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Zentren im Bargeldkreislauf: wie G+D weltweit moderne Cash Center aufbaut

Globale Trends
12 Min.

Jedes Cash-Center-Projekt bringt individuelle Anforderungen mit sich – ganz gleich, ob es für eine Zentralbank, eine Geschäftsbank oder ein Geldtransportunternehmen bestimmt ist. Die Basis für eine neue, moderne Cash-Center-Infrastruktur bleibt immer gleich: ein klares Verständnis der Bedürfnisse des Kunden oder der Kundin, die besten Lösungen, die der Markt zu bieten hat, und die Expertise, alle entstehenden Herausforderungen zu meistern.

Allen digitalen Zahlungsmöglichkeiten zum Trotz: Banknoten und Münzen spielen nach wie vor weltweit eine enorm wichtige Rolle. Ohne Bargeld geht es nicht. In keinem Land der Erde. Selbst in stark digitalisierten Volkswirtschaften wie in den Ländern der Eurozone werden 60 % aller Zahlungen in bar ausgeführt1. Global hat die Nachfrage nach Cash in den vergangenen Jahren sogar um einen zweistelligen Prozentbereich zugenommen.

Cash Center sind das Herz des Bargeldkreislaufs. Sie stellen sicher, dass die Geldströme stetig fließen – und Bargeld jederzeit und überall dort verfügbar ist, wo es benötigt wird, von der Zentralbank über das Ladengeschäft bis hin zum Geldautomaten. Alle Finanzunternehmen, die ein neues Cash Center errichten oder ein Bestehendes erneuern wollen, stellen sich einer immer komplexer werdenden Aufgabe, da sie dabei nicht nur die Herausforderungen des einzelnen Centers im Auge behalten müssen, sondern die des ganzen Bargeld-Ökosystems.

Wer den gesamten Umfang eines solchen Projekts beurteilen will, muss mehrere Schlüsselfragen beantworten: Welche Funktion im Geldkreislauf soll das Cash Center übernehmen? Welche lokalen und regionalen Besonderheiten müssen berücksichtigt werden? Welche Verknüpfungen bestehen zu anderen Partnerinnen und Partnern im weit gespannten Netzwerk der Bargeldversorger? Und: Gibt es in der Zielregion erkennbare Anzeichen für zukünftige Entwicklungen, die sorgfältig abgewogen werden müssen?

Grundlagen für die erfolgreiche Umsetzung jedes Cash-Center-Projekts sind eine valide Datenbasis und hohe fachliche Expertise. Diese Expertise muss die Themen Beratung, Analyse, technische Evaluierung, Prozessdesign und Projektmanagement abdecken. Und sie muss auf umfangreicher Erfahrung fußen, die das Projektteam mit dem Aufbau und den Prozessen von Cash Centern in unterschiedlicher Größe, unterschiedlicher Komplexität und unter unterschiedlichen regionalen Bedingungen gesammelt hat.

Die Erfahrung zeigt, dass der Erfolg eines Projekts im Wesentlichen auf zwei Säulen ruht: Erstens müssen so früh wie möglich kompetente Partnerinnen und Partner eingebunden werden. Zweitens müssen bei jedem einzelnen Projektschritt strukturierte, bewährte Ansätze angewendet werden.

Die Bedürfnisse jedes Kunden und jeder Kundin verstehen

Kein Cash Center gleicht dem anderen. Das liegt daran, dass jedes Infrastrukturprojekt dieses Ausmaßes ganz eigene Ziele und Parameter berücksichtigen muss wie auch eine Reihe von Regeln und Vorgaben, die für genau dieses spezifische Projekt relevant sind. Mögliche Beispiele wären:

