Ein Mann vor einem Laptop hält ein Smartphone in der Hand, worüber eine digitale Simulation einer Weltkarte mit verschiedenen Währungssymbolen schwebt
#Digital

Die öffentliche Meinung wird entscheidend sein für den Erfolg von CBDCs

Report
4 Mins.

Die Bereitschaft der Öffentlichkeit, das von Zentralbanken ausgegebene digitale Geld zu verwenden, wird entscheidend für die erfolgreiche Einführung einer Central Bank Digital Currency (CBDC) sein. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass es von Land zu Land sehr unterschiedlich ist, ob Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind, digitales Zentralbankgeld zu nutzen. Außerdem variieren die Anforderungen, die sie an dieses neue digitale Zahlungsmittel stellen.

Der Forschungsstand, der die Entwicklung digitaler Zentralbankwährungen (CBDCs) untermauert, wächst mit jeder Woche weiter. Jetzt wirft eine länderübergreifende Umfrage von IPSOS Mori für OMFIF und G+D neues Licht auf ein bisher wenig erforschtes Thema: die Einstellung der breiten Öffentlichkeit.1 Diese Befragung zeigt, was Verbraucherinnen und Verbraucher rund um den Globus von digitalem Zentralbankgeld erwarten, und liefert Hinweise darauf, welche Maßnahmen bedacht werden sollten, um eine erfolgreiche Einführung zu gewährleisten.

Die Umfrage wurde in vier Ländern durchgeführt: in Deutschland, Indonesien, Nigeria und in den USA. Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Der Umfragebericht zeigt, dass die Meinungen in den Ländern rund um das Thema digitale Zentralbankwährungen auseinandergehen und die Ansichten der Verbraucherinnen und Verbraucher stark variieren. Somit gibt die Studie Zentralbanken wertvolle Hinweise für ihre Überlegungen, wie eine CBDC gestaltet werden sollte, um Verbraucherbedürfnisse zu erfüllen.

Infografik zur CBDC-Umfrage über die Bekanntheit
Infografik zur CBDC-Umfrage zur Nutzung in Nigeria
Infografik zur CBDC-Umfrage über Sicherheit

Hier sind einige der wichtigsten in dem Bericht aufgeführten Erkenntnisse:

  1. Das Bewusstsein für CBDCs ist in Entwicklungsländern viel höher, wobei über 40 % der Nigerianerinnen und Nigerianer sowie Indonesierinnen und Indonesier angeben, dass ihnen der Begriff CBDCs etwas sagt, verglichen mit knapp 17 % der Deutschen und 15 % der Amerikaner und Amerikanerinnen.

  2. Menschen in Entwicklungsländern sind deutlich eher bereit, digitales Zentralbankgeld zu akzeptieren und zu nutzen, als Menschen in Industriestaaten. 91 % der Verbraucherinnen und Verbraucher in Nigeria gaben an, dass sie definitiv oder wahrscheinlich CBDCs verwenden würden, verglichen mit nur 14 % in Deutschland. Das spiegelt wider, dass in Nigeria bereits die erste digitale Zentralbankwährung Afrikas, der eNaira, eingeführt wurde sowie Indonesiens Förderung von digitalen Zahlungen und der digitalen Finanzkompetenz im Allgemeinen.

  3. Die meisten Befragten gaben an, dass ihrer Meinung nach Sicherheit und der uneingeschränkte Einsatz wichtige Merkmale einer digitalen Zentralbankwährung seien. 29,1 % der Befragten wünschen sich, dass sie das digitale Zentralbankgeld überall verwenden können, während 33 % die vollständige Sicherheit als wichtiges Feature nannten. Hinter diesen Gesamtzahlen verbergen sich jedoch auch regionale Unterschiede im Hinblick auf die Prioritäten: So sind beispielsweise für Deutsche die Kosten ein wichtiger Faktor. In Indonesien hingegen wurde Datenschutz häufiger genannt.

  4. In Entwicklungsländern würden die Verbraucherinnen und Verbraucher CBDCs vor allem auf digitalen Marktplätzen, für Zahlungen bei Händlern, für P2P-Transaktionen und als Wertanlage verwenden. Über 50 % der Befragten in Indonesien und Nigeria wären bereit, das digitale Zentralbankgeld auf einem Online-Marktplatz zu nutzen, verglichen mit weniger als 25 % der Deutschen und Amerikaner/-innen. Bei den Menschen in Schwellenländern zeigt sich insgesamt eine höhere Bereitschaft, digitale Zentralbankwährungen als einen Bestandteil ihrer Zahlungslandschaft zu akzeptieren.

  5. Einige der Bedenken, die Menschen haben und die dazu führen könnten, dass sie CBDCs nicht nutzen, sind mangelnde Akzeptanz, die Möglichkeit der Nachverfolgung von Kaufgewohnheiten und die Sicherheit. Die von Verbraucherinnen und Verbrauchern aufgeworfenen Fragen in Bezug auf den universellen Einsatz, die Belastbarkeit, den Datenschutz, die Sicherheit und die Benutzerfreundlichkeit sind von entscheidender Bedeutung, da dies die Hauptmerkmale von Bargeld sind. Es wäre daher von Vorteil, wenn Entscheidungsträger die Gestaltungskriterien von CBDCs so nah wie möglich an Bargeld ausrichten würden.

  6. Digitale Zentralbankwährungen werden bestehende Zahlungsoptionen vielmehr ergänzen als sie ersetzen. Wie genau sich die Einführung von CBDCs auf andere Zahlungsmittel auswirken wird, wird sich von Land zu Land unterscheiden, wobei Kryptowährungen möglicherweise in Nigeria und Bezahl-Apps in den USA am stärksten betroffen sein könnten.

“Die Zahlungslandschaft ist im steten Wandel, daher können wir davon ausgehen, dass sich auch die Anforderungen und das Verhalten von Nutzerinnen und Nutzern im Lauf der Zeit weiterentwickeln werden. Dies erfordert ein flexibles und anpassungsfähiges Ökosystem für digitale Zentralbankwährungen“
Dr. Wolfram Seidemann
CEO von G+D Currency Technology

Die sehr unterschiedlichen Antworten von Verbraucherinnen und Verbrauchern in den befragten Ländern zeigen nicht nur, dass der öffentliche Zuspruch für CBDCs stark variiert, sondern auch, dass es keine allgemeingültigen Lösungen für die Gestaltung dieses neuen Zahlungsmittels geben wird. Die Bedürfnisse der Menschen unterscheiden sich von Land zu Land und dies gilt auch für ihre Anforderungen an eine neue digitale Währung.

  1. OMFIF/G+D ‘Consumer attitudes to CBDC: Considerations for policy-makers’, November 2021

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