nehmen. Dieser Weg ist weitgehend vorgezeichnet:

  • Geschäftsbanken bestellen die benötigte Bargeldmenge bei ihrer Zentralbank.

  • Diese lässt Banknoten bei zertifizierten Hochsicherheitsdruckereien drucken und Münzen prägen.

  • Geschäftsbanken geben das Bargeld über ihr Filialnetz, das Geldautomatennetz und über den Handel aus.

  • Verbraucher nutzen das Bargeld zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen aller Art, wobei sie für kleine Beträge meist Banknoten mit niedrigen Werten verwenden. Höhere Nominalwerte, wie zum Beispiel der 500-Euro-Schein, dienen vor allem als Wertaufbewahrungsmittel.

Der weitere Weg des Bargelds verläuft erneut über Geschäftsbanken und Werttransportunternehmen zurück an die Zentralbanken. Diese prüfen die retournierten Banknoten und Münzen auf Echtheit und Umlauffähigkeit und ziehen alte, beschädigte oder gefälschte Exemplare aus dem Verkehr. Sie werden anschließend vernichtet oder – im Fall von Fälschungen – analysiert. Das bearbeitete und das neue Bargeld gehen zusammen wieder in den Umlauf. Voraussetzung, dass der Bargeldkreislauf funktioniert, ist Vertrauen in die Stabilität und Sicherheit der Währung.

2. Welche Bedeutung hat der Bargeldkreislauf für eine Volkswirtschaft?

Der Bargeldkreislauf ist das Schmieröl für eine Volkswirtschaft. Bräche er zusammen, so würde sich die Wirtschaftstätigkeit erheblich verlangsamen oder ganz zum Erliegen kommen. Ein funktionierender Bargeldkreislauf hingegen, bei dem die Konsumenten Vertrauen in die Sicherheit und Stabilität ihrer Währung haben, stärkt eine Volkswirtschaft als Ganzes. Darüber hinaus ist der Bargeldkreislauf selbst eine volkswirtschaftliche Größe: Die beteiligten Unternehmen erwirtschaften steuerrelevante Umsätze, schaffen Arbeitsplätze und übernehmen staats- sowie gesellschaftspolitische Verantwortung. In Krisensituationen hilft ein gut funktionierender Bargeldkreislauf, die Zahlungsfähigkeit der Bürger auch ohne Konto aufrechtzuerhalten, etwa nach Naturkatastrophen, bei denen die technische Infrastruktur für Kartenzahlungen eingeschränkt oder zerstört wurde.

3. Aus welchen Prozessschritten besteht der Cash-Cycle?

Papierproduktion
Bevor Bargeld von der nationalen Zentralbank an die Geschäftsbanken ausgegeben werden kann, muss es produziert werden. Die Herstellung von Banknoten beginnt mit der Produktion des Papiers – auch Substrat genannt – in einer Hochsicherheitsfabrik. Die meisten Banknoten, einschließlich des Euro, werden auf reinem Baumwollfaserpapier gedruckt. Einen geringen Marktanteil von weniger als fünf Prozent haben alternative Substrate wie Polymer. Verbundsubstrate wie „Hybrid“ von der G+D-Currency-Technology-Tochtergesellschaft Louisenthal® bieten verbesserte schmutzabweisende und einreißfeste Eigenschaften; Banknoten halten dadurch länger und sind damit wirtschaftlicher. In modernen Substraten sind viele Sicherheitsmerkmale wie Wasserzeichen, Sicherheitsfäden und Sicherheitsfolien auf Basis von Hologramm- und/oder Mikrospiegeltechnologie bereits integriert.

Banknotenproduktion

Der Druck von Banknoten erfolgt in zertifizierten Hochsicherheits-Banknotendruckereien wie beispielsweise bei G+D Currency Technology. Hier wird mit modernster Drucktechnik in Kombination mit Effektfarben, Gravur- und Lasertechnik gearbeitet. Lange bevor eine Banknote gedruckt wird, entwickeln erfahrene Designer das Aussehen der Banknote und planen die Integration diverser Sicherheitsmerkmale – alles optimal aufeinander abgestimmt. So werden Banknoten zu kleinen Kunstwerken, die die Kultur ihres Landes widerspiegeln und höchsten Sicherheitsanforderungen entsprechen. Bearbeitungssysteme wie die BPS® X9 von G+D Currency Technology prüfen jede einzelne frischgedruckte Banknote auf ihre einhundertprozentige Qualität.