  • Eine Zentralbank, die sichergehen möchte, dass sie die Bargeldverarbeitung künftig bei Bedarf hochskalieren kann, um eine prognostizierte wachsende Nachfrage nach Bargeld im Land abdecken zu können.
  • Ein Finanzinstitut, dessen neues Cash Center unbedingt bestimmte Nachhaltigkeits- oder Resilienz-Ziele erfüllen muss, ganz gleich ob sie gesetzlich vorgegeben oder selbst auferlegt sind. Hier können G+D Expertinnen und Experten für klimaneutrale Cash-Center-Lösungen gute Unterstützung bieten.
  • Geschäftsbanken, die primär ihre Sicherheitsstandards erhöhen wollen oder effizientere Prozesse und Kostensenkungen anstreben.  
  • Fast alle Kundinnen und Kunden haben zudem bei der architektonischen Gestaltung ihres neuen Cash Centers eigene Vorstellungen und Präferenzen, die gebührend berücksichtigt werden müssen.

Wie auch immer die konkreten Ziele lauten – um sie sicher zu erreichen, braucht es einen durchgängigen, stufenweise aufgebauten Ansatz. Er beginnt mit der Definition der Projektziele und erstreckt sich über Analyse, Optimierung und Dimensionierung bis hin zum räumlichen Aufbau. Es gibt viele bekannte Fälle, in denen Unternehmen ihre schon weit vorangetriebenen Projekte gestoppt haben, um ihren Ansatz noch einmal grundlegend zu überarbeiten. Das verursacht zusätzliche Kosten und gefährdet die Zeitpläne.

Das Thema Nachhaltigkeit ist ein hochaktuelles Beispiel dafür, wie wichtig ein gut aufgesetzter, für alle verständlicher Prozess mit klar definierten Schritten und Zielen ist. Denn wenn Nachhaltigkeit nicht von vornherein als Ziel definiert ist, kann ein Cash Center, das primär auf leichte Skalierbarkeit ausgelegt ist, noch so effizient arbeiten – nachträglich aufgesetzte Nachhaltigkeitskriterien kann es möglicherweise nur schwer erfüllen. 

Für die nachträgliche Automatisierung eines bereits bestehenden Cash Centers ist es wiederum immens wichtig, im Vorfeld gründlich zu prüfen, ob die Infrastruktur vor Ort für den Einsatz von Robotik geeignet ist und in welchem Ausmaß sie umgebaut werden muss.

Bereits zu Beginn der Planung muss der bestehende und gewünschte Standardisierungsgrad von Bargeldbearbeitung und Transport analysiert und in das Gesamtdesign einbezogen werden. Denn das ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass das Cash Center später reibungslos mit anderen Akteuren des Bargeldkreislaufs zusammenarbeitet.

Detailansicht aus einem hochmodernen cash center

Projekte ganzheitlich angehen

Ob Neuerrichtung oder Umbau: Unsere engagierten G+D Beratungsteams arbeiten bei Cash-Center-Projekten stets eng mit den Kundinnen und Kunden zusammen. Um eine optimale Lösung anbieten zu können, wird dabei der gesamte Bargeldkreislauf ganzheitlich betrachtet. Weltweit hat sich dafür  ein fünfstufiger Prozess bewährt:

  • Zielsetzung Eine eingehende Prüfung der Ziele und Erwartungen der jeweiligen Kundinnen und Kunden ist die entscheidend, um eine Lösung zu liefern, mit der die gewünschten Ergebnisse erzielt werden können, auch wenn sie manchmal von den ursprünglichen Vorstellungen der Kundinnen und Kunden abweichen. So hat beispielsweise eine europäische Zentralbank ihr ursprüngliches Konzept für ihr Cash Center überarbeitet, nachdem unser G+D Team eine optimierte Lösung präsentierte, mit der sich ihre Ziele noch besser erreichen ließen.
     
