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#Digital

Sind reibungslose Zahlungen wirklich immer die nachhaltigste Lösung?

Globale Trends
6 Mins.

Banken sind bestrebt, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und ihre digitale Transformation voranzutreiben. Mit ökologisch innovativen Lösungen für digitale Zahlungen könnten sie beide Ziele erreichen und gleichzeitig das Kundenerlebnis verbessern

Apple und Google haben vor genau fünf Jahren ihre kontaktlosen mobilen Zahlungssysteme in Europa eingeführt. Apple Pay und Google Pay wurden 2016 erst in Großbritannien und anschließend im Rest Europas veröffentlicht.

„Einfach. Sicher. Bezahlen.“ und „Schnell und einfach bezahlen“, so vermarkten die beiden kalifornischen Tech-Giganten ihre jeweiligen Dienstleistungen. Dies sind nur zwei Beispiele für Lösungen, mit denen Verbraucherinnen und Verbraucher Waren und Dienstleistungen einfacher und schneller bezahlen können.

Technologische Fortschritte, wie die Nahfeldkommunikation (Near Field Communication), Smartphones, intelligente Lautsprecher und auch die relativ neue Verhaltensbiometrie haben das kontinuierliche Streben vorangetrieben, Zahlungen immer reibungsloser und besser zu machen. Dabei kommen die treibenden Kräfte häufig aus anderen Bereichen als dem Banken- und Finanzsektor.

Die traditionellen Banken haben es nicht immer leicht, mit der wachsenden Zahl an Challenger-Banken und Zahlungsanbietern mitzuhalten, die Kundinnen und Kunden mit ihren hoch entwickelten digitalen Angeboten für sich gewinnen. Sie werden so regelrecht in einen Wettbewerb hineingezogen, den sie mit Sicherheit nicht gewinnen können.

Zahlungen zum Wohl der Umwelt

Ein reibungsloser Zahlungsprozess erleichtert sicherlich das Einkaufen. Aber es gibt nicht nur Vorteile. Denn nicht alle unsere Kaufentscheidungen sind vernünftig oder verantwortungsvoll, wie Umweltschützer oder ein Blick auf die eigene Schufa-Bilanz zeigen.

Gibt es einen anderen Weg? Indem sie Verbraucher dafür sensibilisieren, welche Auswirkungen ihre Einkäufe auf die Umwelt haben, können Banken die Denkweise und Erwartungen im Hinblick auf den Zahlungsprozess ändern.

Genau das macht Doconomy, ein in Schweden ansässiges Fintech-Unternehmen. Es hat einen neuen Service entwickelt, um zu berechnen, wie viel CO2 Verbraucherinnen und Verbraucher pro Kauf zu ihrem CO2-Fußabdruck beisteuern. Der Åland Index, den Banken mittels einer API in ihre digitalen Angebote integrieren können, analysiert alle Arten von Transaktionen. Auf einem Dashboard können Benutzer sich dann ihren CO2-Fußabdruck ansehen. In der speziell entwickelten App werden die Details zu ihrem CO2-Fußabdruck pro Monat, pro Kategorie (z. B. Transport, Einkaufen usw.) oder für jede einzelne Zahlung (z. B. für einen Restaurantbesuch oder einen Einkauf im Geschäft) aufgeschlüsselt. Das Unternehmen vergleicht dies mit Apps, die Verbraucher nutzen, um ihre verbrannten Kalorien zu berechnen.

“„Verbraucherinnen und Verbraucher haben erkannt, dass sie mit ihren Kaufentscheidungen etwas Gutes für die Umwelt tun können.““
Nandita Bakhshi
President und CEO der Bank of the West

Darüber hinaus bietet Doconomy Dienste, die Nutzer mit nützlichen Tipps und Anreizen zu umweltfreundlicheren Entscheidungen bewegen sollen, zum Beispiel indem sie konkrete CO2-Grenzwerte für sich festlegen oder in klimafreundliche Impact-Fonds investieren. Es gibt sogar die Möglichkeit, Kreditkartenzahlungen mit einem CO2-Grenzwert zu verknüpfen und so Ausgaben zu deckeln.

Positiver Wandel mit Potenzial

A man pays a woman on a market  for some vegetables using a mobile payment device.

G+D hat sich mit Doconomy zusammengetan, um Banken diese Dienste im Rahmen des Convego® Beyond Portfolios, einer Auswahl nachhaltiger Zahlungskarten, und ähnliche Dienste wie Zahlungskarten aus recyceltem Ozeanplastik näherzubringen.

„Wir möchten unseren Bankkunden die Dienstleistungen bieten, die sie benötigen, um ihre eigene Nachhaltigkeitsstrategie umsetzen und im Wettbewerb Schritt halten zu können. Die Zahl der umweltbewussten Verbraucherinnen und Verbraucher wächst und sie fordern von G+D, Banken und Branchenführern, dass wir solche Lösungen gemeinsam entwickeln. Denn nur so können wir unseren Planeten und die Umwelt schützen und für künftige Generationen erhalten“, erklärt Mikko Kähkönen, verantwortlich für das Smartcard-Portfolio bei G+D.