Geldverarbeitung

Banknoten und Münzen werden regelmäßig von den verschiedenen Akteuren des Bargeldkreislaufs „bearbeitet“. Das bedeutet, sie werden gezählt, sortiert, auf Echtheit geprüft und banderoliert. Sind sie beschädigt, zerrissen oder verschmutzt, werden sie aus dem Verkehr gezogen und vernichtet. Für die Geldverarbeitung bieten Unternehmen wie G+D Currency Technology ein breites Spektrum an Geldzähl- und Banknotenbearbeitungssystemen an. Diese unterscheiden sich nach Größe, Geschwindigkeit, Anzahl der Ausgabefächer und Funktionalität. Entsprechend unterschiedlich ist auch der Kreis der Cash-Cycle-Teilnehmer, die sie einsetzen: Er reicht vom kleinen Einzelhändler, der seine Tageseinnahmen zählen möchte, über Geschäftsbanken, Werttransportunternehmen und Casinos bis zur Zentralbank, die die Banknoten ausgibt.

Geldvernichtung

Scheine und Münzen von schlechter Qualität sind nicht mehr umlauffähig und werden von der Zentralbank aus dem Verkehr gezogen sowie anschließend vernichtet. Die jeweiligen Qualitätskriterien legt die Zentralbank eines Landes fest. Im Euroraum werden beispielsweise rund 30 Prozent der 20-Euro-Noten pro Jahr aussortiert.

4. Welche Akteure sind am Cash-Cycle maßgeblich beteiligt?

Zur Ausgabe von Banknoten und Münzen sind allein die nationalen Zentralbanken befugt. Sie sind auch für das Funktionieren der nationalen Geldkreisläufe verantwortlich. Je nach Nachfrage ermitteln sie das jährliche Produktionsvolumen. Die Zentralbanken bringen Bargeld über das Bankensystem und in geringem Maße auch über den Groß- und Einzelhandel in Umlauf. Außerdem ziehen sie beschädigte oder gefälschte Banknoten und Münzen aus dem Verkehr.

Geschäftsbanken bilden ein Herzstück des Cash-Cycle: Sie versorgen die Wirtschaft mit Bargeld, indem sie Banknoten und Münzen über ihre Filialen und Geldautomaten ausgeben und Einzahlungen entgegennehmen. Dabei überprüfen sie mithilfe entsprechender Systeme fortlaufend, ob das in Umlauf befindliche Bargeld echt und qualitativ noch so gut ist, dass es in Umlauf bleiben kann. Bargeld, das nicht mehr benötigt wird, wird an die Zentralbanken zurückgeführt.

Werttransportunternehmen sorgen für die logistische Bargeldversorgung. Sie beliefern die Geschäftsbanken sowie den Groß- und Einzelhandel mit Bargeld und bestücken die Geldautomaten. Auch wird die Bargeldbearbeitung oft von den Geschäftsbanken an die Werttransportfirmen ausgelagert. Damit ein sicherer Transport gewährleistet ist, halten diese Logistikunternehmen strengste Sicherheitsvorkehrungen ein.

Im Handel werden Scheine und Münzen vom Konsumenten zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen genutzt. Zudem können Kunden des Einzelhandels vermehrt Bargeld mit ihren Karten an der Kasse abheben. Um einfache Fälschungen bei Banknoten oder Münzen schnell erkennen zu können, ist das Kassenpersonal in der Regel darauf geschult, optische und haptische Sicherheitsmerkmale zu prüfen.

Alle Akteure des Cash-Cycle arbeiten Hand in Hand und sorgen so für einen funktionierenden Bargeldkreislauf.

5. Was ist ein Cash-Center, und wie funktioniert es?

Cash-Center sind interne oder externe Dienstleister, die im Auftrag von Zentral- und Geschäftsbanken Bargeld in großen Mengen bearbeiten. Hier werden Banknoten und Münzen mithilfe von Hochleistungssystemen gezählt, auf Echtheit geprüft und sortiert. Verschmutzte oder stark beschädigte Banknoten und Münzen werden automatisiert aus dem Verkehr gezogen.