  • Analyse Um das volle operative Potenzial eines Cash Centers beurteilen zu können, ist eine End-to-End-Betrachtung nötig. Das bedeutet: Alle Aspekte des Bargeldkreislaufs werden untersucht, einschließlich der zu erwartenden Volumina, der Standardisierung, der Schnittstellen zu Drittanbietern, möglicher Herausforderungen durch Umwelt- und Gebäudeaspekte, der Logistik oder vorhersehbarer bottlenecks, um hier nur einige Faktoren aufzuzählen.
“Cash-Center-Projekte sollten nie nur technologiegetrieben sein, sondern immer prozess- und funktionsgetrieben. Das Ziel muss immer die bestmögliche Lösung sein.“
Hermann Gessler
Head of Technical Sales and Consulting Value Added Solutions and Services bei G+D
  • Optimierung Um die kundenspezifischen KPIs abzudecken, berücksichtigen unsere Expertinnen und Experten bei ihrer Lösung zahlreiche Faktoren. Dazu gehören unter anderem Effizienz, Sicherheit, Skalierbarkeit, Flexibilität, Durchsatz und Zukunftssicherheit. So können sie fundierte Empfehlungen aussprechen, welche Technologie, welche Innenausstattung, welche Systemintegration und welche Variante bei Automatisierung, Standards, Prozessdesign und Funktionsbereichen für genau dieses Cash Center optimal ist.

„Das ist eine komplexe Aufgabe, die viel Erfahrung und eine geschickte Orchestrierung erfordert“, sagt Hermann Gessler, Head of Technical Sales and Consulting Value Added Solutions and Services bei G+D: „Es gibt kein Cash-Center-Standardmodell, das einfach auf den nächsten Kunden oder die nächste Kundin übertragen werden kann. Jedes Cash Center hat spezifische Anforderungen, die nicht zuletzt durch lokale oder interne Vorschriften beeinflusst werden.“ Ein Beispiel dafür sind die Regeln der Europäischen Zentralbank zur Verpackung von Euro-Banknoten. Das entscheidet wiederum, wie EU-Banken das Bargeld im Tresorbereich des neuen Cash Centers lagern müssen. „Der Schlüssel zum Erfolg ist, die optimale Mischung aus Technologie, Ausstattung und Prozessen zusammenzustellen und dabei die Anforderungen des Kunden oder der Kundin punktgenau im Blick zu behalten“, sagt Gessler.

  • Dimensionierung Wer die technische Ausstattung eines Cash Centers optimal definieren will, muss mehrere Faktoren berücksichtigen: vom Automatisierungsgrad über die Personalausstattung bis hin zum geplanten Einsatz von standardisierten Geldkassetten. Da verschiedene Technologien zum Einsatz kommen, ist entscheidend, dass die Aktivitäten der beteiligten Parteien stets aufeinander abgestimmt und mit den Zielen des Kunden oder der Kundin abgeglichen werden. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, sich an neue Gegebenheiten anzupassen.

„Auch wenn Technologie im Mittelpunkt vieler Projekte steht, sollte das Vorgehen nicht technologiegetrieben sein, sondern prozess- und funktionsgetrieben“, sagt Gessler. „Das Ziel muss immer die bestmögliche Lösung sein.“ In der Regel bedeutet das, die besten Technologien und Dienstleistungen verschiedener Anbieter zu kombinieren. Die G+D Beraterteams kennen sich mit dem Bargeldbetrieb von Hunderten von Cash Centern weltweit aus. Da sie herstellerunabhängig arbeiten, können sie für jeden Kunden und jede Kundin stets die jeweils richtige Technik auswählen.

„Wir können auf jede am Markt verfügbare Technologie zurückgreifen und beurteilen, welche Elemente davon am besten zu den Bedürfnissen des Kunden oder der Kundin passen“, sagt Gessler. Das könne schon einmal zu Überraschungen führen, erzählt er – so wie bei den Vertreterinnen und Vertretern einer Zentralbank, die gemeinsam mit G+D Expertinnen und Experten drei verschiedene europäische Cash Center besuchten: „Sie bekamen drei völlig unterschiedliche Automatisierungstechnologien zu sehen – und drei verschiedene Tresortechnologien.“

  • Design Nach der Einigung auf die wichtigsten Funktionen und Ziele kann der Beratungsprozess zur detaillierten Gebäudeplanung starten. Dazu erstellt G+D meist ein hoch detailliertes 3D-Modell mit exakten Abbildungen aller vorgesehenen Technologien und Geräte sowie der geplanten Aufteilung der Räume. Auch die Prozesse werden detailliert dargestellt. Dieses Modell ist die Grundlage für den Zuschnitt der einzelnen Funktionsbereiche des Cash Centers.