Bei der Bekanntgabe der Partnerschaft erläuterte Mathias Wikström, Gründer und CEO von Doconomy: „Zusammenarbeit ist eines der Grundprinzipien von Doconomy. Durch die Partnerschaft mit Pionieren in allen Bereichen können wir unsere Fähigkeiten ausbauen, um den Klimaschutz im Alltag zu ermöglichen.“

Eine Tochtergesellschaft der französischen Bank BNP Paribas nutzt bereits die Dienste von Doconomy. Die US-amerikanische Bank of the West bietet ihren Kundinnen und Kunden den Åland Index und eine zugehörige Zahlungskarte im Rahmen ihres „1 % for the Planet“-Kontos, bei dem 1 Prozent der Einnahmen an gemeinnützige Umweltorganisationen gespendet werden.1 „Verbraucherinnen und Verbraucher haben erkannt, dass sie mit ihren Kaufentscheidungen etwas Gutes für die Umwelt tun können“, so Nandita Bakhshi, President und CEO der Bank of the West.

Laut Doconomy haben einige Banken bereits jetzt mit diesem Service eine Zunahme der Neukonteneröffnungen um 25 Prozent und einen Anstieg der Einlagen von bis zu 30 Prozent verzeichnen können. Darüber hinaus wird dadurch die Markenbekanntheit um 300 Prozent gesteigert und die Interaktion mit den Mitarbeitern verbessert.

Banken wieder mit Kundinnen und Kunden verbinden

Das Thema Nachhaltigkeit spielt für viele Verbraucherinnen und Verbraucher eine wichtige Rolle. So haben beispielsweise 85 Prozent der erwachsenen Teilnehmenden bei einer von Mastercard durchgeführten Umfrage angegeben, dass sie bereit seien, im Jahr 2021 persönlich Maßnahmen zu ergreifen, um sich für die Umwelt und Nachhaltigkeit zu engagieren. Aber gerade bei jüngeren Generationen hat Nachhaltigkeit oberste Priorität.2

Der Klimawandel ist laut einer Deloitte-Umfrage die größte Sorge der Generation Y und Z. Die Umfrage ergab auch, dass sich mehr als vier von zehn Befragten über die Umweltaspekte der Marken, die sie konsumieren, informieren.3

Wenn Banken diese wichtige Zielgruppe weiterhin ansprechen möchten, brauchen sie Lösungen, die ihre Nachhaltigkeitsziele nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis widerspiegeln. Mit anderen Worten: Sie müssen ihren Worten Taten folgen lassen.

Um Greenwashing und vermeintlich grünen PR-Aktionen einen Riegel vorzuschieben, hat die Europäische Union Nachhaltigkeit definiert. Die 2020 verabschiedete EU-Taxonomie-Verordnung enthält Kriterien zur Bestimmung, ob eine Wirtschaftstätigkeit als ökologisch nachhaltig einzustufen ist. Im Wesentlichen sieht sie vor, dass Unternehmen, Investoren und politische Entscheidungsträger angeben müssen, wie grün ein Produkt, Dienst oder Projekt wirklich ist.4

Aber selbst wenn die Kundinnen und Kunden davon überzeugt sind, dass eine Bank in ihren nachhaltigen Bemühungen aufrichtig ist – könnte die Stärkung ihres Umweltbewusstseins durch Tipps oder Anreize während des Bezahlvorgangs als lästiges Hindernis empfunden werden, das sie davon abhält, mehr Geld auszugeben? Nein, sagt Doconomy-Mitbegründerin CCO Helena Müller. „Kundinnen und Kunden werden nicht weniger ausgeben, sondern bewusstere Entscheidungen treffen. Wird ihnen ein unterhaltsames, ansprechendes, informatives und belohnendes Erlebnis geboten, wird sich ihr Verhalten nicht ändern.“

Banken möchten nicht nur ihre Kundinnen und Kunden stärker binden, ihre digitale Transformation vorantreiben und ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen, sondern sich auch gegen die Tech-Giganten aus dem Silicon Valley behaupten. So könnte es sich letztlich als vorteilhaft und gewinnbringend erweisen, einige gezielte und für die Umwelt relevante Anreize und „Hindernisse“ in den Zahlungsprozess zu integrieren.

  1. The first checking account to give back to the planet, Bank of the West, 2021

  2. Consumer passion for the environment grows as a result of the pandemic, Mastercard, 2021

  3. The Deloitte Global 2021 Millennial and Gen Z Survey, Deloitte, 2021

  4. EU taxonomy for sustainable activities, European Commission, 2020

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