Ein Cash-Center besteht aus bis zu sieben Kernbereichen, die perfekt miteinander verzahnt sein müssen: Über eine Sicherheitsschleuse liefern die Werttransportfirmen das Bargeld im Cash-Center an. In der Auftragsvor- und -nachbereitung werden Geldscheine und Münzen für die Bearbeitung vorbereitet beziehungsweise hinterher verpackt und für den Versand vorbereitet. Der Materialtransport sorgt für die sichere Durchleitung durch das Cash-Center. Die eigentliche Bargeldbearbeitung ist das Herzstück eines Cash-Centers: Hier werden Banknoten und Münzen auf Echtheit geprüft, gezählt und sortiert. Anschließend werden sie kommissioniert. Weitere Stationen sind der Safe und die Geldscheinvernichtung. Erst wenn alle Stationen zusammen eine optimale Einheit bilden, arbeitet ein Cash-Center wirklich sicher und effizient. Alle Vorgänge werden minutiös softwaretechnisch begleitet.

6. Wie kann man den Cash-Cycle effizienter gestalten?

Je reibungsloser der Cash-Cycle, desto effizienter ist er. Daher werden immer mehr Schritte automatisiert. Zusätzlich lassen sich viele Daten sammeln, die – intelligent ausgewertet – ebenfalls dazu führen, die Kosten des Bargeldumlaufs von der Produktion über die Bearbeitung bis zur Vernichtung zu senken.  

Banknoten lassen sich effizient produzieren, wenn es gelingt, die Ausschussrate im Druck möglichst niedrig zu halten. Deshalb wird bei der automatisierten Qualitätskontrolle jede Note einzeln überprüft. Die dabei gewonnenen Daten werden mittels Software analysiert und ausgewertet, um daraus weitere Verbesserungsmaßnahmen für den Banknotendruck abzuleiten.
Dies erfolgt mit Hilfe von Hochleistungsbanknotenbearbeitungssystemen wie der BPS® X9 von G+D Currency Technology.

Auch die zentralen Prozesse der Banknotenbearbeitung (Zählen, Prüfen auf Echtheit und Zustand sowie Sortieren) lassen sich durch Hochleistungssysteme wie jene aus der BPS® M-Serie von G+D Currency Technology vollständig automatisieren. Eine zusätzliche Effizienzsteigerung erreicht man durch die maschinelle Bearbeitung besonders zeitintensiver Prozesse wie des Verpackens von Banknoten (NotaPack®) oder des Handlings loser Banknoten bei der Befüllung eines BPS®-Systems mithilfe von Systemen wie NotaTracc® von G+D Currency Technology. Auch wenn Banknoten verarbeitet werden, sammeln Analysesysteme Informationen über den Zustand der Geldscheine, melden diese an die Zentralbanken zurück und verbessern so deren mittel- und langfristige Produktionsplanung.

7. Wie kann man den Cash-Cycle sicherer gestalten?

Die Sicherheit im Cash-Cycle lässt sich durch Automatisierung, durch Software und durch die regelmäßige Ausgabe von neuen Banknotenserien verbessern. Geldzählmaschinen oder Banknotenbearbeitungssysteme sortieren und zählen wesentlich genauer als der Mensch. Darüber hinaus werden die von einer BPS® ausgegebenen Bündel durch die NotaPack® 10 zugriffssicher in Schrumpffolie verpackt, was den Diebstahl einzelner Noten stark erschwert und gleichzeitig die Logistik optimiert. Zu guter Letzt müssen bargeldrelevante Daten wie Einzahlungsavise und Geldbestellungen sicher, zuverlässig und schnell auf elektronischem Weg ausgetauscht werden.

8. Was unterscheidet den Cash-Cycle vom Geldumschlag (Operating Cash Cycle) in Unternehmen?

Im betriebswirtschaftlichen Controlling bezeichnet der Geldumschlag (operating cash cycle) die Zeitdauer, in der Kapital im Unternehmen gebunden und damit nicht frei verfügbar ist. Je kürzer die Geldumschlagsdauer, desto effizienter das Liquiditäts- und/oder Produktionsmanagement des Unternehmens. Der volkswirtschaftliche Cash-Cycle umfasst hingegen deutlich mehr Akteure, und er ist definiert als Weg, den Münzen und Banknoten von ihrer Produktion bis zu ihrer Vernichtung nehmen.


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