Drei Cash Center, drei Lösungen

Übersicht von einem hochmodernen cash center

Ein neues Cash Center in der Wüste
Ägyptische Zentralbank

Ein Paradebeispiel dafür, wie eine komplexe, maßgeschneiderte Lösung auch unter Pandemiebedingungen professionell geplant und umgesetzt werden kann, ist das Cash Center der ägyptischen Zentralbank (Central Bank of Egypt – CBE), das noch während der Bauphase des neuen Regierungssitzes Ägyptens errichtet wurde.

Die CBE verfolgt mit dem Projekt mehrere Ziele:

  • sicherstellen, dass die wachsende Nachfrage nach Bargeld im Land jetzt und auch über weitere Jahrzehnte hinaus gedeckt werden kann
  • eine hochmoderne, zukunftssichere Bargeldmanagement- Infrastruktur errichten, die ein Höchstmaß an Effizienz, Flexibilität und Automatisierung erfüllt
  • den Austausch von operativem und technischem Wissen im Lauf des Projekts nutzen, um ein neues Niveau an fachlicher Kompetenz und technischer Unabhängigkeit im Land aufbauen
  • in dem neuen Regierungssitz ein symbolträchtiges Zeichen für die rasche Modernisierung Ägyptens errichten 

Um diese Ziele zu erreichen, beauftragte die CBE bereits Mitte 2017 G+D als Generalunternehmer für das gesamte Projekt. Zum Gesamtumfang gehören eine hochmoderne, voll ausgestattete Bargelddruckerei und ein hochautomatisiertes Zentrum für Bargeldbearbeitung und Lagerung. Dafür brachte G+D Fachleute aus den Bereichen Architektur, Bau und Logistik zusammen und vereinte deren Know-how mit der eigenen Expertise in den Bereichen Gebäudeplanung, Hightech-Engineering, IT, Sicherheit und Automatisierung.

Angesichts der besonderen Umstände ist der erfolgreiche Abschluss des Projekts bemerkenswert. Zum einen entstanden elementare Infrastrukturen wie Straßen und eine funktionierende Energieversorgung erst während der Bauphase des Cash Centers. Zum anderen brachte die COVID-19-Pandemie große Teile der Welt zu dieser Zeit nahezu zum Stillstand.

Heute ist das CEB Cash Center eines der größten seiner Art im Nahen Osten und in Afrika – und das auf dem höchstem Automatisierungslevel weltweit. 
Weitere Fakten:

  • Die vier Druckstraßen der Druckerei können bis zu fünf Milliarden Banknoten pro Jahr drucken.

  • Fahrerlose Fahrzeuge transportieren das Bargeld von der Druckerei zum Cash Center – über einen eigens gebauten, 290 Meter langen und mit mehrstufigen Sicherheitsvorkehrungen ausgerüsteten Tunnel.

  • Das Cash Center ist mit zwölf G+D BPS® M7-Hochgeschwindigkeits-Bearbeitungssystemen für Bargeld ausgestattet, die auf einen extrem hohen Automatisierungsgrad ausgelegt sind. Sie stellen sicher, dass täglich Millionen von Banknoten bearbeitet werden können – diese Menge kann bei steigender Nachfrage verfünffacht werden.

  • In den beiden Tresoren des Cash Centers kann jeweils eine Milliarde verpackte, kartonierte und palettierte Banknoten gelagert werden, mit voll automatisiertem Transport zwischen den Tresoren. 

  • Förderbänder mit einer Länge von insgesamt 1,4 Kilometern verbinden alle Funktionsbereiche des Cash Centers, einschließlich der zwölf An- und Auslieferstationen, die mehr als 20 Millionen Banknoten am Tag bewältigen können.

„Der unbebaute Standort bot uns die seltene Gelegenheit, ein Projekt zu planen, ohne die physischen Einschränkungen eines bestehenden Gebäudes berücksichtigen zu müssen“, sagt Gessler. „Aber dass es ein Erfolg wurde, lag vor allem an der ständigen Präsenz vor Ort, dem zu jederzeit möglichen Zugriff auf die Expertise der Fachleute und den flexiblen Reaktionen auf sich ändernde Umstände. Deswegen konnten unsere G+D Expertinnen und Experten die einzigartigen Herausforderungen des Projekts meistern und ein Ergebnis abliefern, das die Erwartungen der CBE erfüllt.“ (Mehr über das zukunftsweisende Projekt lesen Sie im Artikel „Neue Megacity für Ägyptens Zukunft“.)

Ein vollautomatisches Center für eine große Geschäftsbank
Bank Central Asia

Das Cash Center der Bank Central Asia (BCA) in Indonesien ist eines der modernsten der Welt. Die digital vernetzten Systeme und Prozesse können auf einer Fläche von 3.600 Quadratmetern bis zu zehn Millionen Banknoten am Tag bearbeiten, die Tresore fassen bis zu 120 Millionen Banknoten. Die Zahlen machen deutlich, in welchen Dimensionen sich der Kunde bewegt: Die BCA betreut mehr als 34,7 Millionen Kundenkonten und betreibt 1.247 Filialen sowie 18.268 Geldautomaten.

Das klare Ziel des Projekts war höhere Effizienz bei Kosten und Performance. Die G+D Beratungsteams entwickelten die Richtlinien, um das dafür erforderliche hohe Level an Automatisierung umzusetzen. Unsere Beraterinnen und Berater wurden bereits in der Frühphase des Projekts einbezogen. Und ihre Evaluierung führte dazu, dass die BCA ihr ursprüngliches Konzept anpasste. „Das ist ein wertvolles Beispiel dafür, wie wichtig eine frühzeitige Zusammenarbeit ist“, sagt Hermann Gessler, Head of Technical Sales and Consulting Value Added Solutions and Services bei G+D.

„Je mehr sich der Automatisierungsgrad in den Cash Centern erhöht, desto wichtiger ist es, den Fokus auf die Zielsetzungs- und Analysephase eines Projekts zu legen“, ergänzt er. „Denn wenn ein bestehendes Cash Center in einem derartigen Maß automatisiert wird, wie es bei BCA der Fall war, muss eine Menge hochpräziser Ausstattung installiert werden. Darum muss sichergestellt sein, dass das bestehende Gebäude dafür geeignet ist.“

Die Zusammenarbeit veränderte auch die Wahrnehmung der Bank von G+D als Partner, sagt er. „Wir werden hier vor allem als Berater, weniger als Hersteller gesehen. Deswegen kam der Kunde zunächst nicht darauf, uns als selbstverständlichen Partner für Automatisierung zu betrachten.“ Doch BCA habe sich schnell überzeugen lassen, sagt Gessler. Weil die Bank erkannte, welche Vorteile die Technologieunabhängigkeit von G+D mit sich bringt: „Wir kennen die Prozesse, den Markt und die Cash-Center-Technologien in- und auswendig und können ohne Eigeninteresse die besten Lösungen für die Anforderungen des Kunden auswählen.“

Die Bank weiß das Ergebnis zu schätzen. „Das G+D Team hat den Traum der BCA in die Realität umgesetzt“, sagte Ibu Anna Susilowati, Senior Vice President of Electronic Banking Services, als das Cash Center in Betrieb ging. „Wir haben das weltweit erste vollautomatische Cash Center für Geschäftsbanken errichtet.“

Automatisierung von Tresoren in einer Zentralbank im Vollbetrieb
Nationalbank von Ruanda

Ein bereits bestehendes Cash Center umzuwandeln, bringt deutlich mehr Einschränkungen mit sich als der Neubau auf der grünen Wiese. Als die Nationalbank von Ruanda (National Bank of Rwanda) ihre Tresorräume mithilfe von G+D automatisieren wollte, war den Projektteams darum von Anfang an klar, dass nur ein integrierter und ganzheitlicher Ansatz zum Erfolg führen würde.

Die Bank hatte sich hohe Ziele gesteckt: Wegen der stetig wachsenden Nachfrage nach Bargeld im Land wollte sie die Effizienz und Kapazität ihres Tresorraumsystems durch fortschrittliche Automatisierungstechnologie und optimierte Prozesse erhöhen. Gleichzeitig sollte der Umbau ermöglichen, den Platz des Cash Centers optimal auszunutzen und die Sicherheit zu erhöhen.

Die Expertinnen und Experten des Projektteams begannen mit einer eingehenden Analyse, um sich ein klares Bild von der aktuellen und zukünftigen Nachfrage und dem Umlaufverhalten des ruandischen Franc zu verschaffen. Dafür berücksichtigten sie sowohl Faktoren wie Inflation, Bevölkerungswachstum und makroökonomische Daten als auch die Bargeld-Distributionswege im Land.

Dann schlugen sie eine Lösung vor, die sich auf drei Schlüsselbereiche konzentriert. Erstens: die Optimierung des bestehenden Tresors durch Maximierung der Kapazitäten bei minimalen baulichen Veränderungen. Zweitens: die Erhöhung der Sicherheit des gelagerten Geldes durch den Einsatz von Order Fulfillment und die digitale Nachverfolgung aller Bargeldbewegungen. Drittens: die Optimierung der Logistik und des Bargeldtransports – sowohl innerhalb der Zentralbank als auch zwischen der Zentrale und den fünf Filialen. Die automatisierte Lösung basiert auf der Software G+D Compass VMS® Logistics und einzeln ausgewählten modernsten Technologien von G+D Partnern, die genau zu den Bedürfnissen der Bank passten.

Das Ergebnis: ein robotikgesteuerter Tresor mit der dreifach höheren Lagerkapazität für Banknoten, höhere Sicherheit durch den Wegfall fast aller manuellen Bargeldprozesse und eine drastische Steigerung der Effizienz bei allen Bargeldaktivitäten der Bank. 

Um sicherzustellen, dass die Lösung auch zukünftigen Anforderungen gerecht wird, wurden die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Prozesse von Anfang an miteingeplant. Die gewählte Lösung wird stetig überprüft, um sicherzustellen, dass die effizientesten Ansätze ausgesucht wurden – inklusive der Möglichkeit, Roboter für den Cash-Transport zu installieren, um die Sicherheit der Tresorsysteme zu erhöhen. (Lesen Sie mehr in der Case Study zur Nationalbank von Ruanda)

Aufbau vertrauensvoller Partnerschaften

Auch wenn sich die G+D Cash-Center-Projekte in Umfang und Anspruch sehr unterscheiden, so haben sie doch alle etwas gemeinsam: Der Erfolg entsteht vor allem dadurch, von Anfang an enge, vertrauensvolle Partnerschaften zu den Kundinnen und Kunden und den wichtigsten Lösungsanbietern aufzubauen – und über die gesamte Dauer von der Planung bis zur Umsetzung beizubehalten.

Key Takeaways

  • Jeder Kunde verfolgt mit seinem Cash Center individuelle Ziele – darum erfordert ihre Umsetzung auch individuelle Lösungen.
  • Die Umsetzung von Cash-Center-Projekten darf nicht technologiegetrieben sein, sondern muss prozess- und funktionsgetrieben sein.
  • Wegen der wachsenden Bedeutung der Automatisierung bei Cash-Center-Projekten sind gründliche Analysen vor Beginn des Projekts wichtiger denn je.
  1. Cash remains the most frequently used means of payment, European Central Bank, 2022

Veröffentlicht: 29.08.2023

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